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Bolivien

Hilfe für Mädchen, die auf der Strasse leben

In der Stadt El Alto vor den Toren der Hauptstadt La Paz konzentriert sich das soziale Elend. Hier kümmert sich die Caritas um Mädchen, die als Strassenkinder auf der Strasse leben oder zuhause massive Gewalt erfahren. Sie erhalten professionelle psychologische Hilfe, Nachhilfeunterricht oder eine Ausbildungsmöglichkeit. Ausserdem sensibilisiert die Caritas mit Schulsozialarbeit Schülerinnen, Eltern und Lehrpersonen für häusliche und sexuelle Gewalt und bildet Mitarbeitende der städtischen Anlaufstellen zu diesem Thema weiter - damit die Mädchen gar nicht erst Opfer von Gewalt werden.

 

Land / Region / Ort
Bolivien, El Alto


Zielgruppe
2880 von Gewalt betroffene Mädchen und junge Frauen, sowie rund 7'000 Schülerinnen und Schüler und die Lehrpersonen und Eltern


Mittelbedarf
Rund 235‘000 Franken pro Jahr


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Projektnummer
P170058


Projektziel
Prävention von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und Verbesserung der Lebensbedingungen von Mädchen, die auf der Strasse leben oder Opfer von Gewalt sind


Projektverantwortliche
Esther Belliger, Tel: 041 419 24 41, ebelliger@caritas.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Bolivien ist trotz der zahlreichen Bodenschätze immer noch eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 18 Jahre. 69 Prozent aller Kinder und Jugendlichen leben unter der Armutsgrenze. Der Klimawandel bedroht die Existenz von kleinen und mittelgrossen Bauernbetrieben. Dies führt zu Landflucht und einem starkenWachstum von Städten. Besonders viele Menschen gelangen nach El Alto, in eine der ärmsten Städte mit einer der tiefsten Schulabschlussquoten des Landes.  Hier leben mehr als zwei Millionen Menschen. Die Lebensbedingungen vieler Menschen sind prekär. Suchtmittelkonsum, häusliche Gewalt und die Vernachlässigung von Kindern sind weit verbreitet. Die Teenager-Schwangerschaften erreichen in El Alto landesweit den höchsten Wert.

Staatlichen Studien zufolge sind in El Alto mehr als 80 Prozent der Minderjährigen von Gewalterlebnissen betroffen, die Zahl der Strassenkinder wird auf 1500 geschätzt.

 

Was tun wir?

Die Partnerorganisation ENDA El Alto (Environment and Development in Action) verfügt über langjährige Erfahrung und Expertise in der rechtebasierten sozialen Arbeit mit Mädchen im Kontext von El Alto. ENDA verfolgt einen integralen Ansatz, welcher sowohl die direkte Betreuung von betroffenen Mädchen und jungen Frauen, als auch die Prävention und den Schutz vor Vernachlässigung und Misshandlung in der Familie und auf Gemeindeebene beinhaltet. Dazu arbeitet ENDA mit Eltern und an öffentlichen Schulen und führt gezielt Lobby-Arbeit gegenüber staatlichen Stellen durch. Das vorliegende Projekt ergänzt mit seinen Aktivitäten das mangelhafte Angebot der öffentlichen Hand zum Schutz von Mädchen und jungen Frauen die auf der Strasse leben und/oder Opfer von Gewalt sind.

ENDA leistet in El Alto Sozialarbeit mit Mädchen bis 18 Jahren, welche Gewalt erfahren haben und/oder auf der Strasse leben. Davon werden rund 600 Mädchen und 360 Eltern direkt begünstigt. Die Mädchen erhalten professionelle psychosoziale Unterstützung und im Bedarfsfall therapeutische Massnahmen sowie Nachhilfeunterricht oder eine Ausbildungsmöglichkeit, um ihre soziale Rehabilitation und Reintegration zu erleichtern. Zudem werden sie dabei unterstützt, ihre Rechte gegenüber staatlichen Stellen geltend zu machen und weiterführende Hilfe zu erlangen. Zusätzlich wird für rund 100 Minderjährige ein Beratungs- und Kriseninterventionsangebot geschaffen.

ENDA richtet an vier Schulen Anlaufs- und Beratungsstellen für Lernende und Lehrpersonen der Primar- und Sekundarstufe ein. Mit dieser Schulsozialarbeit etabliert ENDA ein neues Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe. ENDA führt Sensibilisierungs- und Präventionsmassnahmen mit rund 6‘000 Schülerinnen und Schülern, Lehrpersonen und 900 Eltern durch, um häusliche und sexuelle Gewalt zu verringern und Schulabbrüche zu verhindern.

Die Arbeit wird mit dem städtischen Jugendamt, den Rechtsschutzstellen für Kinder und Jugendliche und den Kinder- und Jugendgerichten abgesprochen und eng koordiniert. Wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind, werden die Eltern der Mädchen in die Massnahmen mit einbezogen und bei Möglichkeit die Reintegration in das familiäre Umfeld vorbereitet. Die erst 2016 in El Alto geschaffenen Rechtsschutzstellen sind finanziell und personell zu wenig gut dotiert, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Daher wird im Rahmen dieses Projekts das Personal dieser Stellen mit gezielten Weiterbildungen unterstützt.

Im Jahr 2016 übernahm ENDA El Alto die Präsidentschaft des «Netz für die Prävention und Bekämpfung von Gewalt» der Stadt El Alto, welche 35 öffentliche und private Organisationen, die auf dem Gebiet der Gewaltprävention und der Betreuung von Gewaltopfern tätig sind, umfasst. Ds Ziel dieser Projektkomponente ist einerseits die Umsetzung von koordinierten und miteinander verknüpften Massnahmen zugunsten von Gewaltopfern, und andererseits die Durchführung wirkungsvollerer Aktionen der Sensibilisierung der Öffentlichkeit und des politischen Lobbyings. Diese neue Aktionslinie wurde eingeführt, um einer wachsenden Zahl von Mädchen und jungen Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind oder auf der Strasse leben, die nötige soziale, juristische und pädagogische Unterstützung und Beratung anbieten zu können. 

 

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