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Kambodscha

Schutz, Reintegration und Berufsbildung für junge, von Menschenhandel betroffene Frauen

Kambodscha ist eines der ärmsten Länder Südostasiens. Das macht vor allem viele junge Frauen anfällig für Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung. In einem für diesen Zweck errichteten Zentrum erhalten Frauen, die Opfer von Menschenhandel oder anderer Formen von Gewalt wurden, eine Unterkunft, Verpflegung, psychosozialer Beratung, Kinderbetreuung und eine Ausbildung in verschiedenen Berufszweigen.

 

Land / Region / Ort
Kambodscha / Battambang


Zielgruppe
400 junge Frauen, die Opfer von Menschenhandel oder anderer Form von Gewalt wurden; eine Bevölkerung von 150'000 Menschen in 80 Dörfern und die lokalen Behörden


Mittelbedarf
1'000'416 Franken


Projektdauer
01.01.2018 bis 31.12.2021


Projektnummer
P170091


Projektziel
Prävention von unsicherer Migration und Menschenhandel durch Sensibilisierung und Lobbyarbeit; Schutz und Reintegration für 400 junge Frauen durch Ausbildung; finanzielle Nachhaltigkeit des Zentrums über einkommensschaffende Tätigkeiten


Projektverantwortliche
Ethel Grabher, Tel: 041 419 23 52, egrabhernot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien / Europa

 
 

Worum geht es?

Kambodscha ist eines der ärmsten Länder Südostasiens und die Auswirkungen der Kriegsjahre sind immer noch deutlich spürbar. 65 Prozent der Bevölkerung ist unter 30 Jahre alt. Die Alphabetisierungsrate ist gering und es gibt viele Kinder, die nicht in die Schule gehen können oder nach einigen Jahren aus dem System herausfallen, weil die Kinder mithelfen müssen, den Familienunterhalt zu erwirtschaften.

Das Projekt findet in der Provinz Battambang statt, deren gleichnamige Hauptstadt mit rund 200'000 Einwohnerinnen und Einwohnern die zweitgrösste Stadt im Kambodschas ist. Die Provinz bildet die Grenze zu Thailand. Die Region ist aber unterentwickelt und 80 Prozent der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Veraltete Anbaumethoden und immer häufiger auftretende Überschwemmungen und Dürren sowie der Mangel an Arbeitsstellen zwingen Jahr für Jahr zahlreiche Familien, ihre Dörfer zu verlassen. Getrieben von Armut begünstigt durch die Grenznähe, migriert jedes Jahr ein grosser Teil der Bevölkerung nach Thailand. Insgesamt befinden sich gegenwärtig rund eine Million kambodschanischer Arbeiterinnen und Arbeiter in Thailand. Weniger als 10 Prozent wählen den legalen Weg, sondern gelangen über Schlepper oder Agenturen ins Ausland. Als illegale Migrantinnen und Migranten finden sich viele in der Rechtslosigkeit wieder und sind in Thailand sowohl den Launen der Arbeitgeber wie der Behörden ausgesetzt. Deshalb ist Aufklärung der Bevölkerung über sichere Migration und die Involvierung der kambodschanischen Behörden auf allen Ebenen ein wichtiges Anliegen, um potentielle Migranten und Migrantinnen vor Ausbeutung zu schützen.

Mädchen haben besonders schlechte Perspektiven in Kambodscha. Ihre Chancen auf Schulung sind noch geringer als die der Knaben. Möglichkeiten einer beruflichen Ausbildung gibt es auf dem Land keine. Armut zwingt die jungen Frauen, zum Einkommen ihrer Familien beizutragen. Schlecht ausgebildet und informiert haben sie kaum Möglichkeiten, sich vor Ausbeutung oder Menschenhandel zu schützen. Die Migration nach Thailand auf eine Anstellung in einer der zahlreichen Fabriken ist sie für viele junge Frauen die einzige Hoffnung. Aber die Migration birgt viele Gefahren. Viele Frauen erleben Schreckliches in sklavereiähnlichen Arbeitsverhältnissen oder werden gar Opfer sexueller Ausbeutung. Um der Armut und Ausbeutung zu entgehen, brauchen diese jungen Menschen eine Ausbildung. Nur eine Ausbildung verbessert ihre Chancen, eine Arbeit zu finden und ihr Auskommen zu sichern.

