Tschad

Mit guter Berufsbildung Lebensbedingungen verbessern und Entwicklung fördern

Der Tschad zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Bevölkerung ist sehr jung, Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung weit verbreitet. Im Rahmen dieses Projekts werden Jugendliche gefördert, die keinen Zugang zu Bildung haben. Nach ihrem Abschluss werden sie beim Einstieg in die Berufswelt begleitet. Des Weiteren hat das Projekt zum Ziel, die Qualität der Bildung zu verbessern und die Angebote stärker auf den Markt auszurichten.

 

Land / Region / Ort
Tschad, Moyen-Chari, Mandoul und Logone-Orientale


Zielgruppe
6'000 Jugendliche und junge Erwachsene (davon 2'400 Mädchen oder junge Frauen)


Mittelbedarf
2‘195‘069 Franken


Projektdauer
01.05.2019 bis 30.04.2023


Projektnummer
P190027


Projektziel
Junge Frauen und Männer verbessern ihre Lebensbedingungen und tragen mit den in der Berufsbildung gewonnenen technischen und unternehmerischen Kompetenzen in ihren Gemeinschaften zur sozioökonomischen Entwicklung und Ernährungssicherheit bei


Projektverantwortliche
Sabine Schild, Tel: 041 419 23 48; sschildnot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Tschad ist das grösste Binnenland auf dem afrikanischen Kontinent. Gemäss dem Human Development Index des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) lag das Land 2018 auf Rang 186 von 189 Ländern und ist somit eines der ärmsten der Welt. Die wenig diversifizierte Wirtschaft hängt stark von der Öl-Industrie ab. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung ist jedoch in der Landwirtschaft tätig. Die zentrale Lage im Sahelgürtel macht den Tschad strukturell anfällig für Ernährungsunsicherheit und Wasserknappheit. Gleichzeitig flüchten viele Migranten aus unsicheren Nachbarländern in den vergleichbar sicheren Tschad. Zwei Drittel der Bevölkerung des Tschad können weder lesen noch schreiben, und lediglich die Hälfte der Menschen hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dazu kommt die Geschlechterungleichheit. Frauen werden stark diskriminiert.

Von diesen schlechten Bedingungen besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. Die unter 18-Jährigen repräsentieren die Hälfte der Bevölkerung (49,3%), wobei dieser Anteil aufgrund der sehr hohen Fruchtbarkeitsrate und einem bedeutenden Rückgang der Kindersterblichkeit weiter zunimmt. Das starke Bevölkerungswachstum und die kriselnde Wirtschaft haben Auswirkungen auf die Bildung von Jugendlichen und deren Integration in den Arbeitsmarkt. Drei Viertel der jungen Tschaderinnen und Tschader treten heute in dem Arbeitsmarkt ein, ohne die Primarausbildung beendet zu haben. Auch die eingeschränkten staatlichen Sozialleistungen, die schlechte Qualität der schulischen Bildung sowie die kaum existierenden Chancen auf dem Arbeitsmarkt zeichnen ein düsteres Bild. Der stark vom informellen Sektor geprägte Arbeitsmarkt ist nicht in der Lage, eine zunehmende Anzahl Jugendlicher mit unzureichender Bildung aufzunehmen. Das Problem der Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung ist schon heute für junge Menschen besonders akut. Das starke Bevölkerungswachstum wird die Anzahl an Jugendlichen, die ausgebildet und in den Arbeitsmarkt integriert werden müssen, in Zukunft zusätzlich erhöhen. 

Ein staatliches Berufsbildungssystem ist vorhanden, es leidet jedoch unter einem sehr ungleichen Zugang und einer unzureichenden Ausbildungsqualität. In der Praxis erweist sich das System als zu wenig effizient, da es nicht ausreichend auf die Bedürfnisse der lokalen oder nationalen Wirtschaft eingeht. Darüber hinaus kämpft das Berufsbildungssystem mit einer niedrigen Eigenverantwortung der örtlichen Behörden sowie einer unklaren Vision der verschiedenen öffentlichen und privaten Akteure zur beruflichen Ausbildung im Allgemeinen. Nicht zuletzt fehlen dem Staat auch die finanziellen Mittel sowie Mechanismen und Instrumente, um das Berufsbildungssystem erfolgreich zu gestalten.

