Äthiopien

Mehr Kinder - besonders Mädchen - gehen zur Schule, in einer angemessenen Lernumgebung

Über 6,5 Millionen Menschen haben in Äthiopien keinen ausreichenden Zugang zu Wasser und Toiletten. Vor allem auf dem Land funktionieren sanitäre Anlagen zum Beispiel in Schulen kaum. Besonders Kinder sind dadurch Krankheiten ausgesetzt, was sich in häufiger Abwesenheit vom Schulalltag niederschlägt. Mit diesem Projekt möchte die Caritas dazu beitragen, dass besonders mehr Mädchen - deren Schulabbruchrate besonders hoch ist - eingeschult werden und durchgehend den Unterricht besuchen. Dafür verbessert die Caritas die Wasseranlagen an Schulen, lehrt Kindern mit dem Blue-Schools-Konzept die Zusammenhänge zwischen Gesundheit, Ernährung und Klima und hilft besonders benachteiligten Mädchen ganz gezielt.

 

Land / Region / Ort
Südäthiopien / Oromia-Region / Guji und Bale-Zonen


Zielgruppe
6’647 Schulkinder und 124 Lehrer in zehn Schulen. Davon 80 der am stärksten benachteiligten Mädchen der Region. Indirekt ca. 39'882 Familienangehörige und Menschen aus den Gemeinschaften in der Nähe der Schulen.


Mittelbedarf
Rund 253'000 Schweizer Franken pro Jahr


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Projektnummer
P200038


Projektziel
Höhere Einschulungs- und Verbleibquoten von Kindern und insbesondere von Mädchen und eine gesunde Lernumgebung sollen durch die Umsetzung des Blue-School Konzepts (inkl. bewährter Praktiken in den Bereichen Wasser, Hygiene und sanitäre Anlagen, Landwirtschaft und Umweltschutz) erreicht und das neuerlangte Wissen soll zu Hause nachgeahmt und umgesetzt werden.


Projektverantwortliche
Noemi Grossen, Tel: 041 419 23 27, ngrossennot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Mit über 100 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gehört Äthiopien zu den bevölkerungsreichsten Staaten Afrikas. Trotz eines starken Wirtschaftswachstums in den letzten Jahren leben mehr als ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von zwei US-Dollar am Tag.

Zusätzlich zur Armut ist das Projektgebiet im Süden Äthiopiens in hohem Masse von gewaltsamen Kon- flikten betroffen. Diese führen zu einer grossen Anzahl an intern Vertriebenen, die auf humanitäre Hilfe, Unterstützung für ihren Lebensunterhalt und Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind. Im Verlaufe des Jahres 2019 erreichte die Zahl an intern Vertriebenen aufgrund von Dürren oder Konflikten 2.6 Millionen Menschen. Nebst der Lebensmittelknappheit – insbesondere hervorgerufen durch widerkehrende Dürren und anhaltende Konflikte – stellt auch der mangelnde Zugang zu Wasser eine fortwährende Problematik dar. Gemäss offiziellen Statistiken leben in Äthiopien 6.86 Millionen Menschen ohne ausreichenden Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen. Der Druck auf die knappen Ressourcen wird durch den unvorhersehbaren Zuzug von intern Vertriebenen noch weiter verschärft. Hinzu kommt, dass die lokalen Behörden nicht in der Lage sind, die bestehende Infrastruktur instand zu halten, geschweige denn sie auszubauen und zu verbessern. Vor allem in ländlichen Gebieten funktionieren daher sanitäre Anlagen in Einrichtungen wie beispielsweise Schulen nicht oder nur sehr dürftig. Besonders Kinder sind dadurch vermehrt Krankheiten ausgesetzt, was sich in häufiger Abwesenheit vom Schulalltag niederschlägt.

Das vorliegende Projekt soll primär dazu beitragen, die Präsenz von Mädchen in Grundschulen zu erhöhen. Denn ihre Schulabbruchraten liegen in der Regel wesentlich höher als die von Jungen. Als Hauptgründe dafür werden Dürreperioden und damit verbundene, wiederkehrende Nahrungs- und Was- sermängel in den Schulen und umliegenden Gemeinden aufgeführt. In diesen Notsituationen müssen Mädchen häufig Hausarbeiten erledigen, weite Wege für die Wasserbeschaffung zurücklegen oder die Betreuung vom Vieh der Familie übernehmen und bleiben demzufolge oft dem Schulunterricht fern. Die naturgemäss beträchtlichen Distanzen von mehreren Kilometern zu Wasserstellen oder Weidegründen vergrössern sich während Dürrezeiten nochmals erheblich. Durch das Fernbleiben von der Schule sind die jungen Mädchen ausserdem vermehrt den Risiken der Kinderheirat und frühen Schwangerschaften ausgesetzt.

Die Hauptzielgruppe fokussiert sich auf Schulkinder in 10 Schulen in den Zonen Guji und Bale in der Oromia-Region in Südäthiopien.

