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Bangladesch und Indien

Kleinbauern forschen für klimaverträgliche Anbaumethoden

Aufbauend auf den Erfolgen und der Erfahrung eines fünfjährigen, durch die EU geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojektes in Bangladesch, Indien und Nepal wird nun ein grösser angelegtes Programm umgesetzt, das zu den genannten drei Ländern auch Pakistan mit einbezieht. Caritas Schweiz setzt mit lokalen Partnerorganisationen die Aktivitäten in den beiden Ländern Indien und Bangladesch um.

 

Land / Region / Ort

Indien, Madhya Pradesh, Distrikte: Mandla, Sagar, Dindori, Seoni, Vidisha und Raisen.
Bangladesch, Khulna-Division: Khulna (Distrikt) und Satkhira / Rajshahi-Division: Naogaon, Natore und Rajshahi (Distrikt).


Zielgruppe
In Indien und Bangladesch insgesamt 2‘200 vom Klimawandel betroffene Kleinbauern und ihre Familien (12‘000 Personen).


Mittelbedarf
3‘813‘834 Franken


Projektdauer
01.03.2018 bis 28.02.2022


Projektnummer
P180022, P180023


Projektziel
Verdoppelung von Produktion und Einkommen aus der Landwirtschaft für Kleinbauern und Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels durch Vielfalt und Anpassung der landwirtschaftlichen Methoden.


Projektverantwortlicher
Jan Gruss, Tel: 041 419 22 51, jgrussto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien / Europa

 
 

Worum geht es?

Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung mit negativen Auswirkungen auf das Agrarökosystem, die landwirtschaftliche Produktion und das menschliche Wohl. Er trifft jene Regionen am härtesten, in denen die Bevölkerung direkt von der Landwirtschaft abhängig ist. In Indien und Bangladesch ist die Landwirtschaft grösstenteils subsistenzorientiert, mit durchschnittlich weniger als 2 Hektaren Land. Neben Klimaveränderungen zählen Diversitätsverlust, ungeeignete Technologien sowie mangelndes Verständnis für Klimaveränderung zu den größten regionalen Herausforderungen.

Unberechenbar gewordene Regenzeiten, Hitzewellen und andere Wetterextreme beeinträchtigen zunehmend die ohnedies prekäre Lebenssituation von Kleinbauernfamilien. Diese machen mit mehr als 70 Prozent die grösste Gruppe der in Indien und Bangladesch in der Landwirtschaft tätigen Menschen aus.

Alle acht Stunden begeht in einer indischen Agrar-Provinz ein Bauer Suizid. Diese schockierende Statistik lenkt den Blick auf die Globalisierungsverlierer in der Boom-Ökonomie: Indiens Landwirte leben in unfassbarem Elend - als letztes Mittel des Protests wählen einige den Selbstmord. Viele migrieren mit ihren Familien in urbane Zentren, wo sie sich auf der Suche nach besseren Einkommensmöglichkeiten in menschenunwürdigen, extrem dicht bevölkerten Slums niederlassen müssen.

 

Was tun wir?

Aufbauend auf den Erfolgen und der Erfahrung eines fünfjährigen, durch die EU geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojektes in Bangladesch, Indien und Nepal wird nun ein grösser angelegtes Programm umgesetzt, das zu den genannten drei Ländern auch Pakistan mit einbezieht. Caritas Schweiz setzt mit lokalen Partnerorganisationen die Aktivitäten in den beiden Ländern Indien und Bangladesch um.

Insgesamt kann mit diesem Projekt, SAFBIN II (Smallholder Adaptive Farming and Biodiversity Network), in Indien und Bangladesch Ernährungssicherheit für bis zu 2'200 Kleinbauern und ihre Familien (12'000 Personen) in 95 Dörfern erzielt werden. Erreicht wird dies durch:

  • Verdoppelung von Produktion und Einkommen aus der Landwirtschaft für Kleinbauern
  • Sicherung des Zugangs und der Kontrolle über Land, Saatgut, Rechte und Know-how für Kleinbauern
  • Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels durch Vielfalt und Anpassung der landwirtschaftlichen Methoden
  • Partnerschaften mit Forschungsinstitutionen und Behörden
  • Förderung der Vermarktung von nachhaltig produzierten Lebensmitteln (Small-Farm-Agri-Foods) bei Konsumenten aus der wachsenden urbanen Mittelschicht

Die Zukunft der Landwirtschaft liegt in der Hand der Kleinbauern. Sie bilden nicht nur die Zielgruppe des Projekts, sondern sind Teil der Lösung. Kleinbauern werden zu Forschern und erzielen mit einfachsten Mitteln (zum Beispiel durch höhere Vielfalt, zeitliche Verschiebung von Aussaat, Wiederbelebung alter resistenter lokaler Sorten, Saatgutbanken, etc.) und geringerem Ressourcenverbrauch (zum Beispiel durch Verzicht auf Pestizide oder Anwendung von Tröpfchenbewässerung etc.) höhere Erträge. Gleichzeitig sind sie besser gegen die Folgen des Klimawandels geschützt. Einzigartig dabei sind auch die Zusammenarbeit und der Wissensaustausch über die politischen Grenzen von vier Ländern hinweg. SAFBIN II stärkt ausserdem den Dialog und die Zusammenarbeit aller Akteure der Lebensmittelkette.

Beispiele anzuwendender Methoden:

  • neue trockenresistente Sorten (z.B. Reis, Weizen) entwickelt durch lokale Forschungspartner
  • Wiederbelebung alter, lokaler Sorten (z.B. Zwerghirse in Indien, Hochlandreis in Nepal)
  • Verbesserung von Anbaumethoden (z.B. Saatmethoden: Drillsaat anstelle von Breitsaat, Pflanzenabstände; bedarfsgerechte Düngung, Unkrautbekämpfung)
  • Zeitliche Verschiebung von Aussaat/Pflanzung
  • verbesserte und erhöhte Auswahl an Methoden zur Schädlingsbekämpfung (z.B. biologische Praktiken wie Einsatz von Nützlingen, intensivierte Fruchtfolge)
  • Gemeinschaftlich organisierte Saatgutbanken zur erhöhten Verfügbarkeit von Saatgut
  • Verbesserung der Lebensmittelsicherheit durch die Optimierung der Saatgutaufbewahrung

Die Schaffung von Kleinbauernkollektiven ermöglicht:

  • Formale Anerkennung (z.B. Registrierung von formalen Gruppen/Kooperativen in Nepal)
  • Verhandlungsstärke (z.B. Kreditverhandlungen, kollektives Sparen in Nepal)
  • erleichterten Zugang zu Ressourcen, Wissen und Serviceanbietern

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