Uganda

Bessere Existenzgrundlagen für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern

Noch immer zeichnen die Folgen jahrzehntelanger Bürgerkriege die Gesellschaft sowie die soziale und wirtschaftliche Infrastruktur Nord-Ugandas. Regionen wie Acholi und West Nile gehören zu den ärmsten des Landes. Mangelernährung – vor allem unter Kindern – ist weit verbreitet. Caritas Schweiz und ihre Partnerorganisationen stärken Kleinbauernfamilien, in dem sie sie in nachhaltigen und effizienten landwirtschaftlichen Anbaumethoden schulen und marktwirtschaftliches Wissen vermitteln. Sie sensibilisieren für eine gesunde Ernährung verschaffen besonders verletzbaren Menschen wie Kleinkindern oder Schwangeren Zugang zu Vitaminpräparaten und Entwurmungsmedikamenten.

 

Land / Region / Ort
Uganda / Acholi- und West Nile-Regionen


Zielgruppe
5000 Haushalte (ca. 35 000 Individuen)


Mittelbedarf
6'175'050 Schweizer Franken


Projektdauer
01.01.2020 bis 31.07.2023


Projektnummer
P200037


Projektziel
Dieses Projekt, Action for Livelihood Enhancement in Northern Uganda (ALENU), trägt zur sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Produktion und Vermarktung der Erzeugnisse von Kleinbauern und -bäuerinnen bei sowie zur gesunden Ernährung ihrer Familien


Projektverantwortliche
Kathrin Wyss, Tel.: 041 419 22 39; kwyssnot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Die Folgen jahrzehntelanger Bürgerkriege unter anderem zwischen der ugandischen Regierung und der Lord‘s Resistance Army zeichnen nach wie vor die Gesellschaft sowie die soziale und wirtschaftliche Infrastruktur Nord-Ugandas. Ein Grossteil der Bevölkerung verbrachte die Kriegsjahre in Lagern für intern Vertriebene. Neben Gewalt und grossen Entbehrungen ging diese Erfahrung einher mit der Zerrüttung der Gesellschafts- und Familienstrukturen und dem Verlust von Wissen und kulturellen Werten. 

Regionen wie Acholi und West Nile verzeichnen die höchsten Armutsraten im Land. Mangelernährung – vor allem unter Kindern – ist weit verbreitet, viele Menschen können sich höchstens zwei (unausgewogene) Mahlzeiten pro Tag leisten. Subsistenzwirtschaft ist die Lebensgrundlage der meisten, die Produktivität des Bodens jedoch unzureichend. Gründe für diese mangelnde Produktivität sind fehlendes Wissen, die Auswirkungen des Klimawandels und die Übernutzung infolge der rasant wachsenden Bevölkerung. Zugangsbeschränkungen zu lokalen Märkten minimieren die Möglichkeiten der Einkommensgenerierung aus allfälligen bescheidenen Überschüssen. Alternative Arbeitsgelegenheiten sind rar und die Kapazitäten der lokalen Regierung zur sozialen und wirtschaftlichen Unterstützung der Bevölkerung begrenzt. Mittels verschiedener Wiederaufbauprogramme versuchen die ugandische Regierung und die internationale Gebergemeinschaft, die Verhältnisse in den ehemaligen Kriegsgebieten zu verbessern. So unter anderem mit der Development Initiative for Northern Uganda (DINU), die auch den Rahmen für das vorliegende Projekt bildet. 

Für Kinder, junge Menschen und Frauen ist die Situation besonders schwierig. Viele sind schlecht gebildet, leiden unter den Erlebnissen und dem Existenzkampf während und nach dem Krieg, mangelnden Perspektiven und vielfältigen Einschränkungen durch kulturelle Normen, Werte und Praktiken. Die Unter- oder Fehlernährung von Kindern, allgemeiner Armut und Unwissenheit gschuldet, hat langfristige Auswirkungen auf deren physische und mentale Entwicklung und somit auf das Potenzial nachfolgender Generationen. Vor dem Hintergrund einer von Gewalt geprägten Vergangenheit und unsicheren politischen Zukunft bieten diese Verhältnisse einen fruchtbaren Nährboden für zukünftige Konflikte.

Gemeinsam mit den lokalen Partnerorganisationen Advance Afrika, Agency for Accelerated Regional Development (AFARD) und Gulu Women’s Economic Development and Globalization (GWED-G) hat Caritas Schweiz ein Konsortium gebildet, um ihre umfassende lokale und internationale Expertise effektiv zu bündeln und in den Dienst einer verbesserten landwirtschaftlichen Produktion, Vermarktung und Ernährung zugunsten der ärmsten Bevölkerungsgruppen in Acholi und West Nile zu stellen. 

 

Was tun wir?

Ziel des vorliegenden Projektes ist die Stärkung von 5000 Kleinbauern und -bäuerinnen durch die systematische Vermittlung von nachhaltigen und effizienten landwirtschaftlichen Anbaumethoden und strategischem marktwirtschaftlichem Wissen. Dies umfasst auch die Förderung ausgewählter Wertschöpfungsketten – z.B. Moringa, Honig, Erdnüsse oder Hühner –, und damit von Erzeugnissen, die aufgrund ihres hohen Nährstoffgehalts und/ oder kommerziellen Potenzials auf lokalen und internationalen Märkten den genannten Herausforderungen der betroffenen Bevölkerung Rechnung tragen.

Weitere Aktivitäten dienen der unmittelbaren Verbesserung des Ernährungsstatus der Kleinbauernfamilien, namentlich Kleinkindern, Kindern, Schwangeren und stillenden Frauen, die Zugang zu Vitaminpräparaten und Entwurmungsmedikamenten erhalten. Praktische Sensibilisierung über die Grundlagen ausgewogener Ernährung, z.B. mittels Anbaus und Konsums von Gemüse, dient gleichzeitig der längerfristigen Prävention ernährungsbedingter Defizite. Mit Blick auf die Überlastung der wirtschaftlichen, sozialen, und ökologischen Ressourcen durch die demographische Entwicklung werden ausserdem Familienmitglieder im reproduktiven Alter mit den verfügbaren Mitteln zur Familienplanung vertraut gemacht. 

Methodisch basiert das Projekt auf den Erkenntnissen aus der Agroökologie, dem Market System Approach, sowie ernährungstechnischer Konzepte wie Infant and Young Child Feeding oder Community Based Management of Acute Malnutrition. Es zielt nicht nur auf die betroffene Bevölkerung, sondern auch auf institutionelle Kapazitäten mit Blick auf die involvierten zivilgesellschaftlichen Organisationen – Advance Afrika, AFARD, und Gwed-G – und die lokalen Regierungen in den begünstigten Distrikten, um somit die Langfristigkeit der Intervention sicherzustellen. Diese profitieren unter anderem vom technischen Knowhow international renommierter Akteure aus Wissenschaft und Privatwirtschaft – BFH-HAFL und africrops! –, die in der Projektumsetzung direkt beteiligt sind. In enger Koordination mit weiteren Implementierungspartnern unter der Development Initiative for Northern Uganda und der Leitung des ugandischen Office of the Prime Minister, unterstützt das Projekt somit die Konsolidierung von Stabilität in Nord-Uganda, die Reduktion von Armut und Unterernährung und die Stärkung nachhaltiger und inklusiver sozio-ökonomischer Entwicklung. 

 

This document has been produced with the financial assistance of the European Union. The contents of this document are the sole responsibility of Caritas Switzerland and can under no circumstances be regarded as reflecting the position of the European Union or the Government of Uganda.
 

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