 

Was tun wir?

Caritas Schweiz begleitet das Projekt von Caritas Cambodia bereits seit 2013. In einer ersten Phase wurde das FVSD-Zentrum (friendly vocational skill development) in Battambang gebaut und danach in einer dreijährigen Betriebsphase die jungen Frauen aufgenommen und ausgebildet. Das FVSD-Zentrum kombiniert die Bereiche Schutz, psychosoziale Betreuung und Kinderbetreuung sowie berufliche Ausbildung und deckt damit eine Nische ab, welche andere spezialisierte Zentren nicht bieten können.

Aufgrund der Erkenntnisse aus dieser Phase wurde ein Programm 2018 – 2021 entwickelt, das den Bedürfnissen und Herausforderungen noch besser Rechnung trägt und zur nachhaltigen Sicherung des Zentrums beitragen soll, in einem Projektgebiet von 80 Dörfern mit einer Bevölkerung von 150‘000 Menschen.

Das Programm 2018 – 2021 umfasst die folgenden drei Bereiche:

  1. Sensibilisierung und Wissensbildung zu Menschenhandel und sicherer Migration auf Gemeindeebene, verbunden mit Fürsprech- und Netzwerkarbeit auf nationaler, regionaler und grenzübergreifender Ebene:
    Caritas Cambodia bildet in den Projektgemeinden Schlüsselpersonen aus, damit diese in ihren Gemeinschaften Aufklärungsarbeit leisten, auf die Gefahren von illegaler Migration hinweisen und über Schutzmassnahmen informieren. Auf nationaler Ebene nimmt Caritas Cambodia zusammen mit anderen Organisationen Einfluss auf die nationale Gesetzgebung, damit die bestehenden Gesetze den Menschenrechtsstandards entsprechen.

  2. Erwerb von praktischen Fähigkeiten und Berufsbildung für Opfer von Menschenhandel, ausgebeuteten jungen Frauen und solchen, die einem hohen Risiko ausgesetzt sind:
    Im Zentrum erhalten die jungen Frauen eine berufliche Ausbildung, welche es ihnen erlaubt, nach Abschluss ein bescheidenes Einkommen zu generieren. Neben der Berufsbildung erhalten die Frauen Lebenskunde in für sie relevanten Belangen wie Entscheidungsfindung, Umgang mit Geld oder reproduktive Gesundheit. Die meisten Frauen verdienen nach der Ausbildung nicht nur mehr, sondern haben ein gestärktes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Dies sind aussergewöhnliche Resultate für Frauen, welche zumeist traumatisiert und zeit ihres Lebens einem existenziellen Stress ausgesetzt waren. Während die jungen Frauen an Trainings teilnehmen, werden ihre Kinder in einer hauseigenen Tagesstätte professionell betreut und besuchen eine Vorschule.

  3. Stärkung der finanziellen und organisatorischen Nachhaltigkeit des FVSD-Zentrums:
    Dies soll mit verschiedenen sozialen Unternehmungen erreicht werden. Damit das Zentrum langfristig weniger von externer Unterstützung abhängig ist, baut es in der kommenden Betriebsphase fünf kleine Sozialfirmen auf. Ziel ist es, bis 2021 die Hälfte der Betriebskosten mit eigenen Mitteln zu decken. Die Sozialfirmen dienen gleichzeitig als Ausbildungsplätze für die jungen Frauen, die Praktika absolvieren können. So lernen sie die Bewirtung von Gästen im Restaurant, das Bedienen von Kundinnen im Kosmetiksalon, oder sie können ihre Nähkünste in der Schneiderei anwenden. Die sechsmonatigen Ausbildungen werden so wesentlich marktorientierter und die Aussichten auf eine gut bezahlte Arbeitsstelle wachsen.

Caritas Cambodia engagiert sich seit 2008 in der Prävention von «unsafe migration» durch Ausbildung, rechtlichen Schutz und Rehabilitation vor allem von jungen Frauen und Mädchen. Migration und Bekämpfung von Menschenhandel sind wichtige Pfeiler in der Strategie von Caritas Cambodia.

 

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