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Haiti

Hochwertige Bildung für benachteiligte Kinder

Im krisengebeutelten Haiti können zwar mittlerweile viele Kinder zur Schule gehen, aber die Qualität des Unterrichts ist oft ungenügend. Caritas Schweiz hilft einer Schule dabei, Kinder sehr armer Familien zu fördern und ihnen eine qualitativ hochwertige Ausbildung anzubieten. Zu diesem Zweck werden unter anderem Stipendien erteilt, Nachhilfekurse angeboten und Mahlzeiten bereitgestellt. Auch die Angestellten der Schule werden von Caritas unterstützt und weitergebildet.

 

Land / Region / Ort
Haiti, Gonaïves


Zielgruppe
1‘200 arme und benachteiligte Schulkinder, das Lehrpersonal sowie die Verwaltung und Direktion der Schule «La Sainte Famille de Trou Sable»


Mittelbedarf
Rund 200'000 Franken pro Jahr


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Projektnummer
P170008


Projektziel
Der Zugang benachteiligter Kinder zu einer qualitativ guten Grundschulbildung wird verbessert.


Projektverantwortliche
Judith Binder, Tel: 041 419 22 42; jbinderto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Haiti ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt und das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. 80 Prozent der Bevölkerung leben in Haiti unter der Armutsgrenze, drei Viertel davon in ländlichen Gebieten. Die Wirtschaft des Landes ist schwach und Unter- und Mangelernährung sind weit verbreitet. Neben einer politisch instabilen Situation wird Haiti regelmässig von Naturkatastrophen heimgesucht. So ist die jüngste Geschichte Haitis geprägt von den Auswirkungen des zerstörerischen Erdbebens im Jahr 2010 und des Wirbelsturms Matthew im Oktober 2016.

Bei diesen negativen Aussichten sind die Verbesserungen im Primarschulbereich besonders erfreulich. 80 Prozent der Kinder im Primarschulalter in Haiti besuchen heute eine Schule. Der verbesserte Zugang zu Bildung ging jedoch nicht mit einer Verbesserung der Qualität der Bildung einher. Weniger als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler erreicht die fünfte Klasse. Nur etwa acht Prozent erreichen einen Abschluss, der für ein Universitätsstudium qualifiziert. Sehr viele Schulkinder wiederholen Klassen oder bleiben wieder vom Unterricht fern, obwohl sie sich in der Schule eingeschrieben haben.

Der haitianische Staat hat den geringen Bildungsstand als ein essenzielles Problem erkannt und in den Jahren 2014 und 2015 zwölf Massnahmen verabschiedet, welche die Qualität der Bildung verbessern sollen. Caritas Schweiz knüpft bei diesem Bedarf nach einer qualitativ hochwertigen Bildung an und setzt sich dabei weiterhin für besonders benachteiligte Kinder ein.

Denn besorgniserregend sind insbesondere die Lernergebnisse der Kinder im Departement Artibonite. Diese Region im Norden von Haiti verzeichnet die schwächste Leseleistung des Landes. Schülerinnen und Schüler in der dritten Klasse können hier im Durchschnitt nur 23 Wörter in 60 Sekunden lesen. Die Norm für Kinder in dieser Stufe beträgt hingegen 60 Wörter in 60 Sekunden.

 

Was tun wir?

Caritas Schweiz arbeitet seit Jahren mit der Schule «La Sainte Famille de Trou Sable» in den Bereichen Bildung und Gesundheit zusammen. Die Schule befindet sich im Quartier Trou Sable in Gonaïves, in dem besonders viele arme Familien wohnen. Sie wurde im Jahr 1992 gebaut. Inzwischen bietet die Schule vom Kindergarten bis zur Abschlussklasse (entspricht der schweizerischen Matura und ermöglicht das Studium an der Universität) für rund 1’800 Kinder und Jugendliche eine qualitativ gute Ausbildung an. Damit erhalten die Schülerinnen und Schüler gute Voraussetzungen, um später ihr Leben selber in die Hand zu nehmen und aktiv zu gestalten. Die Schule verfügt über eine Bibliothek, einen Informatikraum sowie eine Kantine, in der für die Kinder Mahlzeiten angeboten werden. Der Unterricht der Schule wird in Koordination mit dem diözesanen Bildungsbüro in Gonaïves durchgeführt. Wie in allen Pfarreischulen basieren die Lehrpläne auf den Vorgaben des Bildungsministeriums.

Seit 2010 unterstützt Caritas Schweiz die Schule darin, Schulkinder sehr armer Familien zu fördern. Das aktuelle Projekt baut auf den Errungenschaften des Vorgängerprojektes auf. In den letzten Jahren hat die Schule stark an Zuwachs gewonnen: Von 1’150 Schulkindern im 2010 / 2011 stieg die Zahl um fast ein Drittel auf 1’800 Kinder an. Von diesen erreichen stets 100 Prozent einen Primarschulabschluss. Der Druck auf die Kapazitäten der Schule wächst jedoch zunehmend. Damit die Schule ihren Schülerinnen und Schülern weiterhin eine qualitativ gute Bildung bieten kann, plant Caritas Schweiz «La Sainte Famille de Trou Sable» insbesondere beim Ausbau ihrer institutionellen und finanziellen Fähigkeiten zu unterstützen.

Neben der Förderung von Schulkindern setzt das Projekt insbesondere bei der Unterstützung der Schuldirektion, den Mitarbeitenden der Verwaltung und dem Lehrpersonal an. Ein Ziel ist die Ausarbeitung und Umsetzung eines strategischen Lehrplanes. Das Lehrpersonal kann seine Expertise durch professionell pädagogische Begleitungen und Beratungsleistungen verbessern. Auch Vorschullehrerinnen und -lehrer werden besonders gefördert. Sie erhalten zusätzliche, gezielte Weiterbildungen, die sie gewinnbringend für eine bessere Lernumgebung einsetzen können.

Um Schülerinnen und Schülern sehr armer Familien den Schulbesuch zu ermöglichen, erhalten 80 Schulkinder Stipendien. 50 Primarschülerinnen und -schüler können von besonderer pädagogischer Unterstützung durch Nachhilfekurse profitieren. Des Weiteren wird 1'200 Kindern ein warmes und reichhaltiges Mittagessen gewährt. Die Finanzierung des Mittagessens bietet einen zusätzlichen Anreiz für den Schulbesuch, insbesondere für arme Eltern, die häufig auf die Arbeitsunterstützung ihrer Kinder angewiesen sind.

Zudem wird die Schule dabei unterstützt Kleinstinvestitionsprojekte zu identifizieren und eigenständig zu verwalten. Auf diese Weise zielt das Projekt auf die finanzielle Selbstverwaltung von «La Sainte Famille de Trou Sable» und damit auf nachhaltigen Erfolg.

 

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