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Äthiopien

Nachhaltige Waldbewirtschaftung und Rückverfolgbarkeit für äthiopischen Waldkaffee

In Äthiopien leben mehr als ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von zwei US-Dollar am Tag. Besonders armutsbetroffen ist dabei die Landbevölkerung, vor allem Kleinbäuerinnen und -bauern. Sie haben keinen Zugang zu hochwertigen Märkten und Waldkaffee wird zu einem herkömmlichen, kommerziellen Preis gehandelt. Gleichzeitig sind die Wälder, in denen dieser Kaffee wächst, bedroht. Nebst der Armutsminderung und Verbesserung der Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung zielt das Projekt auf eine nachhaltige Forstwirtschaft, einen verbesserten Zugang zu Märkten und erweiterte Einkommensmöglichkeiten durch zusätzliche Produkte wie Honig.

 

Land / Region / Ort
Äthiopien; Zonen Kafa, Sheka, Bench Maji, Ilubabor und Bale


Zielgruppe
12'960 Kaffeebauern und -bäuerinnen in 48 Kooperativen, deren Haushalte (ca. 78'000 Personen), frauengeführte Haushalte, lokale Behörden, indirekt die Bevölkerung im Zielgebiet (450’000 Personen)


Mittelbedarf
853'788 Schweizer Franken


Projektdauer
15.12.2018 bis 30.09.2020


Projektnummer
P180091


Projektziel
Verbesserung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Verringerung der Armut der äthiopischen Kaffeebauern und -bäuerinnen durch verbesserten Marktzugang und eine Diversifizierung der Einkommensmöglichkeiten


Projektverantwortliche/r
Noemi Grossen, Tel: 041 419 23 27, ngrossennot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Internationale Zusammenarbeit Afrika / Lateinamerika / Karibik

 
 

Worum geht es?

Mit schätzungsweise 100 Millionen Einwohnern gehört Äthiopien zu den bevölkerungsstärksten Staaten Afrikas. Trotz eines starken Wirtschaftswachstums in den letzten Jahren leben mehr als ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von zwei US-Dollar am Tag. Besonders armutsbetroffen ist dabei die Landbevölkerung, vor allem Kleinbäuerinnen und -bauern. Kaffee als Exportprodukt trägt rund 30 % an die Exportgewinne bei und ist für Bäuerinnen und Bauern in Kaffeeanbauregionen eine Option ein höheres Einkommen zu generieren. Die Regierung von Äthiopien plant in der Land- und Forstwirtschaft unter anderem durch die Entwicklung weiterer forstwirtschaftlicher Erzeugnisse wie Waldkaffe oder Honig weiter zu wachsen.

Die Landwirtschaft ist Äthiopiens wichtigster Wirtschaftssektor und von entscheidender Bedeutung für die Ernährungssicherheit, da sie die Lebensgrundlage für einen Grossteil der Bevölkerung bildet. Dabei erwirtschaften allein zwölf Millionen Bauernfamilien 95 % der gesamten Agrarproduktion des Landes. Oftmals bleibt es beim Anbau und Verkauf von unverarbeiteten landwirtschaftlichen Produkten, so dass keine hohe Wertschöpfung erreicht wird. Waldkaffee beispielsweise gilt als sehr hochwertig aufgrund der einzigartigen, ursprünglichen Sorten, doch dessen Potenzial wird aufgrund der unterschiedlichen Qualität und mangelnden Rückverfolgbarkeit nicht voll ausgeschöpft.

Die meisten Kleinbauern und Kooperativen haben keinen Zugang zu hochwertigen Märkten und Waldkaffee wird zu einem herkömmlichen, kommerziellen Preis gehandelt. Gleichzeitig sind die Wälder, in denen dieser Kaffee wächst, bedroht. Durch die Expansion der landwirtschaftlichen Nutzfläche und die Nachfrage nach Brennstoffen ging ein Drittel des natürlichen Waldes Äthiopiens verloren. Durch die starke Entwaldung der letzten bestehenden Primärwäldern und generell der natürlichen Waldreserven verschlechtert sich die natürliche Umgebung der einheimischen Kaffeesorten und die betroffene Bevölkerung verliert ihre Lebensgrundlage, die es ihnen ermöglichen würde, ein höheres Einkommen zu generieren.

Nebst der Armutsminderung und Verbesserung der Lebensgrundlage der ruralen Bevölkerung zielt das Projekt auf eine nachhaltige Forstwirtschaft, einen verbesserten Zugang zu Märkten für Waldkaffee und eine Diversifizierung der Einkommensmöglichkeiten durch zusätzliche Produkte wie Honig.

Das Programm wird von der Abteilung für internationale Entwicklung (DFID) finanziert und von der Organisation Partnerships for Forests (P4F) verwaltet. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) übernimmt die operative Leitung und Planung des Programms und hat mehrere Partner mit der Umsetzung beauftragt. Caritas Schweiz ist eine der Implementierungsorganisationen.

