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Integrationsdienst für anerkannte Flüchtlinge

Die Abteilung Freiburg ist seit 2001 vom Kanton Freiburg damit beauftragt, anerkannte Flüchtlinge (Bewilligung B und F) bei ihrer Integration zu begleiten. Ergänzend zum Sozialdienst für Flüchtlinge hat der Kanton seit 2008 die Unterstützung bei der Integration ausgebaut. Seit 2012 ist die Integrationsunterstützung ein eigenständiger Sektor der Abteilung, dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit folgenden zwei Hauptaufgaben betraut sind.

 

Integrationsberatung für Flüchtlinge

Zusätzlich zu den sozialen Begleitmassnahmen, die von den Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern angeboten werden, steht heute allen Flüchtlingen ab dem Beginn ihrer Betreuung ein Team von vier Beraterinnen und Beratern für berufliche Integration, einem Zivildienstleistenden, einem administrativen Mitarbeiter und zwei Lehrlingen zur Verfügung. Jeder Flüchtling hat also zwei Ansprechpartner: den Sozialarbeiter und den Berater für berufliche Integration.

Die Unterstützung kann ganz unterschiedlich aussehen. Gemeinsam mit seinem Berater für berufliche Integration setzt sich der Flüchtling ein realistisches, erreichbares Ziel und vereinbart einen Aktionsplan. Für die Organisation gezielter Massnahmen verfügt das Team über den Integrationsfonds des Staatssekretariats für Migration (SEM). So können jedem Flüchtling nach Massgabe seiner angestrebten Ziele die am besten geeigneten Massnahmen wie Sprachkurse, Kurzschulungen, Integrationskurse, Praktika, Einstellungsförderung, aber auch administrative Unterstützung bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen oder Anträgen auf fachliche Anerkennung von Diplomen angeboten werden.

Ziel ist die langfristige berufliche Integration der Flüchtlinge in der Schweiz. 50% der Flüchtlinge sind zwischen 16 und 35 Jahre alt und haben eine unzureichende Schulbildung, weshalb Lernunterstützung und Berufsausbildung unsere wichtigsten Anliegen sind. Im Schuljahr 2015-2016 haben 123 Flüchtlinge (10% der von unserem Dienst betreuten Flüchtlinge) ein Stipendium bezogen.

Der Integrationsprozess geht also mit langfristiger Unterstützung einher. Die dauerhafte berufliche Integration wird in der Regel über einen Zeitraum von 6 Monaten bis 3 Jahren vorbereitet. Die grosse Mehrheit der Flüchtlinge nimmt diese Massnahmen mit grossem Interesse an. Ihre unzureichende Schulbildung gleichen sie dabei mit hoher Motivation, grosser Lernbereitschaft und ihrer Anpassungsfähigkeit aus. Ende 2015 waren bereits 95 Familien finanziell unabhängig.

Diese Ergebnisse sind ein Beweis für die gute Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Unternehmen und den Behörden auf kommunaler und kantonaler Ebene.

Die Organisation der sozialen Eingliederungsmassnahmen (MIS) für Flüchtlinge

Obgleich der kantonale Katalog der sozialen Eingliederungsmassnahmen verhältnismässig gut ausgestattet ist, hat unsere Abteilung stets das Bestreben, den besonderen Bedürfnissen von Flüchtlingen noch besser gerecht zu werden:

  • 2MIS 102: 2 Lehrkräfte geben Intensivsprachkurse speziell für Flüchtlinge, die in ihren Herkunftsländern kaum oder nie zur Schule gegangen sind.
  • MIS 114: Ein Sozialarbeiter gibt mit Unterstützung durch einen interkulturell Dolmetschenden einen Kurs zur Bewältigung der Behördengänge und Verwaltungsschritte. Mit diesem Kurs sollen die Flüchtlinge schnellstmöglich befähigt werden, ihre täglichen Verrichtungen selbständig zu meistern.
  • MIS 407: Gemeinsam mit dem Verein Familienbegleitung informiert das Projekt EcolePlus ausländische Familien im Allgemeinen und Flüchtlingsfamilien mit Kindern mit Schulalter im Besonderen über den Schulbetrieb.
  • MIS 410: Se_Parler ist eine soziale Eingliederungsmassnahme, bei der Flüchtlinge und Freiwillige miteinander vernetzt werden. Ehrenamtliche Hilfe kann ganz unterschiedlich aussehen: Gespräche,Hilfe bei der Wohnungssuche, schulische Unterstützung, Integrationsbegleitung.
  • MIS 412: Im Pilotprojekt Mc-Phee können Flüchtlingsfrauen ihre Kinder durch andere Flüchtlingsfrauenbetreuen lassen, welche von einer Koordinatorin ausgebildet und überwacht werden.
  • MIS 661: Die soziale Eingliederungsmassnahme "Mode d’Emploi" ist ein kollektives Coaching, mit dem dieFlüchtlinge befähigt werden, selbständig auf Arbeitssuche zu gehen.
  • MIS 667: Die individuelle Unterstützung der Flüchtlinge durch das Team des Beraters für berufliche Integration kann bei Registrierung eines kommunalen Sozialdienstes auch anderen Zielgruppen zugute kommen.

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