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Kambodscha

Kambodscha: Berufsbildung für Frauen und Mädchen

Kambodscha ist eines der ärmsten Länder Südostasiens. Das macht vor allem viele junge Frauen anfällig für Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung. Das Projekt ermöglicht Frauen, welche Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung wurden oder stark gefährdet sind eine Unterkunft, Verpflegung, psychosozialer Beratung, Kinderbetreuung und eine Ausbildung in verschiedenen Berufszweigen.

 

Land/Region/Ort:
Battambang Provinz, Sneung Kommune


Zielgruppe:
150 Frauen und Mädchen und 75 Kinder


Mittelbedarf:
1 061 718 Franken


Projektdauer:
01.04.2013 bis 31.12.2017


Projektnummer:
P170073


Projektziel:
Betroffene oder durch Menschenhandel gefährdete Frauen, Mütter und Mädchen werden ermächtigt, selbständig für ihren Lebensunterhalt aufzukommen und sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern.


Projektverantwortliche:
Ethel Grabher, Tel: +41 41 419 233 52, egrabherto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Asien/Europa

 
 

Worum geht es?

Kambodscha ist eines der ärmsten Länder Südostasiens und die Auswirkungen der Kriegsjahre sind immer noch deutlich spürbar. 65% der Bevölkerung ist unter 30 Jahre alt. Die Alphabetisierungsrate ist gering und es gibt viele Kinder, die nicht in die Schule gehen können oder nach einigen Jahren aus dem System herausfallen, weil die Familien die Schulgebühren nicht (mehr) bezahlen können und die Kinder mithelfen müssen, den Familienunterhalt zu erwirtschaften. Viele Familien migrieren in die Städte oder über die Grenze in das reichere Nachbarland Thailand auf der Suche nach Arbeit und Einkommen. Dies macht vor allem viele junge Frauen verletzlich und anfällig für Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung. Um der Armut und Ausbeutung zu entgehen, brauchen diese jungen Menschen eine Ausbildung, um ihre Chancen, eine Arbeit zu finden zu verbessern und ihr Auskommen zu sichern.

Caritas Kambodscha ist seit 1992 engagiert in der Ausbildung von jungen Menschen. Sie führt in der Kandal Provinz (15 km von Phnom Penh entfernt) ein Ausbildungszentrum für Jugendliche und junge Erwachsene, die aus armen Verhältnissen kommen. Diese können eine Lehre in verschiedenen Berufen absolvieren und haben dadurch eine reale Chance auf eine Anstellung oder eine selbständige Tätigkeit. 79% der Absolventen und Absolventinnen finden danach eine Arbeit oder besuchen die Universität nach dem Abschluss der Lehre. Caritas Kambodscha möchte dieses Tätigkeitsfeld ausweiten und sich dabei auf besonders verletzliche junge Frauen und speziell junge Mütter konzentrieren. Der Grund dafür ist, dass die meisten bestehenden Angebote zu zwei Dritteln von jungen Männern, die aus armen Familien in der Provinz stammen, besucht werden. Für junge Frauen ist es viel schwieriger, alleine in einer Stadt zu leben und für solche, die bereits ein Baby haben, erst recht.

 

Was tun wir?

In der von Armut stark betroffenen Provinz Battambang (300 km von Phnom Penh entfernt, an der Grenze zu Thailand) sollen deshalb junge Frauen und junge Mütter, welche Opfer von Menschen-handel und sexueller Ausbeutung wurden oder stark gefährdet sind, ausgebeutet zu werden, in einem Zentrum aufgenommen werden und dort neben Unterkunft, Verpflegung, psychosozialer Beratung und Kinderbetreuung auch eine Ausbildung in verschiedenen Berufszweigen erhalten, für welche in der Region ein Bedarf besteht.

Mit dem Bau der Berufsschule sollen pro Jahr fünfzig junge Frauen und Mütter, die keine Chance hatten, eine entsprechende richtige Schulbildung zu bekommen, ausgebildet werden. Diese Mädchen und Frauen stammen meist aus Familien, deren Eltern - aus der wirtschaftlichen Not heraus - gezwungen waren, immer wieder in Thailand Arbeit zu suchen und ihre Kinder deshalb alleine zurückliessen. So wurden viele Mädchen und junge Frauen Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung. Diese bekommen nun eine geeignete Unterkunft und sie werden in verschiedenen Ausbildungszweigen unterrichtet. Ausserdem erhalten sie die nötige psychosoziale Unterstützung sowie Kinderbetreuung, damit sie ihr Selbstvertrauen stärken und sich der Ausbildung widmen können. Auf diese Weise lernen die Mütter, Verantwortung für ihre Kinder zu tragen und sind dank der Ausbildung in der Lage, später für ihren Lebensunterhalt und ihre Kinder aufzukommen, ohne gezwungen zu sein, erneut nach Thailand zu migrieren. Nebst der beruflichen Ausbildung nehmen die jungen Frauen auch an Diskussionen und am Austausch mit Gleichaltrigen und diversen sportlichen und kulturellen Aktivitäten teil.

Nach der Ausbildung wird weitere Unterstützung bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft geboten. Den Frauen wird bei der Arbeitssuche geholfen. Konkret wird hier auch versucht, die Frauen an andere Hilfswerke zu vermitteln. Jenen Frauen, die sich selbständig machen wollen, wird bei der Unternehmensgründung geholfen. Caritas Kambodscha koordiniert sich dabei eng mit anderen NGOs, die auf dem selben Gebiet arbeiten.

Das Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren (1.4.2013 – 31.3.2017) und besteht aus zwei Phasen: einer Investitionsphase von einem Jahr (1.4.2013 – 31.3.2014) und einer ersten Betriebsphase von drei Jahren (1.4.2014 – 31.3.2017). In der Investitionsphase wird das Zentrum gebaut und das Personal rekrutiert. In der Betriebsphase werden die jungen Frauen aufgenommen und ausgebildet. Ein Ausbildungszyklus dauert 1 Jahr. Pro Jahr werden 50 Frauen ausgebildet. Die Kindertagesstätte bietet Platz für 25 Kinder.

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