Bosnien und Herzegowina: Projekt P220057

Lokale Wirtschaftsentwicklung in Bosnien und Herzegowina

 
 

Kontext und Problemstellung

Bosnien und Herzegowina hat nach derzeitigen Angaben der OECD das ungünstigste Geschäftsumfeld und die schwächste Produktivität von klein- und Mittelständischen Unternehmen in Südosteuropa. Der Privatsektor ist aufgrund uneinheitlicher, kaum harmonisierter und fragmentierter Rechtsvorschriften etwa für Unternehmensgründungen und einer ineffizienten und schwerfälligen Bürokratie mit größten Herausforderungen konfrontiert, wie z.B. uneinheitliche Registrierungsbedingungen für Unternehmungen oder übermäßige Komplexität von Steuervorschriften. Anreize und öffentliche Politik zielen eher auf den öffentlichen als den Privatsektor. Wirtschaftspolitischer Fokus auf Konsumförderung anstatt Investitionen in lokale Wertschöpfung resultieren in erheblichen Handelsbilanzdefiziten und fördern die Verschuldung des Landes. Kommunale Dienstleistungen sind kaum digitalisiert. Das komplexe politische System setzt Rahmenbedingungen, die nicht nur für den Privatsektor und insbesondere KMU, sondern auch für die Bürger ungünstig sind und eher Hemmnisse für die Entfaltung von Innovation, Unternehmergeist und Wirtschaftsentwicklung darstellen. Unzufriedenheit mit Lebensbedingungen und -perspektiven sowie begrenzter Zugang zu angemessenen Arbeitsplätzen sind Hauptgründe für zunehmende Abwanderungsbewegungen insbesondere aus ländlichen und abgelegenen Gebieten wie etwa aus Ostbosnien.

 

Unsere Ziele

Übergeordnetes Projektziel ist Förderung der Wirtschaftsentwicklung auf lokaler und regionaler Basis. Lokale und regionale Akteure entwickeln gemeinsam eine strategische Vision für die wirtschaftliche Entwicklung in Zielgemeinden und Städten, und setzen diese mit Fokus auf Innovationsförderung und Einkommensverbesserung von Frauen und Männern um. Damit soll eine stärker institutionalisierte und partizipative Planung der wirtschaftlichen Entwicklung erreicht werden, aufbauend auf den spezifischen komparativen Vorteilen der Zielorte. Durch die Förderung von investitionsfreundlicheren Bedingungen seitens der mitarbeitenden Gemeinden und Städten, wird der lokale Privatsektor entscheidend zum Wohlstand der Zielgebiete beitragen. Insgesamt soll dieser Ansatz zu einer nachhaltigeren und integrativeren wirtschaftlichen Entwicklung mit menschenwürdigeren und integrativen Arbeitsplätzen und höheren Einkommen für Männer und Frauen führen. 

 

Unsere Wirkung

Mittels systemischen Wandels soll die wirtschaftliche Situation in den Zielgemeinden und -städten mittel- bis langfristig ohne weitere Geberhilfe nachhaltig verbessert werden. Die Rollen des lokalen Privatsektors, lokaler Behörden und anderer Marktteilnehmer sowie die formellen und informellen Regeln, die den Markt bestimmen, werden untersucht und bei Bedarf nachhaltig verändert. Das Projekt wird mittels bestehender lokaler Strukturen umgesetzt: dabei wird die Nachhaltigkeit in erster Linie durch deren Stärkung erzielt – anstatt direkter Hilfen im klassischen Sinne. Die lokalen Institutionen und Strukturen werden dadurch befähigt, die Wirtschaftsentwicklung ihrer Region unter Berücksichtigung aller Faktoren und Marktteilnehmer nachhaltig zu verbessern.

 

Themen und Ansätze

Durch die Festlegung territorialer Grenzen sind die Verantwortlichkeiten, insbesondere auf Seiten der Behörden, bestimmbar, was den Dialog und das Engagement mit Privatsektor und Zivilgesellschaft einfacher, effizienter und dynamischer macht. Im Vergleich zu höheren staatlichen Verwaltungsebenen haben Gemeinden aufgrund ihrer Nähe zu Bürgern und Unternehmen naturgemäß ein größeres Verantwortungsbewusstsein. Ebenso fühlen sich die Unternehmen eher der sozialen Inklusion der Bürger vor Ort verpflichtet als externen Arbeitssuchenden.

Ansätze guter lokaler Regierungsführung und der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit werden kombiniert zur Schaffung besserer geschäftlicher Rahmenbedingungen für den Privatsektor. Dies soll den Wettbewerbsvorteil der Zielgemeinden und -städte maximieren.

 

Projekt P220057

Thema
Einkommen und Migration


Projektdauer
01.07.2022 – 31.07.2027


Budget
5 805 938 Schweizer Franken


Projektgebiete
Landesweit


Zielgruppen
Städtische und ländliche Bevölkerung, Gemeindeverwaltungen


Finanziert durch
DEZA

 

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