Mali

Die Widerstandsfähigkeit und den sozialen Zusammenhalt stärken in der Region Mopti

In Mali lebt rund die Hälfte der gesamten Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Die Ernährungsunsicherheit ist gross. Der wachsende Konflikt durch verbreitete Gewalt und Unsicherheit verschärft die bereits angespannte Situation zusätzlich. Zusammen mit den Verlusten an Getreide und Vieh führt dies zu einer ständig wachsenden Zahl intern Vertriebener. Caritas Schweiz unterstützt landwirtschaftliche Kooperativen, die Lebensmittel verteilen, sich für die Friedensförderung und die Aufnahme von intern Vertriebenen einsetzen, oder die Bewachung der gemeinsam bestellten Felder und Speicher organisieren. Das Projekt leistet so zeitgleich Entwicklungshilfe, humanitäre Hilfe und Friedensförderung.

 

Land / Region / Ort
Mali, Region Mopti: Kreis Bandiagara


Zielgruppe
560 landwirtschaftliche Kleinproduzentinnen und Kleinproduzenten sowie 2800 Mitglieder von 56 Kooperativen (3360 direkt Begünstigte)


Mittelbedarf
595 927 Schweizer Franken


Projektdauer
01.01.2020 bis 31.12.2022


Projektnummer
P200008


Projektziel
Stärkung der Widerstandsfähigkeit der lokalen Gemeinschaften durch die Arbeit an der Schnittstelle (Nexus) zwischen Entwicklungs­zusammenarbeit, humanitärer Hilfe und Friedensförderung. Die Menschen werden befähigt, sich gegen wiederkehrende strukturelle Schocks im Kreis Bandiagara besser zu wappnen und sich veränderten Bedingungen anzupassen. Die Caritas und ihre Partner unterstützen die Menschen dabei, die landwirtschaftliche Produktion zu steigern und den Marktzugang zu verbessern. Zudem werden die Aktionen der verschiedenen humanitären Akteure koordiniert und die lokalen Konfliktlösungs­mechanismen gefördert.  


Projektverantwortliche
Margaux Tharin, Tel: 041 419 22 36; mtharinnot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Mali, ein Binnenland in der Sahel-Zone, ist strukturell anfällig für Ernährungsunsicherheit und Unterernährung. Das Land lag 2018 gemäss dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) auf Rang 182 von 189 Ländern und ist somit eines der ärmsten der Welt. Schätzungsweise die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Besonders betroffen sind Frauen und Kinder, die in ländlichen Gebieten wohnen. Die Lebensbedingungen in Mali werden zusätzlich durch die seit 2012 herrschenden sozialen und politischen Krisen sowie die verbreitete Unsicherheit erschwert.

Die Wirtschaft des westafrikanischen Staates ist stark abhängig vom Primärsektor: 68% der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft und Viehzucht tätig. In ländlichen Gebieten herrschen weiterhin traditionelle Anbaumethoden vor, wobei geeignete landwirtschaftliche Beratung kaum verfügbar ist. Da diese traditionellen Methoden schlecht an die sich rasch verändernden klimatischen Bedingungen (besonders die immer häufiger auftretenden Dürren und starken Niederschläge) angepasst sind, nimmt die Armut der lokalen Bevölkerung stetig zu. Die schrumpfenden Einkommen beschleunigen dabei zusätzlich die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. 

Die Projektregion um Bandiagara liegt im Zentrum von Mali und zählt rund 450 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Bevölkerung betreibt Landwirtschaft (Getreideanbau und Gartenbau), Viehwirtschaft, Fischerei, Handel, stellt Kunsthandwerk her und lebte bis zum Ausbruch der sozialen und politischen Krisen auch vom Tourismus. Neben der gegenwärtig verbreiteten und schwerwiegenden Unsicherheit sind Ernteausfälle in Verbindung mit Dürren, das sich verändernde Klima mit fehlenden Niederschlägen und starker Erosion sowie mangelnde ökonomische Perspektiven mit einem eingeschränkten Markzugang weitere Ursachen für die soziale und ökonomische Notlage der lokalen Bevölkerung.

Hirse und Sorghum stellen die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte der selbstversorgenden Kleinbäuerinnen und -bauern dar. Weil die dringend benötigten Niederschläge durch den Klimawandel aber unberechenbar geworden sind und zudem oft unzureichend ausfallen oder schlecht verteilt sind, reichen die Erträge nicht mehr aus. Damit sind tiefe Einkommen verbunden. Hinzu kommen viele durch gesellschaftliche Konflikte intern Vertriebene, deren Zahl in Bandiagara stark angestiegen ist. Diese Situation erfordert vom Projekt eine gewisse Flexibilität: Die Aktivitäten müssen den politischen, sozialen und sicherheitstechnischen Entwicklungen angepasst werden.

