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Haiti

Kinder gehen zur Schule

In Haiti kann die Hälfte der Bevölkerung weder lesen noch schreiben. Um das Land aus der Armut und den Nachwirkungen von Naturkatastrophen herauszuführen, braucht es gut ausgebildete Bürgerinnen und Bürger. Die Patinnen und Paten unterstützen die Schule von Trou Sable, die im Elendsviertel von Gonaïves den ärmsten Familien einen Kindergarten, eine Primarschule und eine bis zum Abitur reichende Oberstufe anbietet. 1600 Kinder können dort zur Schule. In den vom Erdbeben 2010 besonders betroffenen Gemeinden Port-au-Prince, Petit Goâve, Carrefour, Gressier und Leogane ermöglichen sie den Schulbesuch von über 1200 Kindern in den von Caritas neu gebauten Schulen.

 

Land/Region/Ort:
Haiti, Port-au-Prince, Petit Goâve, Carrefour, Gressier, Leogane und Gonaïves


Zielgruppe:
3200 Kinder, 130 Lehrpersonen


Mittelbedarf:
Rund 212 000 Franken pro Jahr


Projektdauer:
Langfristige Kinderpatenschaft


Projektnummer:
P170006


Projektziel:
Vom Erdbeben betroffene Kinder in der Region Port-au-Prince und Kinder aus armen Familien in Gonaïves gehen zur Schule.


Projektverantwortliche:
Judith Binder, Tel: +41 41 419 23 17, jbinderto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Afrika/Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Haiti ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Die Wirtschaft des Landes ist schwach und das politische System sehr instabil. Die Bevölkerung leidet unter der allgegenwärtigen Gewalt und der Arbeitslosigkeit. Unter- und Mangelernährung sind weit verbreitet. Die Situation wird zudem durch die nicht nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und regelmässige Umweltkatastrophen, vor allem Wirbelstürme und Überschwemmungen, verschärft.

Das Erdbeben vom Januar 2010 und der Ausbruch der Cholera im Oktober 2010 hatten verheerende Auswirkungen. Über 212 000 Menschen kamen ums Leben und rund 300 000 Menschen mussten mit teils lebensgefährlichen Verletzungen medizinisch versorgt werden. Die Zahl der Obdachlosen ging in die Millionen. Rund 90 Prozent aller Schulen in Port-au-Prince wurden durch das Beben beschädigt oder ganz zerstört. Hunderttausende Menschen flohen nach dem Erdbeben in andere Regionen des Landes. In der Region Gonaïves waren laut dem Bürgermeister mindestens 150 000 Flüchtlinge angekommen, was einem Fünftel der Bevölkerung entsprach.
 
Die haitianische Bevölkerung ist sehr jung: 42 Prozent der 10 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner sind unter 18 Jahren alt. Aufgrund fehlender Mittel und mangelndem politischem Willen bietet der Staat kaum freien Zugang zur Grundschulbildung. 51 Prozent der Bevölkerung über 18 Jahre kann weder lesen noch schreiben. Nur jedes zweite Kind besucht die Primarschule. Viele Kinder sind gezwungen zu arbeiten.

 
Beim letzten in Schulen durchgeführten Census (2009) warteten mehr als 500 000 Kinder im Schulalter auf ihre Einschulung. Dieses Defizit wurde durch das Erdbeben vom 12. Januar 2010 massiv verschlimmert.

In den Jahren nach dem Erdbeben war die Wiederherstellung des Schulangebots ein zentraler Punkt bei zahlreichen Wiederaufbauprojekten im Bereich Bildung. In fünf Gemeinden im West Departement engagierte sich Caritas Schweiz, in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, im Wiederaufbau von fünf Schulen, die während dem Erbeben zerstört wurden. Der Wiederaufbau trägt zwar dazu bei, die Bildungschancen zu erhöhen, reicht allerdings nicht aus, um das Ziel einer qualitativ guten Grundausbildung zu erreichen. Es ist eine grosse Herausforderung, die schulische Infrastruktur zu pflegen und mit der Bereitstellung geeigneter Lehrmittel und einer guten Weiterbildung der Lehrpersonen, den Schülern und Schülerinnen eine qualitativ gute Grundausbildung zu ermöglichen und ihnen notwendige Fähigkeiten für ein selbstbestimmtes Leben zu vermitteln.

 

Was tun wir?

Schule Trou Sable in Gonaïves
Caritas Schweiz arbeitet seit Jahren erfolgreich mit der Schule «La Sainte Famille de Trou Sable» in Gonaïves im Bereich Bildung und Gesundheit zusammen. Von Caritas Schweiz gebaut, bietet die Schule vom Kindergarten bis zur Philo (Abschlussklasse, entspricht der Schweizerischen Matura und ermöglicht das Studium an der Universität) für rund 1‘600 Kinder und Jugendliche eine qualitativ gute Ausbildung an. Damit erhalten die Kinder gute Voraussetzungen, um später ihr Leben selber in die Hand zu nehmen und aktiv zu gestalten. Die Schule verfügt über eine Bibliothek, einen Informatikraum sowie eine Kantine, in der für die Schülerinnen und Schüler Mahlzeiten angeboten werden. Der Schwerpunkt der Unterstützung der Schule durch Caritas Schweiz liegt derzeit erstens bei der Verbesserung des schulischen Umfelds (Bau von sechs sanitären Anlagen und zwei Handwaschstationen, Subvention der Kantine, Installation einer Ludothek und Veranstaltung kultureller Aktivitäten), bei der Weiterbildung von 60 Lehrpersonen, beim Nachhilfeunterricht für Schüler und Schülerinnen mit Schwierigkeiten und bei der Vergabe von insgesamt 70 Stipendien.
 
Schulen in Port-au-Prince, Petit Goâve, Carrefour, Gressier und Leogane
Ziel ist es, die von Caritas neu gebauten Schulen mit den notwendigen organisatorischen, materiellen sowie personellen Ressourcen auszustatten, damit sie den insgesamt 1200 Schülern und Schülerinnen nachhaltig eine qualitativ gute Ausbildung bieten können. Damit dies gelingt müssen in einer ersten Phase die Schulmanagement-Instrumente sowohl im administrativen und finanziellen, aber auch im pädagogischen Bereich entwickelt werden. Lehrpersonen profitieren von Weiterbildungsmöglichkeiten und die zur Verfügung stehenden didaktischen Mittel der Schulen werden aufgestockt. Drittens fördern wir die Vermittlung von Kompetenzen für das alltägliche Leben: Die Schülerinnen und Schüler sollen eine lebenspraktische Bildung erhalten, damit sie nach der Schule einen Beruf erlernen und den Eintritt ins Berufsleben finden.

 

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