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Uganda

Eine Zukunft für junge Mütter und ihre Kinder

In Uganda sind Frauen und Mädchen oft Opfer von sexueller Gewalt und Ausbeutung. Insbesondere junge Mädchen werden zur Prostitution, Kinderarbeit und Verheiratung gezwungen und werden früh, noch nicht mal volljährig, Mutter.

Der Christian Counselling Fellowship (CCF) ermöglicht den jungen Müttern Zugang zur Schul- und Berufsbildung, die Kinder werden in einer Krippe betreut. Damit verbessern sich die Zukunftschancen für Mutter und Kind. Sensibilisierungs- und Aufklärungsmaßnahmen bei den Eltern der Mädchen und in der Bevölkerung sollen vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch schützen.

 

Land/Region/Ort
Nwoya Distrikt, Acholi Region


Zielgruppe
530-620 benachteiligte Mädchen, Teenie-Mütter und ihre Kinder


Mittelbedarf
Rund 347 000 Franken pro Jahr


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Projektnummer
P150020


Projektziel
Das Projekt eröffnet jungen Müttern Zugang zu Schul- und Berufsbildung und leistet damit einen Beitrag für deren wirtschaftliche und soziale Integration sowie die Zukunft ihrer Kinder


Projektverantwortliche
Kathrin Wyss, Tel.: +41 41 419 22 39, kwyssto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika/Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Die Folgen des jüngsten, fast 20 Jahre andauernden Bürgerkriegs zwischen der Regierung und der Lord Resistance Army zeichnen nach wie vor die Gesellschaft sowie die soziale und wirtschaftliche Infrastruktur Nord Uganda’s. Der weitaus größte Teil der nordugandischen Bevölkerung wurde von der Regierung gezwungen, die Kriegsjahre in Lagern für intern Vertriebene, sogenannten IDP Camps, zu verbringen. Neben massiver Gewalt und großen Entbehrungen ging diese Erfahrung einher mit dem Verlust traditioneller Werte und der Zersetzung der herkömmlichen Gemeinschafts- und Familienstruk-turen.

Infolge dieser Geschehnisse und verstärkt durch die patriarchalische Ordnung der Gesellschaft werden heute viele Frauen und Mädchen Opfer von sexueller Gewalt und Ausbeutung. Dies betrifft in besonderem Masse den Distrikt Nwoya, in der Acholi Region. Nwoya liegt an einer der Haupttransitachsen in den Kongo und Südsudan, birgt Erdölvorkommen, ist reich an fruchtbaren Böden, und grenzt unmittelbar an den Murchison Falls National Park. Diese vermeintlich strategischen Vorteile resultieren allerdings in weitverbreiteter Prostitution, Kinderarbeit, Zwangsverheiratung von Minderjährigen, und häufiger Mutterschaft bei Mädchen ab 13 Jahren.

Für Mädchen ist die Situation in der Tat besonders schwierig. Gemäß der patriarchalischen Gesell-schaftstruktur „gehören“ eine Frau und ihre Kinder dem Klan des Mannes, sobald sie verheiratet ist und ein entsprechender Brautpreis bezahlt wurde. Die meisten Eltern erachten die Schulbildung ihrer Töchter deshalb als Verschwendung und verheiraten sie vorzeitig. Viele jener Mädchen die trotzdem zur Schule gehen werden schwanger - sei es, dass sie sich prostituieren, sexuell missbraucht werden, oder im Rahmen ihrer Ehe. Eine Schwangerschaft beziehungsweise Geburt gilt in Uganda in der Regel als ausreichender Grund für einen unbedingten Schulverweis. Wenn der Vater des Kindes nicht bekannt ist, laufen die Mädchen außerdem Gefahr, von ihrer Familie verstoßen zu werden. Also fallen sowohl die Mädchen als auch ihre Kinder durch die Maschen des Gemeinschaftssystems, sind stigmatisiert, und haben kaum eine Zukunftsperspektive.