Caritas Schweiz engagiert sich seit über 40 Jahren in Mali. Nachdem sie in den 70er Jahren vorwiegend im humanitären Bereich gearbeitet hatte, engagierte sie sich in den 80er Jahren zunehmend in der Entwicklungs­zusammenarbeit. Caritas Schweiz hat sich damit bei ihren lokalen Partnern eine wichtige Stellung als technischer Partner in den Bereichen Landwirtschaft, Wassermanagement und Klima-wandel erarbeitet. Die Interventionen von Caritas Schweiz im ländlichen Raum basieren dabei alle auf zwei zentralen Ansätzen: der Förderung der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Wichtigkeit der lokalen wirtschaftlichen Entwicklung. 

 

Was tun wir?

Seit Jahrzehnten lebt die ländliche Bevölkerung in der Projektregion um Mopti mit wiederkehrenden Dürren und begrenzten natürlichen Ressourcen. Eine schlechte Ernte in der letzten Saison erlaubte es den Menschen erneut nicht, überlebenswichtige Getreidereserven zu bilden. Gleichzeitig verschärft der wachsende Konflikt durch verbreitete Gewalt und Unsicherheit die bereits angespannte Situation zusätzlich. Zusammen mit den Verlusten an Getreide und Vieh führt dies zu einer ständig wachsenden Zahl intern Vertriebener. In diesem Kontext setzt Caritas Schweiz deshalb auf einen Nexus-Ansatz, der kurz- und langfristig wirkende Massnahmen verbindet. Sie unterstützt landwirtschaftliche Kooperativen und Gemeindekomitees, die Lebensmittel verteilen, sich für die Friedensförderung und die Aufnahme von intern Vertriebenen einsetzen, oder die Bewachung der gemeinsam bestellten Felder und Speicher organisieren. Das Projekt leistet so zeitgleich Entwicklungshilfe, humanitäre Hilfe und Friedensförderung.

Caritas Schweiz unterstützt die Bäuerinnen und Bauern im Umgang mit Notlagen und bereitet sie bestmöglich darauf vor, diese zu überstehen. Dies beinhaltet einerseits die Unterstützung etablierter und anerkannter Komitees zur Verhinderung und Schlichtung von gesellschaftlichen und politischen lokalen Konflikten. Diese Komitees suchen friedliche Lösungen, sorgen sich um den sozialen Zusammenhalt und koordinieren im Krisenfall die Nothilfe, wobei die Komitees das Bindeglied zwischen der notleidenden Bevölkerung und den politischen Institutionen sowie Nichtregierungsorganisationen darstellen.

Um die Ernährungssicherheit zu verbessern und die landwirtschaftliche Getreideproduktion zu erhöhen, erhalten die Kleinbäuerinnen und -bauern andererseits besseren Zugang zu Finanzierungshilfen und hochwertigem Saatgut und werden in Produktionsmethoden geschult, die an die klimatischen Veränderungen angepasst sind. Dafür zuständig sind die bestehenden sowie neu gegründeten landwirtschaftlichen Kooperativen, die durch den Zusammenschluss von kleinbäuerlichen Betrieben entstehen. Durch die Kooperativen befinden sich die Kleinproduzenten zudem gegenüber Lieferanten und Händlern in einer besseren Verhandlungsposition, erhalten einen besseren Zugang zum Markt und erzielen höhere Verkaufspreise. Des Weiteren werden die verbreiteten Produktionsmethoden auf ihre ökologische Verträglichkeit geprüft und an die Umwelt angepasst. Durch die Realisierung von modernen Bodenschutz- und Bewässerungstechniken wie die Produktion und der Einsatz von natürlichem Dünger sowie die Förderung des Gartenbaus werden die lokal vorhandenen Ressourcen schonend und nachhaltig genutzt.
Eine gute Lagerung der landwirtschaftlichen Produkte ist für deren Weiterverarbeitung sowie den Verkauf der Ernte zu einem späteren Zeitpunkt, etwa wenn die Preise steigen, unabdingbar. Deshalb werden die Bäuerinnen und Bauern im Bau, der Einrichtung und Verwaltung von Lagerhallen unterstützt, um Ernteverluste durch unsachgemässe Lagerung zu verhindern. In der vorliegenden Projektphase werden die Kooperativen auch in der besseren Vermarktung ihrer Produkte gestärkt. Im Zentrum steht dabei die Vernetzung mit wichtigen Marktakteuren wie Händlern und Exporteuren und die Abstimmung der Produktion an deren Qualitätsanforderungen. 

Das vorliegende Projekt wird in Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisation Caritas Mopti durchgeführt. Dieser Partner verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Durchführung von Ernährungssicherungs- sowie humanitären Projekten im Interventionsgebiet, ist durch sein starkes lokales Netzwerk tief verankert und geniesst grosses Vertrauen der Bevölkerung.

 

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