Äthiopien

Bessere Arbeitsmöglichkeiten für junge Erwachsene

Jugendarbeitslosigkeit ist eine der grössten Herausforderungen Äthiopiens. Über zwei Drittel der äthiopischen Bevölkerung sind unter 30 Jahre alt, etwa 27% der jungen Menschen haben keine Arbeit. Dieses Projekt bringt Arbeitssuchende und Arbeitgeber besser zusammen. Menschen auf Jobsuche erhalten besseren Zugang zu Informationen über Stellen- und Bildungsangebote. Das Lehrpersonal in Ausbildungs- und Arbeitsvermittlungseinrichtungen wird darin geschult, die Arbeitsuchenden besser zu unterstützen sowie ihre technischen und unternehmerischen Fähigkeiten gezielter zu stärken.

 

Land / Region / Ort
Äthiopien, Regionen Oromia und Southern Nations, Nationalities and People (SNNP)


Zielgruppe
Arbeitsuchende junge Erwachsene – insbesondere Frauen – und Binnenvertriebene, sowie Anbieter technischer Berufsausbildungen, lokale Arbeitsvermittlungszentren und Mikrofinanzinstitute.


Mittelbedarf
12'703'014 Schweizer Franken


Projektdauer
01.02.2020 bis 31.12.2023


Projektnummer
P200022


Projektziel
Unterstützung der Arbeitssuchenden durch einen verbesserten Zugang zu Informationen über Stellen- und Bildungsangebote, sowie durch Ausbildung von Lehrpersonal in Ausbildungs- und Arbeitsvermittlungseinrichtungen.


Projektverantwortliche
Noemi Grossen, Tel: 041 419 23 27, ngrossennot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Mit über 100 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gehört Äthiopien zu den bevölkerungsstärksten Staaten Afrikas. Fast 70% der Bevölkerung sind unter 30 Jahre alt und die Jugendarbeitslosenquote beträgt ca. 27% (USAID, 2019). Jugendarbeitslosigkeit ist für Äthiopien eine grosse Herausforderung, da sie sich negativ auf das Wohlergehen junger Menschen und nachteilig auf die wirtschaftliche Leistung und die soziale Stabilität des Landes auswirken kann.

Die Schaffung von Arbeitsplätzen ist daher eine der dringendsten Herausforderungen für die Entwicklung Äthiopiens. Eine weitere Herausforderung besteht darin, die Arbeitskräfte fachlich und technisch weiterzubilden, um eine professionelle Besetzung der Arbeitsplätze zu ermöglichen und somit einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum zu leisten. Jedes Jahr gibt es in Äthiopien schätzungsweise über zwei Millionen neue Stellensuchende auf dem Arbeitsmarkt. Für diese hohe Anzahl an Arbeitssuchenden sind die Regierungsbehörden und die öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen nicht vorbereitet und ihre Kapazitäten beschränkt. 

Die wichtigsten sozioökonomischen und beschäftigungspolitischen Herausforderungen für die arbeitssuchende Bevölkerung wurden bei einem Assessment von Caritas Schweiz und lokalen Partnern vor Ort Mitte September 2019 identifiziert: 

  1. fehlende oder unzureichende Informationen zu Beschäftigungschancen und Selbständigkeit, 
  2. unzureichende und ineffiziente öffentliche Arbeitsvermittlung, 
  3. eingeschränkter Zugang zu Finanzmitteln zur Erlangung einer selbständigen Erwerbstätigkeit und 
  4. unzureichende und unangepasste berufliche Weiterbildungsoptionen (z.B. Anlehren, technische Kurse).

Um diese Herausforderungen und deren grundlegenden Ursachen anzugehen und somit die Bedürfnisse von Arbeitssuchenden und des Arbeitsmarktes aufzunehmen, wird das Projekt Transformationsprozesse der öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen auf verschiedenen Ebenen unterstützen. Das Ergebnis des Projekts wird eine effektive und effiziente sowie nachfrageorientierte öffentliche Arbeitsvermittlung sein. Die Stärkung der einzelnen Anbieter und deren Koordination und Integration wird zu höheren Beschäftigungs- und Selbständigkeitsquoten führen und daher zu einer sinkenden Anzahl an Arbeitssuchenden und Migrierenden beitragen.

