Navigation mit Access Keys

 
Tadschikistan

Nachhaltige Landwirtschaft fördern

Rund 80 Prozent der tadschikischen Bevölkerung leben von Landwirtschaft und Viehhaltung. Die Erträge genügen oft gerade zur Selbstversorgung.  Klimaveränderungen, fehlendes Wissen und veraltete Technologien verhindern bisher den Ausbau der Erträge. Das Projekt fördert eine nachhaltige Landwirtschaft und verbessert die Lebensbedingungen armer Bauernfamilien, insbesondere der Frauen. In Kursen wird den Begünstigten Wissen zu Nachhaltigkeit, Produktivitätssteigerung und Vermarktung vermittelt. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Partnern können für die Produkte bessere Preise und gesicherte Abnahmemengen erzielt werden.

 

Land/Region/Ort:
Khatlon, Distrikte Muminabad, Khovaling und Shamsiddin Shohin


Zielgruppe:
10'000 arme Bauernfamilien (70'000 Personen)


Mittelbedarf:
1'434'770 Schweizer Franken


Projektdauer: 
01.09.2017 bis 31.08.2020 (3 Jahre)


Projektnummer:
P150084


Projektziel:
Verbesserung der Ernährungssicherheit und der bäuerlichen Einkommen durch Investitionen in ressourcenschonende Produktion, Produktivität und Vermarktung, die Stärkung der landwirtschaftlichen Organisationen und speziell der Frauen in der Landwirtschaft


Projektverantwortliche:
Judith Niederberger,Tel: 041 419 23 26; jniederbergerto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Asien/Europa

 
 

Worum geht es?

Tadschikistan ist das ärmste Land der ehemaligen Sowjetunion und eines der ärmsten Länder der Welt. Von den 8 Millionen Tadschikinnen und Tadschiken leben und arbeiten etwa 12 Prozent teilweise in Russland. Ihre Geldüberweisungen tragen bis zu 25 Prozent zum Haushaltseinkommen bei. Trotzdem leben laut einer Erhebung der Weltbank über 60 Prozent unter der Armutsgrenze. Der UN-Nahrungsmittelindex zeigt, dass Tadschikistan seit 20 Jahren regelmässig von Nahrungsmittelknappheit betroffen ist. Am schlimmsten ist die Situation jeweils in den ländlichen Distrikten.

93 Prozent der topografischen Fläche des Hochgebirgslandes Tadschikistan sind Berge. 28 Prozent des Landes wird für die landwirtschaftliche Produktion genutzt, über 75 Prozent davon als Weiden und Wiesen für die Heuproduktion. Verglichen mit der Landesgrösse ist aber wenig ackerbaufähiges Land verfügbar (gerade mal 7 Prozent). Das trockene, subtropische Klima erschwert einen ergiebigen Ackerbau. Hinzu kommt, dass entwaldete Flächen entlang der Täler und der angrenzenden Berghänge erodieren. Dies hat zur Folge, dass es regelmässig zu Überschwemmungen kommt und folglich zum Verlust der ohnehin schon kargen Ernten.

In Tadschikistan leben 77 Prozent der Bevölkerung in ländlichen Gebieten. Sie betreiben mehrheitlich Landwirtschaft und Tierhaltung für ihre Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln und erwirtschaften ein kleines zusätzliches Einkommen mit dem Verkauf der wenigen Überschüsse. Mit über 60 Prozent bilden die Frauen die Mehrheit der landwirtschaftlich Erwerbstätigen. Die Landwirtschaft nutzt veraltete Technologien und Produktionsmethoden. Dazu kämpft sie mit Krankheiten und Schädlingen, nicht angepasstem Saatgut, fehlenden gut ausgebildeten Beratungsdiensten und hat kaum Zugang zum Markt. Um die Produktivität zu erhöhen und die ökonomische Situation der Landbevölkerung zu verbessern, braucht es eine Weiterbildung der Bäuerinnen und Bauern, funktionierende landwirtschaftliche Organisationen, einen Zugang zum Markt für Produktionsgüter, aber noch wichtiger für den Verkauf ihrer Produkte.