Caritas Schweiz engagiert sich seit vielen Jahren im Tschad. Nachdem sie in den 70er-Jahren vorwiegend im humanitären Bereich gearbeitet hatte, engagierte sie sich in den 80er-Jahren zunehmend in der Entwicklungszusammenarbeit. Die Interventionen von Caritas Schweiz im ländlichen Bereich basieren dabei alle auf zwei zentralen Ansätzen: der Förderung der nachhaltigen Nutzung sowie der natürlichen Ressourcen und der lokalen wirtschaftlichen Entwicklung. 

 

Was tun wir?

Das Projekt wird im Rahmen des Mandats mit dem Titel «Formation et Insertion des jeunes au Tchad» (FORMI) für die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Schweizer Aussendepartements umgesetzt und sieht eine Laufzeit von zwölf Jahren und vier Phasen vor. An die abgeschlossene Planungsphase (2017-2019) schliesst nahtlos die erste Umsetzungsphase (2019 – 2023) an.

Caritas Schweiz setzt dieses Projekt zusammen mit Swisscontact im Rahmen eines Konsortiums um. Swisscontact hat langjährige Erfahrung im Bereich der Ausbildung und beruflichen Integration von Jugendlichen und Erwachsenen. Caritas Schweiz wird ihre Expertise im Arbeitsfeld Ernährungssicherung und Märkte einbringen, da sich das Projekt auf die Berufsbildung im Bereich der Agrar- und Kleinindustrie fokussiert. 

Ziel des Projekts ist es, den Zugang von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu gerechten und diversifizierten Bildungsangeboten zu verbessern und gleichzeitig deren Qualität zu erhöhen. Die Bildungsangebote sollen stärker auf den Markt ausgerichtet werden (Relevanz) und öffentliche und private Akteure in ihrer Arbeit mit den Jugendlichen gestärkt werden. Wichtig ist nicht zuletzt auch die Schaffung eines Zugangs zu Berufsberatung sowie finanziellen und nicht-finanziellen Dienstleistungen zur Unterstützung der Eingliederung der jungen Bevölkerung in den Arbeitsmarkt.

In der Planungsphase wurden Studien zu den relevanten Akteuren, zu den lokal bedeutenden Berufsfeldern und ihrem Potential für den Aufbau von Ausbildungsmodulen sowie eine Studie zu den in der Praxis nachgefragten Ausbildungen realisiert. Daneben wurde eine eingehende Bestandsaufnahme des tschadischen Ausbildungssystems, der beruflichen Eingliederungen sowie der Wirtschaft auf nationaler Ebene und in den Regionen Moyen-Chari, Mandoul und Logone-Orientale vorgenommen und erste Aus- und Weiterbildungsangebote lanciert. Weiter befindet sich eine Plattform für die im Ausbildungsbereich aktiven Akteure im Aufbau. Die gewonnenen Erfahrungen fliessen in die Umsetzung der weiteren Phasen ein.

Die erste Umsetzungsphase sieht die Erarbeitung von berufsspezifischen Ausbildungsprogrammen sowie Massnahmen für einen begleiteten Einstieg in den Arbeitsmarkt für junge Männer und Frauen vor. Dazu zählt beispielsweise die Einführung eines landwirtschaftlichen Ausbildungssystems. Bereits bestehende Programme werden auf weitere Projektgebiete ausgedehnt und weiterentwickelt, wobei die Integration verschiedener Akteure in das nationale Berufsbildungssystem unterstützt wird. Bezüglich der Arbeitssuche von jungen Erwachsenen werden strukturelle Verbesserungen durch Beratungen, einen intensivierten Austausch zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie ein verbessertes Angebot angestrebt. Neben privaten Akteuren bieten auch öffentliche Institutionen Ausbildungsprogramme an. Die Programme sind auf die Nachfrage der Wirtschaft abgestimmt, stärken die Selbständigkeit und reduzieren die Armut in der jungen Bevölkerung.

Zudem profitiert das Projekt von Synergien mit anderen Projekten von Caritas Schweiz, die ebenfalls im Tschad und teilweise sogar in denselben Provinzen realisiert werden. Dies ist einerseits das DEZA-Mandat «Soutien au développement des filières karité et arachide au Tchad» (kurz: SODEFIKA; 2015 - 2027) zu Ernährungssicherheit und Märkten und andererseits das Projekt zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen der einheimischen Bevölkerung und von Vertriebenen (2018 - 2021), finanziert durch die Europäische Union. Alle Projekte von Caritas Schweiz im Tschad werden in enger Zusammenarbeit mit der Regierung, verschiedenen teilweise langjährigen lokalen Partnerorganisation sowie Akteuren aus dem Privatsektor umgesetzt. 

 

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