Der Christian Counselling Fellowship (CCF) ist eine ugandische Organisation, die sich seit mehreren Jahren für die Ausbildung und soziale/wirtschaftliche (Re)integration minderjähriger/jugendlicher Mütter und deren Kinder einsetzt. Da Uganda nach wie vor stark kollektivistisch geprägt ist, und das vorliegende Problem langfristig nicht mittels eines isolierten Fokus auf die betroffenen Mädchen gelöst werden kann, verfolgt CCF einen äußerst holistischen Ansatz, der die Gemeinschaft unmittelbar in die Planung und Umsetzung seines Engagements mit einbezieht. Damit gelingt es CCF sowohl einen Beitrag zur Prävention von als auch eine Intervention gegen die Marginalisierung und sexuelle Ausbeutung von Mädchen einschließlich deren Konsequenzen zu leisten.

 

Was tun wir?

CCF ermöglicht rund 530-620 Mädchen und jungen Müttern in Nord Uganda Zugang zu einer Grund- und Berufsschulausbildung. Da die schwangeren Mädchen und jungen Mütter keinen Zugang zum staatlichen Bildungssystem mehr haben, errichtet CCF eine eigene Sekundarschule, eine berufliche Ausbildungsstätte, sowie eine Kinderkrippe. Die Mädchen, die aus der Schule gefallen sind, haben zunächst die Möglichkeit im Rahmen eines beschleunigten Lehrprogramms den verpassten Schulstoff aufzuholen und einen regulären Abschluss zu erwerben, der ihnen sodann Anschluss an eine weiterführende Ausbildung eröffnet, sei es mit Blick auf das Angebot von CCF oder anderweitig.

Das Angebot von CCF im Anschluss an das beschleunigte Lehrprogramm umfasst neben der Sekun-darschule eine berufliche Ausbildung im Bereich Gastgewerbe und Hotellerie. Ein kleines projekteigenes Hotel wird den Schülerinnen unmittelbaren Zugang zur Praxis eröffnen und gleichzeitig einen Beitrag zur längerfristigen finanziellen Unabhängigkeit des Projekts leisten. Das Projekt ist in Purongo angesiedelt, im Distrikt Nwoya, und liegt somit direkt an der Grenze des Murchison Falls National Parks, eines der grössten Naturschutzgebiete des Landes. Das Gebiet an der Nordgrenze des Parks birgt ein bisher weitgehend unangetastetes Potential im Bereich Tourismus, und damit vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten allgemein für das Projekt und die Mädchen insbesondere.

Bei der Umsetzung dieses Vorhabens arbeitet CCF aufs Engste mit der lokalen Gesellschaft und der Regierung zusammen. Es werden umfassende Sensibilisierungs- und Aufklärungsmaßnahmen durch-geführt, welche den Eltern die Bedeutung der Ausbildung von Mädchen und deren Schutz vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch vermitteln. Des Weiteren werden bestehende offizielle Schulbeaufsichti-gungs- und Beratungsgremien unterstützt, damit diese ihren Aufträgen effizienter und effektiver nachkommen, und folglich helfen, die allgemeine Qualität an den bestehenden Schulen in Nwoya Distrikt zu verbessern, sowie Kindsmissbrauch vorzubeugen. Auch dies erfolgt unter direkter Beteiligung der Eltern. Schließlich werden mehrere eher wirtschaftlich und sozial orientierte Maßnahmen Eltern und Bevölkerung Nwoya’s insgesamt dienen, und damit der Tatsache Rechnung tragen, dass es in einem kollektiven Gesellschaftsgefüge nicht nur marginalisierte Bevölkerungsteile sind, die der Unterstützung bedürfen, sondern eben gerade auch das Kollektiv als Ganzes.

CCF hat bereits ein ähnliches Projekt mit großem Erfolg im Distrikt Pader, ebenfalls im Norden des Landes umgesetzt. Die Kooperation mit Caritas Schweiz ist auf insgesamt 7-9 Jahre angelegt und begann 2014 mit einer Pilotphase, die erfolgreich umgesetzt wurde. 

 

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