Haiti: Projekt P220033

Kleinbauernfamilien im Süden Haitis verbessern ihr Einkommen

 
 

Kontext und Problemstellung

Haiti befindet sich in einer tiefen politischen, wirtschaftlichen und humantiären Krise. Im Jahr 2021 hat sich diese weiter verschärft, unter anderem durch die Ermordung von Präsident Moïse, das Erdbeben vom 14. August 2021 und den Tropensturm Grace. Der Süden wurde davon besonders getroffen.

Die Landwirtschaft ist für die haitianische Wirtschaft von immenser Bedeutung, obwohl sie nur 40% des nationalen Verbrauchs deckt und damit fast die Hälfte der Bevölkerung von Ernährungsunsicherheit bedroht ist. Trotz dieser enormen Bedeutung findet die Landwirtschaft unter umweltschädlichen Bedingungen statt, ohne ausreichende Forschung, Infrastruktur oder Unterstützung. Kleinere Betriebe haben kaum Zugang zu Produktionsmitteln, Finanzkapital und Know-how im Bereich der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen. Diese Situation, die vor allem durch Probleme wie fehlende Versorgungswege, unzureichende Bewirtschaftung der Wasserressourcen, rasche Umweltzerstörung, Entkapitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen und unzureichende technische Unterstützung gekennzeichnet ist, führt dazu, dass die Landwirtschaft ihre wirtschaftlichen und sozialen Funktionen immer weniger erfüllt. Hinzu kommen die Auswirkungen des Klimawandels, der zu Dürren, Erosion und Überschwemmungen führt.

 

Unsere Ziele

Das übergeordnete Ziel des Projekts ist, dass die Bäuerinnen und Bauern und andere Akteure im Agrarsektor im Projektgebiet im Departement Süd ihr Einkommen verbessern können, um ihre Lebensgrundlage zu sichern. So zielt das Projekt darauf ab, die landwirtschaftliche Produktivität und die kommerzielle Beteiligung in den Wertschöpfungsketten und Märkten für landwirtschaftliche Produkte zu stärken, um Einkommen zu generieren und die Verfügbarkeit von nahrhaften Nahrungsmitteln für die Bewohnerinnen und Bewohner des Gebiets zu erhöhen.

 

Unsere Wirkung

Um diese Ziele zu erreichen, werden verschiedene Massnahmen kombiniert: Analyse der Märkte und der tragfähigen Wertschöpfungsketten, Bereitstellung klima-angepasster Produktionsmittel (Saatgut, verbesserte oder leistungsfähigere Rassen, Gesundheitsvorrichtungen zur Impfung des Viehbestands usw.) für Bauernfamilien, Stärkung der lokalen Saatgutsysteme der verschiedenen landwirtschaftlichen Gruppierungen, technische und finanzielle Unterstützung für den Sektor der landwirtschaftlichen Kleinst- oder Kleinunternehmen und Förderung des landwirtschaftlichen Unternehmertums. Alle Massnahmen haben zum Ziel, die natürlichen Ressourcen zu erhalten und zu schützen, und nachhaltige Umweltpraktiken zu fördern.

So können die Teilnehmenden des Projekts ihre Produktion durch neues Saatgut und die Zucht von Ziegen und Kaninchen diversifizieren, was nicht nur ihre Ernährungssicherheit und Resilienz, sondern auch ihr Einkommen verbessern wird. Kleinst- und Kleinbetriebe in der Landwirtschaft werden dabei unterstützt, durch Wertschöpfung höhere Gewinne zu erzielen. Die lokale Bevölkerung kann mit diesen Unternehmen zusammenarbeiten und hat so neue Absatzmöglichkeiten für ihre Produkte.

 

Themen und Ansätze

Das Projekt zielt darauf ab, das Einkommen der begünstigten Familien zu verbessern. Es berücksichtigt aber auch stark den Klimaschutz, da die Landwirtschaft auf ökologische Weise umgestaltet werden muss, um eine nachhaltige Verbesserung zu erreichen. Durch agrarökologische Techniken kann die landwirtschaftliche Produktion gesteigert werden, ohne den Boden und andere Ressourcen zu erschöpfen. Die im Ansatz «Make Markets work for the Poor» angewandten Methoden ermöglichen es, die Marktsysteme in der Projektregion ganzheitlich zu analysieren und dort anzusetzen, wo eine Veränderung den vulnerablen Menschen zugute kommt. Das Projekt unterstützt zudem vom Erdbeben im August 2021 betroffene Menschen. Damit verbindet es Entwicklung mit humanitärer Hilfe (Nexus-Ansatz). Caritas Schweiz arbeitet mit einer gut etablierten lokalen Partnerorganisation zusammen, um möglichst nahe an den Begünstigten zu sein.

 

Projekt P220033

Thema
Einkommen, Klima


Projektdauer
01.04.2022 – 31.03.2025


Budget
1'515'907 Schweizer Franken


Projektgebiete
Département Süd, Gemeinde Cavaillon


Zielgruppen

  • Vulnerable Bauernfamilien, insbesondere diejenigen, die vom Erdbeben im August 2021 betroffen waren
  • Mitglieder der MUSO (Gegenseitigkeitsgesellschaften für finanzielle Dienstleistungen) und der GPAS (Kooperativen zur Saatgutproduktion)
  • Mitarbeitende von KMU

Finanziert durch
DEZA

 

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