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Asyl und Migration

Kanton Freiburg

Die Abteilung Freiburg von Caritas Schweiz betreut im Auftrag des Kantons die statutarischen Flüchtlinge im Kanton Freiburg. Das sind Personen, deren Fluchtmotiv anerkannt wurde und die über einen Flüchtlingsstatus  B oder F verfügen. Die Mission dieser seit 1994 aktiven Westschweizer Antenne des Hauptsitzes von Caritas ist die soziale und finanzielle Betreuung sowie die berufliche Integration von anerkannten Flüchtlingen. 

 

Die Abteilung Freiburg betreut derzeit ungefähr 1500 Personen aus rund 30 Ländern.  Die meisten Flüchtlinge kommen aus Eritrea, Syrien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran, Sri Lanka und Tibet. Derzeit sind 50 Prozent der Flüchtlinge zwischen 16 und 35 Jahre alt. Die Verantwortlichen beobachten eine steigende Anzahl von Minderjährigen mit einer sehr unregelmässigen Schullaufbahn, aber voller Motivation und Lerneifer. Immer mehr Flüchtlinge sind durch ihre Fluchterlebnisse stark traumatisiert.

Die Integration fördern

Um möglichst effizient zu arbeiten werden die Aufgaben auf verschiedene Bereiche verteilt: Der Sozialdienst leistet materielle und individuelle Hilfe auf Grundlage des kantonalen Sozialhilfegesetzes. Er ist auch zuständig für Schuldenberatung und Wohnungsfragen, und steht bei weiteren Anliegen mit Rat und Tat zur Seite. Oberstes Ziel ist es, den Flüchtlingen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen.

Seit Beginn des Jahres 2017 organisiert der Sozialdienst auch Willkommensveranstaltungen. Die Flüchtlinge können dort ihre Rechte und Pflichten kennenlernen, und erfahren, welche Möglichkeiten sie haben, finanziell unabhängig zu werden.

Die Fachstelle Wohnen unterstützt bei der Wohnungssuche und bei der Erstellung von Unterlagen (Bewerbung für eine Mietwohnung, Garantien), vermittelt zwischen Wohnungsgenossenschaften und Mietern, verwaltet die Notunterkünfte und informiert die Flüchtlinge über die Regeln des Zusammenwohnens und des Abfallmanagements.

Die Berufsberaterinnen und -berater der Fachstelle Integration erstellen eine individuelle Integrationsbilanz, vermitteln die Flüchtlinge in die geeigneten Kurse und unterstützen bei der Suche nach Praktika, Arbeitsplätzen, Kurzschulungen und einem Ausbildungsplatz. Langfristiges Ziel ist die nachhaltige Arbeitsintegration der Flüchtlinge in der Schweiz.

Unterschiedliche soziale Integrationsmassnahmen fördern die Integration der Flüchtlinge. Im Rahmen von Kursen lernen sie die Behördenlandschaft der Schweiz kennen und machen sich mit der Schweizer Lebensweise vertraut. Intensivsprachkurse erleichtern ihnen das Lernen der Sprache. Um Kinder (0-7) und Eltern mit Migrationshintergrund auf die Einschulung vorzubereiten, werden mit Hilfe von interkulturellen Dolmetschern Vorbereitungsworkshops veranstaltet (Projekt EcolePlus).

Das gegenseitige Verständnis fördern

Dialog und gegenseitiges Verständnis stehen bei der Entwicklung der Projekte und Angebote der Abteilung Freiburg ganz klar an erster Stelle. Der Bereich Freiwilligenarbeit «se parler» bringt Freiwillige mit Flüchtlingen in Kontakt. Die Freiwilligen unterstützen in vielerlei Hinsicht: Konversationsstunden, Hilfe bei der Suche nach einer Wohnung, Unterstützung beim Schulbesuch oder bei der sozialen Integration, Hilfe bei Behördengängen und so weiter. Interessant ist auch das Pilotprojekt McPhee. Flüchtlingsfrauen lassen ihre Kinder von anderen Flüchtlingsfrauen betreuen, die eigens hierfür von McPhee-Koordinatorinnen geschult werden. Auch die Koordination der Betreuung wird durch das Projekt gewährleistet.

Des Weiteren gibt es mit «se comprendre» einen interkulturellen Dolmetschdienst für die Regionen Freiburg, Jura und den französischsprachigen Teil des Kantons Bern. Mehr als 100 interkulturelle Dolmetscherinnen und Dolmetschern leisten in Spitälern, Schulen und anderen Institutionen seit über 20 Jahren wertvolle Vermittlungsarbeit.  

Der Kanton Freiburg beauftragte Caritas Schweiz zudem mit der Gründung einer Anlaufstelle für Rassismusberatung und -prävention. So entstand «Respekt für alle», wo Menschen, die Opfer von Rassismus wurden, zugehört wird und wo sie Rat - insbesondere juristischen Rat - erhalten. Der Bereich realisiert gemeinsam mit öffentlichen und privaten Institutionen auch Projekte zur Rassismusprävention.

Auch ein Büro für Rechtsberatung fehlt im Angebot der Abteilung Freiburg nicht. Es übernimmt die Rechtsvertretung und ist Beratungsstelle für Asylsuchende, die im Kanton Freiburg wohnen. Das Büro gewährleistet des Weiteren die rechtliche Vertretung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden und unterstützt die Flüchtlinge bei ihren Anträgen auf Familienzusammenführung.

 

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