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Äthiopien

Lebensgrundlage verbessern

Die Caritas bekämpft die Armut, indem sie Bäuerinnen und Bauern besseren Marktzugang verschafft. Familien aus elf Gemeinden werden in Finanzmanagement geschult, damit sie ihre Produkte besser absetzen können. Zwei Gemeinden erhalten durch den Bau von Brunnen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

 

Land/Region/Ort
Äthiopien, Region Bale und Gujji


Zielgruppe
4'998 Personen, unter anderem Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Kleinbäuerinnen und -bauern, Gemeindemitglieder und Patienten zweier Gesundheitszentren


Mittelbedarf
593 068 Franken


Projektdauer
16.04.2016 bis 30.11.2017


Projektnummer
P160012


Projektziel
Durch Aus- und Weiterbildungen von Bauern und Bäuerinnen in bewässertem Gartenbau, einer erweiterten Bewässerungsanlage und dem Bau von Gartenanlagen in Schulen nach dem Konzept der Blue Schools erhöhen Agropastoralisten und Schulgemeinden ihre landwirtschaftliche Produktion, haben verbesserten Marktzugang und verbessern somit ihre Lebensgrundlagen.


Projektverantwortliche
Noemi Grossen, Tel: +41 41 419 23 27, ngrossento make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika/Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Es wird geschätzt, dass Äthiopien eine Bevölkerung von über 98 Millionen hat, von denen etwa 84 Pozent in ländlichen Gebieten und hauptsächlich von der Landwirtschaft leben. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung lebt in bitterer Armut und ist nicht in der Lage, für ihre Grundbedürfnisse aufzukommen. Äthiopien, wie andere Länder am Horn von Afrika, unterliegt sehr variablen und unberechenbaren klimatischen Bedingungen und Dürren stellen ein wiederkehrendes Problem dar.

Das Projektgebiet in den Zonen Bale und Guji in der Region Oromia im Süden Äthiopiens liegt im Trockengürtel Äthiopiens, wo der Zugang zu Wasser sowohl für den menschlichen Gebrauch als auch für landwirtschaftliche Zwecke eine der grössten Herausforderungen darstellt. Gemäss dem äthiopischen Wasser-, Mineral- und Energieministerium haben beispielsweise nur 52 Prozent der Bevölkerung in der Guji-Zone Zugang zu Trinkwasser, was sogar noch 14 Prozent unter dem nationalen Durchschnitt liegt.

Die Landwirtschaft ist Äthiopiens wichtigster Wirtschaftssektor und von entscheidender Bedeutung für die Ernährungssicherheit, da sie die Lebensgrundlage von fast 85 Prozent der Bevölkerung Äthiopiens bildet. Dabei sind die Kleinbauern und ihre Familien fast ausschliesslich von mit Regen bewässerter Landwirtschaft abhängig und können ihren Nahrungsmittelbedarf kaum decken. Die Verbesserung ihrer Lebensgrundlage beginnt mit einer Erhöhung ihrer Produktivität. Allerdings wird sich eine erhöhte Produktivität nur positiv auf den Lebensunterhalt auswirken, wenn gleichzeitig der Zugang zu den Märkten verbessert wird.

Das vorliegende Projekt wird in Zusammenarbeit mit der lokalen Nichtregierungsorganisation (NGO) Action for Development und der internationalen NGO Cooperazione Internazionale (COOPI) umgesetzt. Seit 2013 führt Caritas Schweiz mit den beiden Organisationen Projekte in Bale und Guji durch.

 

Was tun wir?

Das vorliegende Projekt trägt zur Verbesserung der Lebensgrundlagen der Bevölkerung in elf Kebeles (kleinste administrative Einheit in Äthiopien; entspricht ungefähr der Schweizer Gemeinde) in den Woredas (Distrikten) Wadera, Meda Welabu und Gorodola bei. Caritas Schweiz baut die Intervention, basierend auf einem integrativen Ansatz, auf, wobei der Zugang zu Trinkwasser, sanitären Anlagen und gestärktes Hygienebewusstsein eng mit verbesserter landwirtschaftlicher Produktion sowie breiterem Umweltbewusstsein und Naturschutzpraktiken verknüpft werden.

