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Haiti

Ernährungssicherung und Schutz der Umwelt

Gemeinsam mit 550 Bergbauernfamilien legt Caritas Baumschulen an. Die Setzlinge dienen zur Wiederaufforstung, was die Auswirkungen bei Naturkatastrophen mildert und zudem die Ernährung und das Einkommen der Familien sichert. Auch Gemüsegärten und Viehzucht werden gefördert.

 

Land/Region/Ort
Haiti, Département d'Ouest, Petit Goâve


Zielgruppe
550 Bauernfamilien (2'750 Personen), welche in den Berggebieten von Petit Goâve leben


Mittelbedarf
1 029 970 Franken


Projektdauer
06.11.2013 bis 05.11.2017


Projektnummer
P130054


Projektziel
Bauern und Bäuerinnen, welche in den Berggebieten von Petit Goâve leben, setzen sich für verbesserte Ernährungssicherheit und dem Schutz der Umwelt ein.


Projektverantwortlicher
Judith Binder, Tel: +41 41 419 23 17, jbinderto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika/Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Haiti ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt und das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Die Wirtschaft des Landes ist schwach und das politische System sehr instabil. Die Bevölkerung leidet unter der allgegenwärtigen Gewalt und der Arbeitslosigkeit; Unter- und Mangelernährung sind weit verbreitet. Die Situation wird zudem durch regelmässige Umweltkatastrophen, vor allem Wirbelstürme und Überschwemmungen, verschärft, aber auch durch das verheerende Erdbeben vom Januar 2010 und dem Ausbruch der Cholera im Oktober 2010.

In Haiti leben 80 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Dreiviertel der Armen leben in ländlichen Gebieten. Die Existenzgrundlage von knapp 70 Prozent der Bevölkerung ist der landwirtschaftliche Sektor, welcher aber nur 27 Prozent des Bruttoinlandprodukts des Landes darstellt. Die nationale Produktion deckt nur gerade 50 Prozent der Nahrungsbedürfnisse ab, die andere Hälfte muss importiert werden. Die Ernährungssicherheit hat sich durch das Erdbeben und den Ausbruch der Cholera sowie zahlreiche Wirbelstürme (z.B. Isaac und Sandy im 2012) weiter verschlechtert. Die landwirtschaftliche Produktion ist nicht profitabel, was Investitionen in dieses Sektor verhindert. Als Folge steigen die Nahrungsmittelpreise und sowohl die UNO wie auch der haitianische Staat warnen vor einer schlimmen Nahrungsmittelkrise.

Haiti war einst von üppigen Wäldern bedeckt. Die Abholzung hat insbesondere in den letzten 50 Jahren stark zugenommen wodurch heute nur noch 2 Prozent der Fläche bewaldet sind. Die Abholzung der Wälder hat gravierende Folgen für die Umwelt. Bodenerosion, instabile Berghänge und Hangrutschungen sowie Murgänge und Überschwemmungen sind Folgen mit verheerenden Konsequenzen für die Landwirtschaft. Wiederaufforstung ist dringend notwendig, wobei die Probleme der ansässigen Bevölkerung beachtet und integrative Lösungsansätze verfolgt werden müssen. Die Bodenqualität verschlechtert sich zunehmend und oft sind die Bauern gezwungen, die letzten Bäume zu fällen und als Bauholz oder zur Kohleproduktion zu verkaufen.

Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, hat Caritas Schweiz beschlossen, in den Berggebieten von Petit Goâve ein Projekt zu implementieren. Petit Goâve ist regelmässig von Wirbelstürmen betroffen und auch das Erdbeben von 2010 hatte verheerende Auswirkungen. Das nächste städtische Zentrum Petit Goâve, wo die Bauern ihre landwirtschaftlichen Produkte zu einem guten Preis verkaufen könnten, ist nur durch eine sehr schlechte und sogar für Geländefahrzeuge fast unpassierbare Strasse erreichbar.

 

Was tun wir?

Da die Abholzung der Wälder stark mit dem Problem der Armut verknüpft ist, zielt das Projekt von Caritas Schweiz nicht nur auf die Verbesserung der Anbaumethoden, Wiederaufforstung und den Schutz der natürlichen Ressourcen um die Auswirkungen von Naturkatastrophen zu vermindern; Caritas Schweiz will auch dazu beitragen, dass die Zielgruppe des Projekts effizientere Produktionsmethoden anwendet und dadurch ihr Einkommen steigern kann.

Das vorliegende Projekt wird mit der lokalen NGO «Concert-Action» umgesetzt, welche seit über zehn Jahren im Projektgebiet aktiv ist und viel Erfahrung in der Schulung lokaler Bauern und Bäuerinnen hat. Zielgruppe sind 550 Bauernfamilien (2‘750 Personen), welche im Rahmen des Projekts von unterschiedlichen Aktivitäten profitieren. Mit den zahlreichen Aktivitäten – bspw. der Wiederinstandsetzung der Verbindungsstrasse nach Petit Goâve oder der Wiederaufforstung und in diesem Zusammenhang dem Beitrag zum Schutz vor Naturkatastrophen – leistet das Projekt einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen von den insgesamt 34‘000 Bewohnern des ganzen Projektgebiets (Sektion 5 und 7 von Petit Goâve).

Für die Förderung der Wiederaufforstung im Projektgebiet werden, in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung, kleine Baumschulen installiert sowie Schulungen zu den Themen Aufforstung und Unterhalt der Baumschulen durchgeführt. Die so produzierten Baumsetzlinge werden zu einem subventionierten Preis an die Bauern und Bäuerinnen verkauft. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Pflanzung von Obstbäumen gelegt, da durch den Verkauf der Früchte das Einkommen der Zielgruppe gesteigert werden kann.

Ausserdem trägt das Projekt dazu bei, die Einkommensmöglichkeiten der lokalen Bevölkerung zu diversifizieren. Dies geschieht durch die Förderung von Gemüsegärten oder der Kaninchenzucht, durch effizientere Produktionsmethoden (z.B. kürzere Produktionszyklen) sowie durch einkommensgenerierende Massnahmen. Für die Verbesserung des Zugangs zu den Märkten im nächsten städtischen Zentrum Petit Goâve plant Caritas Schweiz in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung die Wiederinstandsetzung der Verbindungsstrasse Delatte – Petit Goâve. Die Zielgruppe des Projekts engagiert sich beim Bau der Strasse und erhält im Gegenzug einen kleinen Lohn. Damit wird der Zugang zum Markt auch langfristig gesichert.

 

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