Südsudan: Projekt P220018

Ernährungssicherheit und wirtschaftliche Eigenständigkeit für Rückkehrende

 
 

Kontext und Problemstellung

Lang anhaltende Konflikte, eine schwierige wirtschaftliche Lage und wiederkehrende Umweltkatastrophen im Südsudan haben zu grossen Migrationsbewegungen geführt. Derzeit leben über 2,3 Millionen südsudanesische Geflüchtete in Nachbarländern (UNHCR 2021), und es gibt gemäss Schätzungen des IDMC von 2020 mehr als 1,5 Millionen intern Vertriebene (IDPs). Seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens im Südsudan im Jahr 2018 ist eine stetige Rückkehr von südsudanesischen Geflüchteten aus den Camps in den Nachbarländern zu beobachten.

In Uganda und Kenia allein leben aktuell noch mehr als 1 Million Geflüchtete aus dem Südsudan in Camps. Viele von ihnen kehren nun aufgrund der gemeinsamen Grenzen mit Uganda und Kenia in die südsudanesische Region Eastern Equatoria zurück. Meist kehren die Geflüchteten und IDPs aber in Gemeinschaften zurück, die kaum Zugang zu einer Grundversorgung haben und mit den knappen vorhandenen Ressourcen ihre Existenzgrundlage nicht nachhaltig sichern können. In vielen Fällen ist die Ernährungssituation in den Gastgemeinschaften im Südsudan laut der Plattform für die Klassifizierung der Ernährungssicherheitsphasen (IPC) als kritisch (Phase 3) und oftmals gar als Notfall (Phase 4) einzustufen. Eine erfolgreiche Integration der Geflüchteten und IDPs in die Gastgemeinschaften bedingt, dass für diese Gemeinschaften Zukunftsperspektiven geschaffen werden, was unter anderem Ernährungssicherheit und Verdienstmöglichkeiten beinhaltet.

 

Unsere Ziele

Das übergeordnete Ziel des Projekts besteht darin, die Ernährungssicherheit und die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Gemeinschaften in Torit und Ikwoto County zu stärken, die von den Migrationsbewegungen (IDPs und Rückkehrende) betroffen sind. Erreicht werden soll dies über einen verbesserten Zugang zu Getreide- und Gemüsesaatgut für Kleinbauernfamilien, Schulungen im Bereich Landwirtschaft, die Gründung und Unterstützung von Bauerngenossenschaften, die Aufwertung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen sowie durch den Aufbau von nicht landwirtschaftsbezogenen Unternehmen und Dienstleistungen.

 

Unsere Wirkung

Das Projekt zielt einerseits darauf ab, die landwirtschaftliche Produktion von Kleinbauernfamilien zu verbessern. Mit der Organisation von gemeinschaftsbasierten Saatgut-Märkten erhalten Kleinbauern Zugang zu hochwertigem Getreide- und Gemüsesaatgut. Darüber hinaus werden den Bäuerinnen und Bauern Schulungen angeboten, um die bewährtesten Anbaumethoden zu fördern und Ernteverluste aufgrund eines unsachgemässen Nacherntemanagements zu minimieren.

Andererseits fördert das Projekt nachhaltige Wertschöpfungsketten und befähigt vulnerable Gruppen dazu, Wertschöpfung zu generieren und ein Einkommen zu erzielen. Durch die Förderung von Genossenschaften für Getreide- und Gemüsebauern können die Kleinbauernfamilien ihre Kräfte bei der landwirtschaftlichen Produktion bündeln, und sie lernen, wie sie den Wert ihrer Erzeugnisse steigern können. Ausserdem werden Jugendlichen aus gefährdeten Haushalten die erforderlichen Kompetenzen vermittelt, damit sie sich auch noch andere Verdienstmöglichkeiten eröffnen können. Sie werden mit kleinen Darlehen unterstützt, um ihre eigenen lokalen Unternehmen gründen zu können.

 

Themen und Ansätze

Um einen nachhaltigen und langfristigen Entwicklungseffekt sicherzustellen, werden mit dem aktuellen Projekt bestehende lokale Strukturen unterstützt und die Gründung von gemeinschaftlich geführten Genossenschaften für Getreide- und Gemüsebauern gefördert. Darüber hinaus richtet sich das Projekt angesichts der extrem niedrigen Zahl offiziell beschäftigter junger Menschen im Südsudan insbesondere auch an Jugendliche. Über Schulungen im Bereich Unternehmensentwicklung und die Vergabe kleiner Darlehen als Starthilfe zur Unternehmensneugründung fördert es die Schaffung von Verdienstmöglichkeiten für junge Menschen ausserhalb des Landwirtschaftssektors.

Basierend auf einem Ansatz für menschliche Entwicklung (Humanitarian Development (HD) Nexus) werden im Rahmen des Projekts kurzfristige humanitäre Hilfe und längerfristige Entwicklungshilfe für gefährdete Gemeinschaften miteinander verbunden. Weiter wird bei der Umsetzung ein konflikt- und geschlechtssensitiver Ansatz verfolgt.

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und in Abstimmung mit den Bedürfnissen und Entwicklungsprioritäten der Gemeinschaften durchgeführt.

 

Projekt P220018

Thema
Einkommen, Migration


Projektdauer
01.12.2021 - 31.01.2023


Budget
598'618 Schweizer Franken


Projektgebiete
Torit und Ikwoto County, Bundesstaat Eastern Equatoria


Zielgruppen
530 gefährdete kleinbäuerliche Haushalte (3’180 direkt Begünstigte): 50 % Gastgemeinschaften, 30 % zurückgekehrte Familien, 20 % intern vertriebene (IDP) Familien


Finanziert durch
DEZA, GIZ

 

Ihre Spende

 

Dieses Projekt wird unterstützt von:

 
Ersatzinhalt-Startseite-Standard-DE
 
 

Caritas Schweiz
Adligenswilerstrasse 15
Postfach
CH-6002 Luzern

 

IBAN CH69 0900 0000 6000 7000 4
Spenden können bei den Steuern in Abzug gebracht werden.

 

Spenden­beratung

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne persönlich. 

MEHR