Dies alles - das Klima, die geografische Lage, die geringe landwirtschaftliche Bildung der Landbevölkerung und die fehlenden landwirtschaftlichen Organisationen - stellt eine essentielle Herausforderung an einen nachhaltigen und ertragreichen Anbau landwirtschaftlicher Nahrungsmittel dar. Sind die ersten beiden Faktoren (Klima und topografische Lage) unabänderliche Rahmenbedingungen, so setzt Caritas Schweiz mit dem vorliegenden Projekt bei der ländlichen Bevölkerung an. Seit über 15 Jahren unterstützt Caritas Schweiz Frauen- und Bauerngruppen im ländlichen Gebiet und arbeitet eng mit lokalen und regionalen Behörden zusammen. Die Projekte haben zum Ziel, mit einer Verbesserung der Lebensbedingungen und der Ernährungssicherheit die Auswirkungen von Naturkatastrophen zu verringern. 

 

Was tun wir?

Das Caritas Schweiz Landesprogramm 2012 – 2016 für Tadschikistan definiert die Verbesserung der Ernährungssicherheit durch einkommensschaffende Massnahmen und die Stärkung lokaler Organisationen als erste Priorität im Arbeitsfeld Ernährungssicherheit. Das vorliegende Projekt hat zum Ziel, die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung zu verbessern und einen Beitrag zum Schutz der natürlichen Ressourcen im Osten der Region Kathlon (Distrikte Muminabad, Khovaling und Shurobad) zu leisten.

Dies wird erreicht, indem der Markt für die arme ländliche Bevölkerung zugänglich und die Qualität und das Volumen der Grundnahrungsmittel – wie Weizen, Kartoffel, Früchte, Gemüse – verbessert und erhöht wird.

Konkret arbeitet das Projekt auf die folgenden Resultate hin:

  • Verbesserung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion durch die Weiterbildung der Bevölkerung: Angepasste Technologien und Methoden werden weitervermittelt, um die Produktivität zu erhöhen. Im Vordergrund stehen insbesondere Module über nachhaltige Landwirtschaft, Gartenbau, integrierte Schädlingsbekämpfung sowie Leitlinien der Produktivitätssteigerung und der Vermarktung. Ein spezielles Augenmerk wird auf klimaangepasstes Saatgut gelegt.
  • Erhöhung der Wertschöpfung von landwirtschaftlichen Produkten: Durch eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Verarbeitungsbetrieben und Händlern können die am Projekt beteiligten Haushalte bessere Preise für ihre Produkte erzielen. Durch eine gesicherte Abnahme durch die Verarbeitungsbetriebe sollen sie überdies einen Anreiz bekommen, die Produktivität zu steigern und die Qualität ihrer Produkte so zu erhöhen, dass sie die Anforderungen des Verarbeitungsbetriebes erfüllen. Dies wiederum schafft eine Nachfrage nach Qualitätssaatgut und nach Wissen.
  • Angepasste Rahmenbedingungen für eine ressourcenschonende Landwirtschaft und eine Landwirtschaft, die mehrheitlich von Frauen betrieben wird: Aktivitäten werden auf die Bedürfnisse von Frauen und Männern ausgerichtet, um sicherzustellen, dass Frauen gleichermassen von technologischen Innovationen und den Interventionen des Projektes profitieren. Die Grundlagen für eine nachhaltige Landwirtschaft werden zusammen mit den strategischen Partnern auf lokaler und Distriktebene entwickelt.
  • Stärkung der landwirtschaftlichen Beratungsdienste und Gemeindeorganisationen: Aktuelles Wissen und Innovationen werden in partizipativen Verfahren an die Mitarbeitenden und Mitglieder von Organisationen und privaten und staatlichen Institutionen weitervermittelt. Diese sind entscheidend für eine ressourcenschonende Landwirtschaft, Erhöhung der Produktivität und eine erfolgreiche Marktintegration der landwirtschaftlichen Produkte.
 

Ersatzinhalte