Die Projektgebiete befinden sich in den Regionen Southern Nations, Nationalities und Peoples 'Region (SNNPR) und Oromia, in den Zonen Kafa, Sheka, Ilubabor, Bench Maji und Bale im Süden und Westen des Landes. Drei der fünf Gebiete sind ausgewiesene UNESCO Biosphärenreservate und verfügen über eine gewisse Organisationsstruktur.

 

Was tun wir?

Das Ziel des Projekts ist die Einführung einer einheitlichen und nachhaltigen partizipativen Waldbewirtschaftung und die Verbesserung des Marktzugangs der Kaffee-Bauern und -Bäuerinnen, sowie die Diversifizierung der Einkommensmöglichkeiten durch Imkerei. Damit wird zu einer Verbesserung der Lebensgrundlagen der Bevölkerung beigetragen und die Erhaltung der natürlichen Wälder durch eine nachhaltige Bewirtschaftung gewährleistet. Das Projekt ist in ein größeres Programm zur Unterstützung des äthiopischen Wildkaffeesektors eingebettet, mit dem Ziel ein Rückverfolgbarkeitssystems für Waldkaffee aufzubauen. Auftrag von Caritas Schweiz ist es dazu beizutragen, eine regional angepasste, nachhaltige Waldnutzung sicherzustellen und eine umfassende räumliche Analyse der Veränderungen der Waldbedeckung mit einem Geografischen Informationssystem (GIS) durchzuführen. 

Mit einem ganzheitlichen Ansatz zum Schutz der natürlichen Ressourcen, zur Verbesserung des Marktzugangs und zur Steigerung der Einkommen kombiniert das aktuelle Projekt partizipative Waldbewirtschaftungsansätze mit der Entwicklung von Wertschöpfungsketten für Kaffee und Honig. Vor allem für die Vermarktung von qualitativ hochwertigem Waldkaffee, aber auch für andere forstwirtschaftlichen Erzeugnisse, ist ein Rückverfolgbarkeitssystem wichtig, um eine eindeutige Herkunftszuweisung der Produkte sicherstellen zu können. 

Die partizipative Waldbewirtschaftung hat sich als ein erfolgreicher Ansatz erwiesen, um eine nachhaltige Ressourcennutzung und den Schutz der Wälder zu verknüpfen mit der Vermarktung von Produkten aus Wald- und Halbwald-Gebieten. In Workshops und Schulungen werden Vertreter lokaler Kooperativen, Kleinbauern und Behörden in nachhaltiger Forstwirtschaft geschult. Die Schulungen basieren auf einem Training of Trainers - Ansatz um weitere Kursleitende auszubilden und dadurch eine höhere Reichweite zu erreichen. 

Es gibt zwei unterschiedliche Zielgruppen: die Kaffeekooperativen, bestehend aus Kaffeebauern und -bäuerinnen und die partizipativen Waldbewirtschaftungsgruppen. Die meisten Kaffeebauern sind Mitglieder in beiden Gruppen. Die Workshops werden in mindestens 48 Kooperativen durchgeführt. Deren 12'960 Mitglieder lernen in partizipativen Prozessen nachhaltige Forstwirtschaftsansätze kennen und diese in Verbindung mit einem System zur Rückverfolgung des Waldkaffees anzuwenden.

Rund 78’000 Menschen sollen so von den genannten Massnahmen profitieren. Durch diese Massnahmen sollen die bestehenden Waldflächen nachhaltig genutzt und geschützt werden. Um die Änderungen der Waldflächen zu überwachen und die Projektergebnisse zu bewerten, wird die räumliche GIS Analyse durchgeführt. Dabei werden Satellitenbilder der Projektregionen zu verschiedenen Zeitpunkten analysiert um Veränderungen in der Waldbedeckung festzustellen. Die Studie dient dazu die Ergebnisse des Projekts darzustellen und zu verifizieren.

In den beteiligten Genossenschaften wird ein Rahmen für die Rückverfolgbarkeit von Wildkaffee eingerichtet. Positive Synergien können für den Aufbau einer Honigproduktion genutzt werden, das Kaffeemarketing ergänzen und die Einkommensmöglichkeiten diversifizieren. Mindestens 40 Haushalte nehmen an den Imkerkursen teil und werden eigene Imkereianlagen aufbauen. Für diese Aktivitäten ist vorgesehen, dass mindestens 50% Frauen berücksichtigt werden. 

In den fünf Gebieten wohnen rund 450'000 Einwohnerinnen und Einwohner in oder in der Nähe von natürlichen Wäldern und leben von deren Lebensunterhalt.
Alle Waldnutzer und -Nutzerinnen in der Region können von einem verbesserten Waldmanagementsystem und höheren Einkommen durch verbessertes Kaffeemarketing profitieren. Lokale Behörden lernen ebenfalls dazu bei den Schulungen in der Forstverwaltung.

 

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