Navigation mit Access Keys

 
Haiti

Ernährungssicherheit erhöhen mit verbesserter und umweltschonender Landwirtschaft

Armut und geringe Erträge aus der Landwirtschaft haben dazu geführt, dass die Menschen in Haiti unter grosser Ernährungsunsicherheit leiden. Dazu beigetragen haben auch eine starke Abholzung und der Klimawandel. Die Caritas unterstützt Kleinbauernfamilien dabei, ihre Anbaumethoden zu verbessern und mehr zu ernten. Sie organisiert Schulungen zu umweltschonender Landwirtschaft, forstet auf, unterstützt bei der Diversifizierung von Einkommen und stärkt Bauernorganisationen.

 

Land / Region / Ort
Haiti, Département de l’Ouest, Gemeinde Petit-Goâve, Delatte (5e et 7e sections communales de Petit-Goâve)


Zielgruppe
7'285 direkt Begünstigte:

  • 1‘450 Kleinbauernfamilien (à 5 Personen pro Familie = 7‘250 Pers.)
  • 35 Fachleute (= 35 Personen)

37'000 indirekt Begünstigte, die im Projektgebiet leben.


Mittelbedarf
898’120 Schweizer Franken


Projektdauer
01.07.2018 bis 30.06.2021


Projektnummer
P180050


Projektziel
Kleinbauerfamilien erzielen höhere Erträge durch eine verbesserte und umweltschonende landwirtschaftliche Produktion.


Projektverantwortliche
Judith Binder, Tel: 041 419 22 42, jbindernot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika und Karibik

 
 

Worum geht es?

Haiti ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt und das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Mehr als sechs der 10,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner des Landes und damit 59 Prozent der Bevölkerung Haitis leben unter der Armutsgrenze von 2,41 US-Dollar am Tag. Die Wirtschaft des Landes ist schwach und das politische System sehr instabil. Die Bevölkerung leidet unter der allgegenwärtigen Gewalt und der Arbeitslosigkeit; Unter- und Mangelernährung sind weit verbreitet. Die Situation wird zudem durch regelmässige Naturkatastrophen wie Wirbelstürme, Erdbeben und Überschwemmungen verschärft, die massive Zerstörungen hinterlassen.

Hauptursachen für die bestehende Ernährungsunsicherheit im Land sind die Armut der Bevölkerung sowie geringe Einkünfte aus landwirtschaftlicher Produktion. Erschwerend hinzu kommt eine starke Verwundbarkeit des Ökosystems. Aufgrund starker Abholzung sind nur zwei Prozent der gesamten Fläche Haitis bewaldet.
Der geringe Waldbestand hat gravierende Auswirkungen auf die Umwelt:

Bodenerosion, instabile Berghänge und Hangrutschungen sowie Schlammlawinen und Überschwemmungen sind die Folge und haben wiederum verheerenden Konsequenzen für die Landwirtschaft. Die Böden sind ausgewaschen. Unstete klimatische Bedingungen führen des Weiteren zu geringen Ernteeinnahmen. Deshalb reichen die inländisch erwirtschafteten Erträge nur dazu aus, die Hälfte der haitianischen Bevölkerung zu ernähren. Um die andere Hälfte der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen, importiert Haiti noch einmal so viel Lebensmittel wie das Land selbst produziert.

Von der beschriebenen Problematik ist auch die Bevölkerung in der Gemeinde Petit-Goâve im Südwesten Haitis betroffen. Die Region ist von Steilhängen geprägt, welche beinahe komplett entwaldet sind. Die Kleinbauernfamilien im Projektgebiet sind sich bewusst, dass eine stark ressourcenverschleissende Landwirtschaft zu weiteren Ertragseinbussen führen würde. Caritas Schweiz engagiert sich gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Concert Action in der Ortschaft Delatte in Petit-Goâve und unterstützt Kleinbauernfamilien in der Anwendung und Umsetzung einer umweltschonenden Landwirtschaft mit erhöhter Produktivität.

 

Was tun wir?