Vor den ersten Projektinterventionen wird, basierend auf dem M4P-Ansatz (Making markets work for the poor), einem systematischen und international anerkannten Ansatz für die Bekämpfung der Armut durch Verbesserung der Marktsysteme zugunsten der Armen, eine detaillierte Marktanalyse durchgeführt. Der partizipative Einbezug der beteiligten Bevölkerung sowie weiterer Akteure wie Regierung und Privatsektor spielt eine sehr wichtige Rolle. Denn das Ziel der Analyse ist es, den Markt mit seinen Chancen wie auch Herausforderungen gesamthaft besser zu verstehen und die im Rahmen des Projektes geplanten Aktivitäten genau auf die spezifischen Bedürfnisse der Bevölkerung und der Marktakteure anzupassen.

Der Projektfokus liegt dabei auf Kleinbauernfamilien, die in drei Kooperativen in Keraro, Kela und Misa Godo Kebeles organisiert sind und dank den von Caritas gebauten Anlagen Bewässerungslandwirtschaft betreiben können, und auf Schulgemeinschaften. Im Rahmen der Projektaktivitäten sollen 133 Kleinbauernfamilien unter anderem in Finanzmanagement und Marketing geschult werden, um Produkte besser auf den lokalen Märkten absetzen und zusätzliches Einkommen generieren zu können. Zudem werden fünf Schulgemeinschaften in Gobile, Heba Hida, Dibe Hole, Kerjil und Geda mit insgesamt 2‘453 Schülerinnen und Schülern in der Einführung und Umsetzung des sogenannten Blue-School-Konzepts, welches unter anderem die Anlegung eines Schulgartens beinhaltet, und später in der Vermarktung ihrer Erzeugnissen aus den Schulgärten unterstützt.

Die Bestrebungen, den Marktzugang für Kleinbauernfamilien zu verbessern, werden ergänzt durch die Verbesserung des Zugangs zu Trinkwasser, der in zwei der drei Gemeinden, wo bewässerter Ackerbau betrieben wird, noch nicht gegeben ist. Dafür werden zwei Brunnen gebaut und zwei Unterhaltskomitees ausgebildet, welche die hygienische und nachhaltige Nutzung des Brunnenwassers sicherstellen werden. Insgesamt werden dadurch 864 Gemeindemitglieder Zugang zu Trinkwasser erhalten. Des weiteren werden fünf Schulen und zwei Gesundheitszentren mit Wasserfiltern ausgestattet und Lehrpersonen sowie Mitarbeitende der Zentren erhalten Schulungen im Gebrauch und Unterhalt der Filter. In den Schulen werden dadurch 2‘400 Kinder sowie 59 Patienten, Patientinnen und einige Angestellte der Gesundheitszentren Zugang zu Trinkwasser erhalten. Überlebenswichtig ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser auch für die durchschnittlich 50 Patienten pro Tag in den beiden Gesundheitszentren. Der Bau der beiden Brunnen wird mit Sensibilisierungsaktivitäten im Bereich Gesundheitserziehung und Hygiene ergänzt. So werden zum Beispiel die knapp 200 Haushalte in den beiden Gemeinden dahingehend sensibilisiert, dass sie sich aus lokal erhältlichem Material eine Latrine bauen. Auch die Schüler an den fünf Schulen, wo Schulgärten angelegt werden, lernen gute Hygienepraktiken. Dabei steht die holistische und nachhaltige Nutzung des Wassers im Zentrum, nicht nur als Wasser zum Trinken, für den Gartenbau sondern auch für die Hygiene.

Insgesamt werden mit diesem Projekt ohne Doppelzählung ungefähr 4’998 Begünstigte erreicht.

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