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Uganda

Ein Leben nach dem Gefängnis

Das Projekt hat zum Ziel, junge Gefängnisinsassen in Nord-Uganda nach deren Freilassung bei der Reintegration in die Gesellschaft zu unterstützten. Sie erhalten während dreier Jahre das Rüstzeug und Support dafür, eine eigene Geschäftsidee wie einen Coiffeur-Salon oder eine Korbflechterei zu realisieren.

 

Land/Region/Ort
Uganda, Acholi und Lango Regionen


Zielgruppe
1200 jugendliche (ex)-Gefangene


Mittelbedarf
1 247 215 Franken


Projektdauer
01.04.2016 bis 31.03.2019


Projektnummer
P160030


Projektziel
Das Projekt Advancing Youth Entrepreneurship (AYE) ermöglicht jugendlichen (ex)-Gefangenen den Aufbau einer wirtschaftlichen Existenzgrundlage und leistet damit einen Beitrag zur Verbrechens- und Gewaltminderung


Projektverantwortliche
Kathrin Wyss, Tel.:+41 41 419 22 39, kwyssto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika/Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Die Folgen des jüngsten, fast 20 Jahre andauernden Bürgerkriegs zwischen der Regierung und der Lord Resistance Army zeichnen nach wie vor die Gesellschaft sowie die soziale und wirtschaftliche Infrastruktur Nordugandas. Ein Grossteil der nordugandischen Bevölkerung verbrachte die Kriegsjahre in Lagern für Intern Vertriebene, in sogenannten IDP-Camps. Neben Gewalt und grossen Entbehrungen ging diese Erfahrung einher mit der Zerrüttung der Gesellschafts- und Familienstrukturen und dem Verlust von Wissen und kulturellen Werten.

Der grösste Teil der heutigen Jugendlichen in Regionen wie Acholi oder Lango sind in IDP-Camps aufgewachsen. Viele haben, wenn überhaupt, nur eine notdürftige Schulbildung genossen. Von Ackerbau und Viehzucht, den wirtschaftlichen Existenzgrundlagen ihrer Eltern und Grosseltern, haben sie kaum Ahnung, und alternative Arbeitsmöglichkeiten sind rar. Mittels verschiedener Wiederaufbauprogramme versuchen die ugandische Regierung und die internationale Gebergemeinschaft die Verhältnisse in den ehemaligen Kriegsgebieten zu verbessern. Ihre Anstrengungen werden aber gebremst, unter anderem durch Korruption und eine rasant wachsende Bevölkerung.

Für junge Menschen ist die Situation besonders schwierig. Viele unter ihnen sind arbeitslos, nicht wenige traumatisiert durch die Erlebnisse und den Existenzkampf während und nach dem Krieg. Ob ein direkter Zusammenhang zwischen diesen Erfahrungen und der im nationalen Vergleich sehr hohen Suizidrate besteht, bleibe dahingestellt. Tatsache hingegen ist, dass Jugendliche immer öfter als Lösung den Ausweg in die Kriminalität wählen. Die Gefängnisse sind überfüllt, und hier, mehr noch als anderswo, fehlen Voraussetzungen, um jungen Menschen eine Perspektive für die Zukunft zu geben. Hinzu kommt die gesellschaftliche Stigmatisierung, mit der sich die Jugendlichen konfrontiert sehen, sobald sie ihre Gefängnisstrafe abgesessen haben und deshalb Gefahr laufen, rückfällig zu werden. Vor dem Hintergrund einer von Gewalt geprägten Vergangenheit und unsicheren politischen Zukunft bieten diese Verhältnisse den perfekten Nährboden für zukünftige Konflikte.

Die Partnerorganisation von Caritas Schweiz, Advance Afrika, ist eine von jungen Ugandern ins Leben gerufene Initiative, die in enger Zusammenarbeit mit der Gefängnisverwaltung junge Gefängnisinsassen in Norduganda bei der Reintegration nach deren Freilassung unterstützt. Durch Vermittlung von unternehmerischem Wissen und fachmännischer Begleitung beim Aufbau wirtschaftlicher Kleinprojekte erhalten die betroffenen Jugendlichen eine Zukunftsperspektive. Damit leistet Advance Afrika gleichzeitig auch einen Beitrag zur Kriminalitäts- und Gewaltminderung.

 

Was tun wir?

Zweck des Projektes AYE ist die sozio-ökonomische (Re)integration ehemaliger jugendlicher Straftäter in den Acholi- und Lango-Regionen Nordugandas. Dabei gilt es einerseits, 1‘200 weibliche und männliche Sträflinge im Alter zwischen 18 und 35 Jahren über drei Jahre hinweg mit theoretischem und praktischem Wissen in Geschäftsaufbau und -führung auszurüsten, sowohl während als auch nach der Gefangenschaft. Zum anderen werden sie nach ihrer Freilassung bei der Entwicklung und praktischen Umsetzung einer einfachen Geschäftsidee individuell unterstützt und begleitet. Das Umfeld in Uganda im Allgemeinen und in Norduganda im Besonderen bietet für fachlich ungelernte Arbeitskräfte ausreichend Möglichkeiten, sich wirtschaftlich erfolgreich zu etablieren. Der vorgeschlagene Ansatz entspricht zudem der dringenden Notwendigkeit nach unmittelbaren Lösungen angesichts des beschränkten Angebots an Berufsbildungsmöglichkeiten sowie der begrenzten Absorptionskapazität bestehender Unternehmen.

Das benötigte Hintergrundwissen und das Coaching bei der Entwicklung und Realisierung der Geschäftsideen werden durch ausgewählte und spezifisch ausgebildete Wärter/-innen und Sozialarbeiter/-innen vermittelt und geleistet. Ausserdem unterstützen Studierende der Betriebswirtschaft die Gefangenen bei der Ausarbeitung eines Geschäftsplans. Nach ihrer Freilassung erhalten die Jugendlichen einen kleinen Start-up-Kit und werden, neben besagten Wärter/-innen und Sozialarbeiter/-innen, von gestandenen Geschäftsleuten bei der praktischen Umsetzung ihrer Geschäftsideen begleitet. Daneben dient der Aufbau kleiner Unternehmen innerhalb der Gefängnisse, wie beispielsweise eines Coiffeursalons oder einer Korbflechterei, der praktischen Lehre sowie der Erwirtschaftung von zusätzlichem Startup-Kapital für die Begünstigten.

Das soziale (Re)integrationselement des Projekts zielt auf die Sensibilisierung der Gesellschaft für die Hintergründe von Jugendkriminalität und damit auf die Überwindung der bisherigen Stigmatisierung und Ausgrenzung ehemaliger Gefangener.

Dieses Projekt wird mit Finanzierung von der Europäischen Union umgesetzt. Für weitere Informationen siehe: http://www.eeas.europa.eu/delegations/uganda/.

 
 

This document has been produced with the financial assistance of the European Union. The contents of this document are the sole responsibility of Caritas Switzerland and can under no circumstances be regarded as reflecting the position of the European Union.

 

 

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