Ziel des Projekts ist es, dass Kleinbauernfamilien in Delatte bessere Erträge durch eine verbesserte und umweltschonende Landwirtschaft erzielen. Dabei unterstützt Caritas Schweiz insgesamt 1’450 Kleinbauernfamilien, die hauptsächlich von Subsistenzwirtschaft leben und in Bauernorganisationen organisiert sind.

Im Rahmen des Projekts haben 270 Bäuerinnen und Bauern die Möglichkeit an Schulungen teilzunehmen, in denen sie sich Wissen über umweltschonende Massnahmen aneignen können, zum Beispiel darüber, welche Baumsorten Erdrutsche am besten verhindern. Ebenso werden für 350 Kleinbauern und -bäuerinnen Weiterbildungen zu den Auswirkungen und dem Umgang mit dem Klimawandel angeboten. Ein zusätzlicher Workshop für 270 Teilnehmende beschäftigt sich vorrangig mit Anpflanzungstechniken.

Einen wichtigen Bestandteil des Projekts bilden auch Wiederaufforstungen. Hierfür werden insgesamt 191'000 Wald- und Obstbaumkeimlinge in Baumschulen gepflanzt. Mit dem Ziel neue, vor Ort unbekannte Sorten im Projektgebiet zu verbreiten, wird ein Teil der Keimlinge auf Schulungsfeldern gepflanzt. Darüber hinaus werden die Setzlinge gegen einen geringen Beitrag an interessierte Kleinbauernfamilien vergeben. Die Nutzerinnen und Nutzer der Pflanzen werden regelmässig durch Besuche von Agrarexperten auf ihren Feldern unterstützt. Insgesamt profitieren von den Wiederaufforstungen 760 Kleinbauernfamilien.

Zum Schutz vor Bodenerosion werden an den Berghängen Nützlingsstreifen gepflanzt (siehe Foto oben). Geplant ist es, mehrere Grünstreifen mit einer Gesamtlänge von 70'000 Metern zu errichten.

Bereits in einem vorherigen Projekt in Petit-Goâve erwiesen sich der Anbau bestimmter Gemüse- und Gewürzsorten als auch die Kaninchenzucht als eine beliebte und gewinnbringende Quelle zur Diversifizierung des Einkommens. Auch in diesem Projekt werden diese kleinen Wirtschaftszweige unterstützt. Ein besonderes Augenmerk bei der Anlage von kleinen Gemüsegärten wird auf die Begleitung von Frauen und Frauenorganisationen gesetzt. Die Autonomie der Frauen soll hier gefördert werden, auch sollen Frauenorganisationen als Wegbereiter für eine produktive und umweltschonende Wirtschaftsweise agieren. Die Förderung der Kaninchenzucht bietet sich insbesondere an, da diese mit den Anpflanzungen aus den Nützlingsstreifen gefüttert werden können. Für den nachhaltigen Erfolg der Kleintierzüchtungen bildet das Projekt zudem zehn paraprofessionelle Tierärzte aus. Insgesamt werden 160 Familien bei der Kaninchenzüchtung unterstützt.

Eine weitere Projektkomponente unterstützt 30 potenzielle Produzentinnen und Produzenten bei der lokalen Herstellung qualitativ hochwertiger Samen. Diese Massnahme leistet einen wesentlichen Beitrag zur Gewährleistung der Nahrungsmittelsouveränität der Kleinbauernfamilien vor Ort.

Einen wichtigen Teil des Projekts bildet auch die Unterstützung bereits bestehender Bauernorganisationen sowie ihre Verlinkung mit Organisationen in anderen Teilen des Landes. Insbesondere soll der Austausch zum Thema ökologische Landwirtschaft gefördert werden.

 

Ihre Spende

Ersatzinhalte

 
Ersatzinhalt-Startseite-Standard-DE
 
 

Caritas Schweiz
Adligenswilerstrasse 15
Postfach
CH-6002 Luzern

 

PC 60-7000-4
IBAN CH69 0900 0000 6000 7000 4
Spenden können bei den Steuern in Abzug gebracht werden.

 

Spenden­beratung

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne persönlich. 

MEHR