Diese Transformation wird durch ein von Caritas Schweiz geführtes Konsortium umgesetzt, in Partnerschaft mit der nationalen Caritas «Ethiopian Catholic Church – Social Development Commission (ECC-SDCO)» und den Internationalen NGOs «Volontariato Internazionale per lo Sviluppo» (VIS) und «VITA Irland».

Die Projektregion ist in acht Gebiete (Zonen) aufgeteilt, vier in der Oromia-Region und vier in der SNNP-Region. Diese Gebiete wurden als «Hot Spots» mit hoher Arbeitslosenquote und vielen von Vertreibung betroffenen Gemeinschaften identifiziert.

 

Was tun wir?

Der Schwerpunkt liegt auf einer besseren Verlinkung von Arbeitssuchenden und Arbeitgebern. Ziel ist es, junge Erwachsene, insbesondere Frauen, auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts vorzubereiten und den Zugang zu Arbeitsplätzen effizient und marktorientiert zu gestalten. Basierend auf einer Analyse der Arbeitsmarktsituation in Äthiopien und einem Assessment wurden verschiedene Projektkomponenten definiert, die dazu beitragen sollen, die Abstimmung zwischen Arbeitsangebot und Arbeitssuchenden zu verbessern:

Komponente 1: Stärkung des Berufsbildungs- und Arbeitsvermittlungsangebot 

Mitarbeitende sowie Lehrerinnen und Lehrer in Ausbildungszentren besuchen Trainings und Weiterbildungen, um die Arbeitsuchenden besser unterstützen sowie ihre technischen und unternehmerischen Fähigkeiten gezielter stärken zu können. Innovative Ansätze zur Verlinkung der Ausgebildeten mit den Unternehmen werden entwickelt und umgesetzt. Berufsbildungszentren werden darin unterstützt, ihr Angebot stärker am aktuellen Arbeitsmarkt auszurichten, basierend auf regelmässigen Analysen durch eine Plattform zur Arbeitsmarktsituation (siehe Komponente 5).

Komponente 2: Erleichterter Zugang zu Informationen zum Arbeitsmarkt

Ein digitales Online-Jobportal soll installiert werden, um Arbeitsuchende über potenzielle Arbeits- und Ausbildungsstellen zu informieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, direkt mit den entsprechenden Stellen in Kontakt zu treten. 

Komponente 3: Unterstützung der Selbstständigkeit 

Das Projekt unterstützt gezieltes, professionelles Coaching und erleichterten Zugang zu Mikrokrediten für motivierte und innovative arbeitsuchende junge Erwachsene, insbesondere Frauen, und Binnenvertriebe in den Zielgebieten. Damit werden die Begünstigten dabei unterstützt, eigene Unternehmen zu gründen und einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachzugehen. 

Komponente 4: Öffentlich-private Partnerschaftsplattform zur Vernetzung und Koordination 

Eine Plattform wird etabliert mit der Aufgabe, Austausch und Koordination zwischen privaten und öffentlichen Akteuren zu fördern. Ausgewählte Beteiligte erhalten durch die Plattform weitere Unterstützung in Form von Trainings, um ihre Kapazitäten zu verbessern, Arbeitssuchende effizient und zielführend darin zu unterstützen, eine passende Arbeitsstelle zu finden.  

Komponente 5: Monitoring und Steuerungsmassnahmen

Im Rahmen der nationalen Strategie zur Schaffung ländlicher Arbeitsplätze wird ein Monitoring, Evaluation,Accountability and Learning (MEAL) System etabliert, um evidenzbasierte Analysen zur Arbeitsmarktsituation und Verbesserungsvorschläge für Ausbildungsangebote zu erstellen. Dadurch werden die Arbeits- und Ausbildungszentren effizienter, können ihr Angebot nachvollziehbar gestalten und ihre Erfolge quantifizieren. Das Monitoringsystem soll dazu dienen, einen einheitlichen Kontrollmechanismus zu etablieren und den Entscheidungsträgern konkrete Ergebnisse über die Effizienzsteigerung präsentieren zu können. 

 

This document has been produced with the financial assistance of the European Union. The contents of this document are the sole responsibility of Caritas Switzerland and can under no circumstances be regarded as reflecting the position of the European Union.

 

 
 
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