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Kosovo

Beeren und Honig sichern Existenzen

Im bergigen Hinterland von Prizren können viele Menschen nur von der Kleinlandwirtschaft leben. Das Projekt unterstützt 250 Familien bei der Beeren- und Honigproduktion sowie im Sammeln von Kräutern und leistet Beratung für vier Produzentenorganisationen.

 

Land/Region/Ort
Kosovo Süd-West, Regionen Prizren und Štrpce


Zielgruppe
250 Produzentenfamilien und die lokalen Produzentenorganisationen (1750 Personen bei durchschnittlich 7 Familienmitgliedern)


Mittelbedarf
1 324 380 Franken


Projektdauer
01.07.2015 bis 30.06.2018


Projektnummer
P150053


Projektziel
Das bergige Hinterland von Prizren sowie das gemischt-ethnische Štrpce sind Regionen, in denen für viele nur Kleinlandwirtschaft ein geregeltes Einkommen garantieren kann. Das Projekt unterstützt 250 Familien in der Beeren- und Honigproduktion sowie im Sammeln von Kräutern. Vier Produzentenorganisationen erhalten Beratung und entwickeln sich zu eigenständigen Organisationen.


Projektverantwortlicher
Berry Kralj, Tel: +41 41 419 24 91, bkraljto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien/Europa

 
 

Worum geht es?

Kosovo hat eine lange Tradition in der Landwirtschaft als Haupteinkommensquelle für eine Mehrheit der Bevölkerung. Etwa 60% der Bewohner des Kosovo leben in ländlicher Umgebung. Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Arbeitssektor in Kosovo und leistet einen bedeutenden Beitrag zum Landes BIP und zum Exportmarkt. Nach dem Krieg im Jahr 1999, durch welchen ein Grossteil der Landwirtschaftsinfrastruktur zerstört wurde, hat sich die Situation für Leute in ländlichen Regionen bedeutend verschlechtert. Dies hat zu verstärkter Migration in städtische Gebiete und ins Ausland geführt.

Das Hauptziel des Projekts ist es darum, die wirtschaftliche Situation der ländlichen Bevölkerung nachhaltig zu verbessern und so die Migration einzudämmen. Seit 2009 führt Caritas Schweiz ein Landwirtschaftsprogramm im Kosovo mit dem Hauptfokus auf den beiden nebeneinanderliegenden Gemeinden Prizren und Strpce. Das Programm hatte eine zentrale Rolle im Aufbau und der Entwicklung der folgenden vier lokalen Produzentenorganisationen in der Projektregion: Zhupa Med (Honigproduktion, Prizren), Sarski Roj (Honigproduktion, Štrpce), Agro Red Gold (Beerenproduktion Prizren), Sarska Malina (Beerenproduktion Štrpce). Dadurch konnte die Produktion von Beeren und Honig in der Projektregion gesteigert und die Qualität und Vermarktungsmöglichkeiten der Produkte verbessert werden.

Eine 2011 durchgeführte Evaluation bestätigte, dass Caritas mit dem Aufbau dieser Produzentenorganisationen einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in diesen abgelegenen Dörfern leistet. Besonders positiv wurde bewertet, dass die Produzenten bereit sind, weiter zusammenzuarbeiten und auch in die Entwicklung zu investieren. Auch dass sie interessiert sind, ihre Erfahrungen im ganzen Projektgebiet auszutauschen und damit zu einer Zusammenarbeit von Bosniaken, Gorani und Albanern beizutragen. Ausserdem wurde in den Produzentenorganisationen die Rolle der Frauen gestärkt. Somit konnte das Projekt nicht nur auf wirtschaftlicher Ebene etwas bewirken, sondern auch in der Friedensbildung und für die Rechte der Frau.

 

Was tun wir?

Einerseits wird mindestens 250 Familien der Einstieg in die Beerenproduktion oder die Honigproduktion ermöglicht und andererseits wird sich das Projekt auf die Arbeit mit den Produzentenorganisationen weiter fokussieren. Das Ziel ist es die Organisationen so weit zu entwickeln, dass sie nach Abschluss der Unterstützung selbständig agieren können. Weiter verfolgt das vorliegende Projekt das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen den lokalen Beerenorganisationen zu intensivieren und eine übergreifende regionale Beerenproduzentenorganisation zu gründen; damit sollen frühzeitig die Weichen für einen nationalen Dachverband für Beerenproduzenten (nach dem Vorbild des Dachverbands in Bosnien und Herzegowina) gestellt werden.

Die besser organisierte Produktion wird dazu führen, dass die Produzenten der Projektregion ihre Produkte kompetitiver im Markt werden aufstellen können, um damit ein höheres Einkommen zu generieren. Vor allem ist es wichtig, dass sich die Produzenten auf eine gut organisierte Beratung stützen können und Zugang zu Investitionsmöglichkeiten haben. Darum wird ein weiterer wichtiger Partner (neben den vier Produzentenorganisationen) die noch zu selektierende Mikrokreditorganisation sein. Die neuen und bestehenden Produzenten werden faire Kredite erhalten, welche den Aufbau und Ausbau der eigenen Produktion ermöglichen werden. Dies, gekoppelt mit qualitativ hochstehender Beratung, vermindert das Verlustrisiko, das die Produzenten sonst haben. Ziel für die Kleinproduzenten ist es, eine sichere und regelmässige Einkommensquelle aufzubauen.

Das Projekt wird den regionalen Aufbau von Setzlingen realisieren und die Bereitstellung von Produktionsmitteln für die Produzenten ermöglichen. Ausserdem wird die Etablierung von Standards für die Produktion von Beeren (Integrierte Produktion IP) und Honig (BIO) ein weiterer Pfeiler des Projekts sein. Diese Standards werden die Marktpräsenz der Produzenten auf dem inländischen Markt weiter stärken und ihnen neue Möglichkeiten auf dem internationalen Markt eröffnen.

Das Programm profitiert von den Erfahrungen des sehr ähnlichen und sehr erfolgreichen Caritas Landwirtschaftsprogramm in Bosnien und Herzegowina (BiH). Die Erfahrungen und ‚Lessons Learned‘ von Caritas in BiH werden für den Kosovo Kontext adaptiert, wobei auf lokale Eigenheiten Rücksicht genommen wird. Im Allgemeinen sind beide Kontexte jedoch sehr ähnlich, in klimatischer und auch ökonomischer Sicht, was hilft, den Schwerpunkt von Anfang an richtig zu setzen. Beide Programme (BiH und Kosovo) werden von den gleichen Experten beraten. Der Erfolg von BiH soll in Kosovo repliziert werden. Die Landwirtschaftsprojekte der Caritas Schweiz in BiH und Kosovo sind von regionaler Bedeutung (Regionalstrategie Westbalkan). Die Nutzung dieser Synergien schafft Sicherheit und Stabilität für die Weiterentwicklung des Programms in Kosovo.

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