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Tschad

Mit guter Berufsbildung Lebensbedingungen verbessern und Entwicklung fördern

Der Tschad zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Bevölkerung ist sehr jung, Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung weit verbreitet. Im Rahmen dieses Projekts werden Jugendliche gefördert, die keinen Zugang zu Bildung haben. Nach ihrem Abschluss werden sie beim Einstieg in die Berufswelt begleitet. Des Weiteren hat das Projekt zum Ziel, die Qualität der Bildung zu verbessern und die Angebote stärker auf den Markt auszurichten. 

 

Land / Region / Ort
Tschad, Moyen Chari, Mandoul und Logone Orientale


Zielgruppe
Junge Männer und Frauen


Mittelbedarf
596’038 Franken (1. Phase)


Projektdauer
01.08.2017 bis 31.01.2019 (1. Phase)


Projektnummer
P170047


Projektziel
Junge Frauen und Männer verbessern ihre Lebensbedingungen und tragen mit den in der Berufsbildung gewonnenen technischen und unternehmerischen Kompetenzen in ihren Gemeinschaften zur sozioökonomischen Entwicklung und Ernährungssicherheit bei


Projektverantwortliche
Sabine Schild, Tel: 041 419 23 48; sschildto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Der Tschad ist mit einem Pro-Kopf-Einkommen von rund 942 US-Dollar (2015) eines der ärmsten Länder der Welt. Im Index für menschliche Entwicklung der UNO belegt das Land Platz 185 von 188. Zwei Drittel der Bevölkerung können weder lesen noch schreiben und fast die Hälfte der Bevölkerung, die 2015 auf fast 13 Millionen geschätzt wurde, lebt unter der Armutsgrenze. Der Tschad hat eine sehr jungen Bevölkerung (51 Prozent unter 15 Jahren) aufgrund eines starken demografisches Wachstum, einer sehr hohen Fruchtbarkeitsrate und einem bedeutenden Rückgang der Kindersterblichkeit. Es wird eine Verdoppelung der tschadischen Bevölkerung bis zum Jahr 2035 erwartet, was mit einem starken Wachstum der Stadtbevölkerung einhergeht. Diese wird sich voraussichtlich in den nächsten 20 Jahren verdreifachen, was das Risiko der Schwächung des sozialen Gefüges entlang ethnischer Linien birgt.

Zusätzlich hat die wenig diversifizierte und von der Ölindustrie abhängige tschadische Wirtschaft durch die fallenden Ölpreise und den starken Rückgang der Getreideproduktion aufgrund ungünstiger Niederschläge in den letzten drei Jahren einen starken Rückgang erlebt.

Der hohe Bevölkerungsdruck und die Schwäche der tschadischen Wirtschaft haben Auswirkungen auf die Bildung von Jugendlichen und deren Integration in den Arbeitsmarkt. Drei Viertel der jungen Tschader und Tschaderinnen treten heute zu früh in dem Arbeitsmarkt ein, ohne die Primarausbildung beendet zu haben. Der stark vom informellen Sektor geprägte Arbeitsmarkt ist aber nicht in der Lage, eine zunehmende Anzahl Jugendlicher mit unzureichender Bildung aufzunehmen. Das Problem der Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung ist schon heute besonders akut für junge Menschen. Das starke Bevölkerungswachstum wird die Anzahl an Jugendlichen, die ausgebildet und in den Arbeitsmarkt integriert werden müssen, in Zukunft zusätzlich erhöhen. Schätzungen zufolge wird die Zahl der jungen Menschen, die jedes Jahr in den Arbeitsmarkt eintreten, im Jahr 2020 bei über 200’000 liegen.

Ein staatliches Berufsbildungssystem ist vorhanden, es leidet jedoch unter einem sehr ungleichen Zugang und einer unzureichenden Ausbildungsqualität. In der Praxis erweist sich das System als zu wenig effizient, da es zu wenig auf die Bedürfnisse der lokalen oder nationalen Wirtschaft eingeht. Darüber hinaus kämpft das Berufsbildungssystem mit einer niedrigen Eigenverantwortung der örtlichen Behörden sowie einer unklaren Vision der verschiedenen öffentlichen und privaten Akteure zur beruflichen Ausbildung im Allgemeinen. Nicht zuletzt fehlen dem Staat auch die finanziellen Mittel sowie Mechanismen und Instrumente, um das Berufsbildungssystem erfolgreich zu gestalten.

 

Was tun wir?

Caritas Schweiz setzt dieses Projekt, welches ein Mandat der DEZA ist, zusammen mit Swisscontact im Rahmen eines Konsortiums um. Caritas Schweiz ist seit 1973 im Tschad tätig und Swisscontact hat langjährige Erfahrung im Bereich der Ausbildung und beruflichen Integration von Jugendlichen und Erwachsenen. Caritas Schweiz bringt ihre Expertise im Arbeitsfeld Ernährungssicherung und Märkte ein, da sich das Projekt auf die Berufsbildung im Bereich der Agrar- und Kleinindustrie fokussiert.

Das Mandat hat zum Ziel, die tschadischen Behörden bei der Wiederbelebung und Reform im Bereich der technischen Bildung und Berufsbildung zu begleiten und zu unterstützen. Dabei sollen konkret die Beschäftigungsfähigkeit und vor allem die Selbständigkeit jener jungen Männer und Frauen, die aus dem System der technischen und beruflichen Bildung ausgeschlossen sind, gefördert werden. Die Jugendlichen sollen ihre beruflichen Fähigkeiten sowohl im technischen als auch unternehmerischen Bereich entwickeln und werden bei ihrer beruflichen Eingliederung begleitet.

Das Programm erstreckt sich über eine Laufzeit von zwölf Jahren (2017-2029), wobei das Mandat in vier Phasen unterteilt ist. Die erste Phase (Planungsphase) dauert 18 Monate (Aug 17- Jan 19).

In der Planungsphase arbeitet die Caritas vor allem mit den relevanten Akteuren auf lokaler und nationaler Ebene zusammen, um die verschiedenen Strukturen der Berufsbildung im Prozess der Ausbildung und Eingliederung der Jugendlichen zu stärken. Dabei sollen nachhaltige Strukturen geschaffen werden. Des Weiteren hat das Projekt zum Ziel, den Zugang zu gerechten und diversifizierten Bildungsangeboten zu verbessern und gleichzeitig deren Qualität zu erhöhen. Die Bildungsangebote sollen stärker auf den Markt ausgerichtet werden (Relevanz) und öffentliche und private Akteure in ihrer Arbeit mit den Jugendlichen gestärkt werden. Wichtig ist nicht zuletzt auch die Schaffung von Zugang zu Berufsberatung sowie finanziellen und nicht-finanziellen Dienstleistungen zur Unterstützung der Eingliederung.

Die erste Phase besteht aus einer eingehenden Bestandsaufnahme des tschadischen Ausbildungssystems und der beruflichen Eingliederungen sowie des Wirtschaftsmarktes auf nationaler Ebene und in den Regionen Moyen Chari, Mandoul und Logone Orientale. Zudem werden nationale und lokale Partner identifiziert. Basierend auf den erkannten Stärken, Schwächen und Möglichkeiten sollen die ersten Pilotversuche zur Betreuung und ganzheitlichen Begleitung von jungen Männern und Frauen durchgeführt werden. Die gewonnenen Erfahrungen fliessen in die Umsetzung der weiteren Phasen ein.

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