Das Projekt wird von Caritas Schweiz selbst umgesetzt. Durch die Nachahmung der an der Schule erlernten Konzepte zu Hause werden die Schülerinnen und Schüler dazu beitragen, die Schlüsselbotschaften in den Familien und den grösseren umliegenden Gemeinschaften zu verbreiten. Um die Institutionalisierung voranzutreiben, werden verschiedene Plattformen geschaffen und Veranstaltungen organisiert, an denen lokale Entscheidungsträger erreicht werden können.

 

Was tun wir?

Die Strategie des Projekts liegt darin, gezielt in die nächste Generation zu investieren. So sollen einer- seits der Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen für Schulkinder verbessert (Komponente 1) und andererseits Wissen zur Ernährung sowie einer nachhaltigen Nutzung der landwirtschaftlichen Ressourcen vermittelt werden (Komponente 2). Hierzu wird in zehn Schulen das Blue-School-Konzept mit Massnahmepaketen zur verbesserten Wassernutzung gefördert respektive eingeführt. Die tiefe Einschulungsrate von benachteiligten Mädchen wird durch das «Goats for Girls»-Konzept angegangen (Komponente 3). Die vierte Komponente fokussiert sich auf die Nachhaltigkeit und Weiterverbreitung des Erlernten. Hierbei ist das Ziel, den Familienmitgliedern der Schüler und der Dorfbevölkerung ein gesteigertes Bewusstsein für nachhaltige Wassernutzung und umweltfreundliche Anbaumethoden zu vermitteln. Ein besonderer Fokus liegt auf der Institutionalisierung und dem Erreichen lokaler Entscheidungsträger. Dies wird durch das Einbeziehen von Regierungsbehörden sowie Veran- staltungen zum Erfahrungsaustausch auf Makro-, Meso-, und Mikroebene erreicht.

Komponente 1: Wasserversorgung und Hygiene

Dies beinhaltet den Aufbau und die Sanierung der Trinkwasserversorgung in den Schulen. Zusätzlich zum Verlegen von Wasserleitungen wird in einer Schule eine mit Photovoltaik betriebene Pumpe instal- liert. An jenen Schulen, in denen es bislang noch keine sanitären Anlagen gibt, werden neue Latrinen, getrennt für Mädchen, Buben und Lehrer, sowie Einrichtungen zum Händewaschen errichtet. Nebst der Infrastruktur umfassen die Aktivitäten auch das Unterrichten von Methoden zur Verbesserung der Hygiene. Hierfür kommt die von Caritas Schweiz speziell für Kinder entwickelte CHAST-Methodik (Children Hygiene and Sanitation Training) zum Einsatz. Lehrerinnen und Lehrer werden dadurch in Kursen durch Blue-School-Expertinnen und -Experten zu Vermittlern ausgebildet und die Kinder werden spielerisch an die Thematik von Hygienepraktiken herangeführt und mit den Ursachen von Krankheiten vertraut gemacht

Komponente 2: Blue-School-Konzept fördern (5 bestehende/5 neue Schulen)

Diese Komponente umfasst eine den Bedingungen angepasste Planung und Einrichtung von Schulgärten an fünf Schulen. Bei den fünf bereits bestehenden Gärten wird das Bewässerungssystem auf deren Funktionalität getestet und falls nötig repariert. Gleiches gilt für die Gartenumzäunung, welche entweder neu erstellt oder instandgesetzt werden. Durch das Konzept der Schulgärten wird den Schulkindern Wissen über eine nachhaltige Nutzung von Land und Boden und ein gesteigertes Be- wusstsein über Ernährung und vitaminreiche Lebensmittel sowie umweltfreundliche Anbaumethoden vermittelt. Parallel dazu wird auch der richtige Umgang mit Abfall thematisiert und mittels Depots für abbaubaren Kompost und Abfalleimern auf dem Schulgelände in die Realität umgesetzt. Das Anpflanzen von Bäumen auf dem Schulgelände trägt dazu bei, dass die Schulkinder die Grundelemente einer guten Bodenbewirtschaftung erlernen. In Landwirtschafts-Clubs wird ein regelmässiger Austausch gefördert.

Komponente 3: Unterstützung der am stärksten benachteiligten Mädchen

Ziel dieser Intervention ist es, 40 der am stärksten benachteiligten Mädchen mit je drei übergebenen Ziegen zu fördern, sodass sie ihre Chancen auf einen Schulverbleib respektive -abschluss erhöhen können. Die Mädchen, zwischen 7- und 15-jährig und von einem speziell dafür konzipierten Komitee ausgewählt, sind verantwortlich für die Haltung der Tiere und können durch den Verkauf von Tierprodukten und jungen Lämmern zum Familieneinkommen beitragen oder die Schulgebühren bezahlen. Zum Thema Tierhaltung erhalten die Mädchen und ihre Familien spezifische Trainings und Begleitung. Im Sinne eines über die Projektdauer hinaus reichenden Weitergabezyklus wird das erstgeborene Lamm weitergegeben, so dass in einer ersten Runde mindestens 40 weitere Mädchen profitieren können.

 

Hygienetrainings für Kinder und Blue Schools in Äthiopien - Video(Englisch)

 
 
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