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Bolivien

Pflegefamilien betreuen verlassene und misshandelte Kinder

Die Caritas-Partnerorganisation Infante vermittelt verlassene Kinder in Pflegefamilien. Das Ziel ist, dass die Kinder nicht in Heimen untergebracht werden müssen und wenn möglich in ihre Ursprungsfamilie zurückkehren oder zu bolivianischen Adoptiveltern kommen können. Zudem leistet Infante Lobbyarbeit für die Kinderrechte.

 

Land/Region/Ort
Bolivien, Cochabamba


Zielgruppe
Jährlich rund 100 Kleinkinder bis 7 Jahre sowie 600 Kinder in Kinder- und Jugendkomitees


Mittelbedarf
Rund 160'000 Franken pro Jahr


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Projektnummer
P150095


Projektziel
Verlassene Kinder und Jugendliche erhalten wieder eine Familie. Ihr Recht auf ein Leben in Familie und Gemeinschaft ist anerkannt.


Projektverantwortliche
Esther Belliger, Tel: +41 41 419 24 41, ebelligerto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika/Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Bolivien ist trotz der zahlreichen Bodenschätzen immer noch eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Die Bevölkerung ist jung, knapp 50 Prozent sind jünger als 18 Jahre alt. Ein grosser Teil der Bevölkerung lebt in Armut. Zwar hat der Staat eine Erhöhung der Ausgaben für Bildung und Gesundheit beschlossen und insbesondere auch ein Gesetz verabschiedet, das die Betreuung von Kindern und Jugendlichen verbessern soll. Die angekündigten Veränderungen gehen jedoch nur sehr langsam voran.

Cochabamba im Hochland Boliviens ist die drittgrösste Stadt des Landes. Sie ist in den letzten Jahren extrem gewachsen und befindet sich inzwischen an der Schwelle zur Millionenstadt. Das Wachstum ist zum grossen Teil ein Ergebnis der Zuwanderung aus ländlichen Regionen, sowohl aus verarmten, wenig produktiven andinen Hochlandgebieten (ehemalige Minenarbeiter) sowie aus tropischen Regionen, wo aufgrund der Bekämpfung des Coca-Anbaus kaum mehr ein Auskommen möglich ist. Das schnelle Wachstum an den Rändern der Stadt und die fehlende Arbeit führen zu massiven sozialen Problemen. Familiäre Gewalt, sexueller Missbrauch, Alkoholismus, Verwahrlosung von Kindern und Jugendlichen sind alarmierend. Kleinkinder werden nicht selten ausgesetzt, an Dritte weitergegeben, oder von ihren Müttern verlassen, weil sie auf der Suche nach Arbeit in die umliegenden Länder oder nach Europa auswandern. Solche Kinder kommen in der Regel in Heime, wo sie wenig Perspektiven für eine persönliche Entwicklung haben.

 

Was tun wir?

Caritas Schweiz arbeitet mit der Partnerorganisation «infante» zusammen, die sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern und Jugendlichen in Risikosituationen und Verwahrlosung wieder eine Familie zu geben und einen Beitrag zu einer verbesserten Kultur im Umgang mit Kindern zu leisten. 

Rund 100 verlassene oder misshandelte Kinder im Alter bis 7 Jahre werden solange durch eine temporäre Pflegefamilie betreut, bis eine definitive Lösung für das Kind erarbeitet werden kann. In erster Linie wird die Reintegration in die Ursprungsfamilie angestrebt. In den meisten Fällen scheitert dies jedoch an den konkreten Umständen, sodass andere Lösungen gesucht werden müssen: Im Vordergrund steht dabei die nationale Adoption. Interessierte Paare und Familien werden auf die Adoption vorbereitet und nach deren Vollzug eine Zeit lang begleitet - alles mit dem Ziel, für das Kind einen möglichst guten Übergang und Stabilisierung zu erreichen. In wenigen Fällen wird es auch internationale Adoptionen geben. Alle diese Schritte sind mit offiziellen Stellen koordiniert und rechtlich geregelt. infante arbeitet im heiklen Thema «Adoptionen» äusserst seriös und gut abgestützt.

Mittels politischer Lobby-Arbeit setzt sich infante für die staatliche Anerkennung des Rechtes auf ein Aufwachsen in einer familiären Umgebung und das Modell der persönlichen Betreuung durch Pflege- und Adoptionsfamilien ein und fordert die Behörden auf, dieses Grundrecht mit konkreten Handlungen zu fördern.

Durch Präventionsarbeit fördert infante die Selbstorganisation und das Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen. Diese lernen, sich vor Misshandlungen und familiärer Gewalt besser zu schützen, indem sie ihre Rechte kennen. Mit Hilfe von 14 Kinder- und Jugendkomitees werden in der Agglomeration von Cochabamba und im armen Südteil der Stadt rund 600 ältere Kinder und Jugendliche auf diesem Gebiet geschult. Indirekt werden auf diese Weise auch deren Familien und die Quartierbevölkerung durch das Projekt begünstigt.
90 Jugendliche werden in diesem Zusammenhang als Leaders ausgebildet. Sie unterstützen die freiwillig arbeitenden Komiteeleiter und -leiterinnen und lernen dabei, Verantwortung zu übernehmen und die Anliegen der Komitees politisch zu transportieren.

 

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