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Vietnam

Recht auf Bildung für behinderte Kinder

In den Provinzen Ha Giang, Hanoi und Quan Binh verbessert Caritas das Bewusstsein für die Bedürfnisse behinderter Kinder und kann durch Aufklärung, Früherkennung und Förderung deren Lebensqualität erhöhen. Ziel ist, alle behinderten Kinder zwischen 3 und 14 Jahren einzuschulen.

 

Land/Region/Ort:
Ausgewählte Distrikte und Kommunen in den Provinzen Ha Giang, Hanoi und Quan Binh


Zielgruppe:
1000 Kinder mit Behinderungen und ihre Eltern, 200 Lehrpersonen von 20 ausgewählten Kindergärten und Primarschulen. Private Behindertenorganiationen sowie das Erziehungs-, Sozial- und Gesundheitsministerium


Mittelbedarf:
840 000 Franken


Projektdauer:
1.05.2014 bis 31.12.2017


Projektnummer:
P140095


Projektziel:
Stärkung der Informationsarbeit und Interessenvertretung von lokalen NGOs und ihrer Zusammenarbeit mit der Regierung, um behinderten Kindern ihr Recht auf Bildung in den öffentlichen Schulen effektiv zu sichern. Dokumentation von erfolgreichen Zusammenarbeitsmodellen und Entwicklung eines nationalen Policy Dialoges zu den Kinderrechten.


Projektverantwortlicher:
Ethel Grabher, Tel: +41 41 419 23 52; egrabherto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Asien/Europa

 
 

Worum geht es?

Vietnam hat sich seit der langsamen politischen Öffnung ab 1986 wirtschaftlich rasch entwickelt. Mit der aktuellen Weltwirtschaftskrise ist die wirtschaftliche Dynamik jedoch ins Stocken geraten. Grössere Bevölkerungsteile (ethnische Minderheiten, die Bevölkerung auf dem Lande, Behinderte) sind jedoch weiterhin von Armut betroffen und erhalten noch zu wenig Unterstützung durch die Regierung. Besonders schwierig ist in Vietnam die Lebenssituation von behinderten Kindern. Oft wissen die Eltern wenig über die Behinderungen ihrer Kinder und öffentliche Unterstützungsmöglichkeiten. Kinder mit Behinderungen werden von ihren Eltern versteckt und von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Der Anteil der behinderten Kinder, die zur Schule gehen können, schwankt je nach Art der Behinderung zwischen 20 und 40 %. Zudem können weniger als 50 % aller Kinder mit Behinderungen, die eingeschult wurden, die Primarschule auch abschliessen.

Seit 2003 unterstützt Caritas Schweiz in der Provinz Ha Giang - einer besonders armen Provinz mit einem grossen Anteil ethnischer Minderheiten - die Ausbildung von Lehrer/innen zur besseren Integration hörbehinderter Kinder in den regulären Schulunterricht. Durch die Förderung der Zusammenarbeit von Schulbehörden und Gesundheitseinrichtungen zur Früherkennung von Behinderungen sowie durch Informationsarbeit und Elternbildungsarbeit, konnte Caritas Schweiz zu einer erfolgreichen Integration von behinderten Kindern in den Primarschulen beitragen. Aufgrund des Projekterfolges konnte diese Arbeit mit einem zweiten Projekt anfangs 2014 auf die Provinz Quan Binh ausgeweitet werden. Hier hilft Caritas der lokalen NGO «Association for the Empowerment of People with Disabilities», die Integrationschancen und die erfolgreiche Einschulung behinderter Kinder nachhaltig zu fördern, insbesondere durch eine systematische Aufklärungsarbeit und Interessenvertretung auf der Distrikt- und Provinzebene. Ebenfalls führte Caritas 2013 eine Studie zur Rolle der Zivilgesellschaft im Bereich der Kinderrechte und der «Inklusiven Erziehung» durch. Diese betont, dass die Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle in diesem Bereich wahrnimmt, jedoch von der staatlichen Seite zu wenig einbezogen wird. 

 

Was tun wir?

