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Kosovo

Bessere Chancen für Roma-Familien

Das Gemeindezentrum in der Gemeinde Giakova ist von grosser Bedeutung für die lokalen Minderheiten. Es beherbergt zwei Kindergärten und Schulungsräume. Bildung ist wichtig für die Integration der Romabevölkerung. Caritas Schweiz hilft beim Unterhalt und Betrieb des renovierten Zentrums.

 

Land/Region/Ort
Kosovo, Giakova


Zielgruppe
700 Personen der RAE Gemeinschaft Ali Ibra


Mittelbedarf
310 674 Franken


Projektdauer
01.12.2014 bis 30.11.2017


Projektnummer
P140152


Projektziel
Bessere Lebensbedingungen für die Gemeinschaft schaffen durch Sozialberatung, Bildungsangebote, Betreuung sowie medizinische Angebote des Gemeinschaftszentrums Ali Ibra.


Projektverantwortlicher
Berry Kralj, Tel: +41 41 419 24 91, bkraljto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Europa/Asien

 
 

Worum geht es?

Kosovo ist ein kleines Land in Südosteuropa mit einer Fläche von 10’000 Quadratkilometern und rund 1,7 Millionen Einwohnern. 92 Prozent der Bevölkerung sind albanisch, daneben hat es bedeutende Minderheiten von Serben, Bosniaken und Roma. Kosovo ist ein junger Staat, der unter den Folgen der Loslösung von Serbien 1999 noch stark leidet. Offiziell unabhängig ist Kosovo seit Februar 2008. Die politische Stabilität nach innen und nach aussen und die soziale und wirtschaftliche Entwicklung bleiben grosse Herausforderungen. Kosovo gehört denn auch zu den ärmsten Ländern Europas: 18 Prozent der Bevölkerung leben in extremer Armut, 48 Prozent sind ohne geregelte Arbeit. Besonders stark benachteiligt sind Angehörige der ethnischen Minderheiten (RAE: Roma, Askhali, Aegipt).

Kosovo verfügt zwar über eine moderne Verfassung und ein Rechtssystem, welche die Grundrechte schützen und allen Bevölkerungsgruppen faire Entwicklungschancen zusichern. Umgesetzt werden diese Prinzipien jedoch nur mangelhaft – sowohl wegen des fehlenden Bewusstseins und Vertrauens in der Zivilbevölkerung als auch wegen mangelnder finanzieller Ressourcen. Deswegen bleibt die rechtliche, soziale, wirtschaftliche und politische Teilhabe benachteiligter Bevölkerungsgruppen die grösste Herausforderung für Kosovo, wie UNDP in ihrem Human Development Report 2010 betont.

Seit 2004 richtet Caritas Schweiz ihre Entwicklungsprogramme in Kosovo konsequent auf die soziale Integration der besonders benachteiligten Bevölkerungsgruppen aus – Kinder, Jugendliche, Frauen und ethnische Minderheiten. In der Gemeinde Giakova, in der das vorliegende Projekt angesiedelt ist, realisiert Caritas Schweiz ein umfassendes Umsiedlungs- und Integrationsprojekt in der RAE-Siedlung Ali Ibra für 120 Roma Familien bzw. 700 Personen. Für Familien aus den ethnischen Minderheiten Roma, Ashkali und Aegipt, welche nach der Unabhängigkeitserklärung Kosovos aus Mazedonien, Montenegro, Serbien sowie aus westlichen Ländern zurückgekehrt sind, wurden Häuser in der Siedlung Ali Ibra erstellt. Die schulische Integration der Kinder sowie die soziale und berufliche Integration der Familien sind feste Bestandteile des Projekts. Das Herz dieser Siedlung bildet das Gemeinschaftszentrum Ali Ibra, das der Gemeinschaft Beratung, Bildung für die Kinder und Jugendlichen sowie medizinische Hilfe und Angebote bietet.

 

Was tun wir?