Mit dem vorliegenden Projekt will Caritas ihr Engagement im Bereich der Integration von behinderten Kindern weiter ausbauen und dabei die Zusammenarbeit von Schulbehörden, Gesundheitseinrichtungen und Eltern- und Behindertenorganisationen weiter fördern. In den Provinzen Ha Giang und Hanoi arbeitet Caritas dabei neu mit den lokalen Behindertenorganisationen zusammen, um die Projektarbeit auf weitere Distrikte und Schulen auszudehnen und die Aufklärungsarbeit und die Interessenvertretung für Behinderte zu verstärken. Zudem arbeitet Caritas auf der nationalen Ebene neu mit dem Institut für Sonderpädagogik zusammen. Dieses wird die Lehrerfortbildung unterstützen, und die modellhafte Projekterfahrung in den Provinzen dokumentieren und auf der nationalen Ebene bekannt machen. Ebenfalls ist es bereit, zusammen mit Caritas und den Behinderten-Organisationen den Dialog zur inklusiven Erziehung und den Kinderrechten mit dem nationalen Erziehungsministerium und der Regierung auf nationaler Ebene zu fördern. Damit soll zur Umsetzung der nationalen Strategie der „Inklusiven Erziehung“ beigetragen werden, und gleichzeitig sollen das Engagement und die Rolle der Zivilgesellschaft bessere Anerkennung durch den Staat erhalten.

Durch Weiterbildung und finanzielle Unterstützung stärkt Caritas die lokalen Behindertenorganisationen dabei, systematische Aufklärungsarbeit zu leisten und die Zusammenarbeit mit den Eltern, Elternvereinigungen und den Schulen auszubauen und die Interessen der Behinderten gegenüber den lokalen Behörden besser zu vertreten. Das Projekt verbessert das Bewusstsein über Kinder mit Behinderungen und die Möglichkeiten zur Intervention von Eltern, Behörden, Schulleitungen, Lehrpersonen und Gesundheitsinstitutionen. Die lokalen Partner von Caritas stellen für alle Kinder zwischen einem und sechs Jahren in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden die Früherkennung von Behinderungen sowie eine frühzeitige Förderung und Unterstützung dieser Kinder sicher. Hierzu wird das Gesundheitspersonal spezifisch ausgebildet. Für Kinder mit Hörbehinderungen leistet das Projekt auch finanzielle Beiträge für Hörgeräte und Geräte zur Früherkennung.

Das wichtigste Projekt-Ziel ist es, dass alle Kinder im Alter von drei bis vierzehn Jahren im Projektgebiet eingeschult werden. Caritas konnte für das Projekt eine modellhafte Zusammenarbeit von Schul- und Gesundheitsbehörden und in der Behindertenarbeit erfahrenen NGOs vereinbaren und ein koordiniertes Planen und Monitoring sichern. Gestützt auf die nationale Strategie zur inklusiven Erziehung unterstützt Caritas die Entwicklung und Umsetzung von zwischen Erziehungs- und Gesundheitsbehörden koordinierten jährlichen Aktionsplänen. Eine besondere Bedeutung bei der Umsetzung hat dabei eine Fachgruppe von Gesundheits- und Lehrpersonal, die von Caritas ausgebildet wird und auf Provinz- und Distrikt-Ebene besonders zur Integration behinderter Kinder und zum Erfolg des Projektes beiträgt.

In Zusammenarbeit mit dem nationalen Institut für Sonderpädagogik unterstützt Caritas auch die Evaluation und Dokumentation der Erfahrungen dieses innovativen Projekt-Ansatzes und deren Bekanntmachung auf der nationalen Ebene. Gestützt darauf entwickeln das Institut, die NGO-Partner und Caritas gemeinsam ein regelmässiges Dialog-Forum mit der vietnamesischen Regierung, um eine effektivere Umsetzung der Kinderrechte und der inklusiven Erziehung zu fördern. Damit will Caritas auch zur Anerkennung der besonderen Rolle und Leistung der NGO Partner als legitime Vertreter der Zivilgesellschaft beitragen.

 

Audio: Schweizer Caritas unterstützt Kinder mit Behinderungen in Ha Giang

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