Bereits 2009 startete Caritas Schweiz ein Projekt zur Umsiedlung und Integration von insgesamt 120 Roma-Familien in der Gemeinde Giakova. Zum Projekt, das in drei Phasen erfolgt und derzeit in der Abschlussphase ist, gehört die Erstellung von insgesamt 116 Häusern, die Einführung eines Kindergartens sowie die Integration der Kinder aus der Gemeinschaft Ali Ibra in die Bildungsinstitutionen, weiter die berufliche Integration der Gemeinschaft durch Schaffung von Arbeitsplätzen, die Ausbildung von jungen Roma sowie die soziale Integration der Gemeinschaft dank Aktivitäten, Beratung und Information. Die Projektbereiche Bildung, soziale und berufliche Integration haben die Erwartungen übertroffen: Nicht nur werden derzeit im Kindergarten zwei Klassen mit rund 40 Kindern geführt, es werden kontinuierlich auch die älteren Kinder in die öffentlichen Primarschulen integriert: 2012 waren es bereits 180 Kinder (von 200 Kindern im Schulalter). Im Bereich berufliche Integration wurden 44 neue Festanstellungen geschaffen sowie 13 Berufsausbildungen vermittelt, die ein Zusatzeinkommen ermöglichen. Damit konnte die wirtschaftliche Situation vieler Familien und damit der Gemeinschaft als Ganzes substantiell verbessert werden.

Auf Vermittlung von Caritas Schweiz hin hat die Partnerorganisation Caritas Kosovo, welche die Projektaktivitäten im sozialen und wirtschaftlichen Bereich weiterführen wird, mit der Gemeinde Giakova einen Nutzungsvertrag für das Gemeinschaftszentrum unterzeichnet. Damit sind die Weiterführung des Zentrums sowie eine kontinuierliche Begleitung der Gemeinschaft für die kommenden Jahre gesichert. Caritas Kosovo ist für die Führung dieses Zentrums der Wunschpartner der Caritas Schweiz, weil sie seit Jahren ein vergleichbares Zentrum für 1‘200 Roma in der Gemeinde Dubrava führt. Dubrava hat in Kosovo Modellstatus.

Für die Bereiche Bildung sowie soziale und berufliche Integration spielt das Gemeinschaftszentrum in der Siedlung Ali Ibra eine zentrale Rolle. Das Zentrum verfügt über eine Grundfläche von etwa 200 m2 und beherbergt zwei Sitzungszimmer, zwei Kindergärten- und Schulräume, eine Küche, zwei Büroräume und Toiletten. Weiter auf dem Gelände befindet sich ein Gebäude, das als Lager für Brennholz genutzt wird. Jetzt schon ist im Gemeinschaftszentrum der Kindergarten untergebracht; auch Beratungen des Fürsorgedienstes, Information und soziale Aktivitäten werden im Gemeinschaftszentrum angeboten werden. Es werden Treffen verschiedener Arbeitsgruppen stattfinden, die sich aus den Vertretern der drei Minderheiten (Roma, Ashkali und Aegipt) und der lokalen Behörden zusammensetzten.

Neu wird das Zentrum zwei zusätzliche Schwerpunkte anbieten, die für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen von Ali Ibra und für die Gemeinschaft von zentraler Bedeutung sind: Caritas Kosovo wird einen umfangreichen Stützunterricht für Kinder und Jugendliche gewährleisten, welche die Schule besuchen oder in einer Ausbildung sind. Zusätzlich wird Caritas Kosovo die Gesundheitsberatung intensivieren sowie die Hauskrankenpflege mit zwei Fachpersonen ausbauen.

Das Gemeinschaftszentrum ist im Oktober 2014 umfassend renoviert werden. Mit dem vorliegenden Projekt will Caritas Schweiz den Unterhalt und den Betrieb des Zentrums in den nächsten drei Jahren unterstützen. Die Finanzierung des Zentrumsbetriebes wird kontinuierlich an Caritas Kosovo übergehen, welche mit der Gemeinde, dem Ministerium für Minderheiten und lokalen Trägern das Zentrum weiterführen wird.

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