Projekt McPhee: Geflüchtete Mütter unterstützen sich gegenseitig

Für geflüchtete Mütter ist es oft besonders herausfordernd, sich sozial und beruflich zu integrieren. Ein wichtiger Grund hierfür ist die Schwierigkeit, eine Kinderbetreuung zu finden. Dabei ist Kinderbetreuung für Flüchtlinge oft ein erster Schritt in Richtung berufliche und soziale Integration. Vor diesem Hintergrund startete die Abteilung Freiburg das Projekt McPhee, das Angebot und Nachfrage zusammenbringt. 

 

Es ist leichter, kinderlose Männer und Frauen zu integrieren als Frauen mit Familie, da diese meist wegen der Betreuung der Kinder zuhause bleiben. Das beobachtet die Abteilung Freiburg von Caritas Schweiz immer wieder. Die hohen Kosten der externen Kinderbetreuungsstrukturen  – nicht in allen Kantonen unterstützen die Gemeinden die externe Kinderbetreuung finanziell – sind ein Hindernis für die Integration. 

Für den Projektnamen stand die Heldin der zwei Kinderfilme «Nanny McPhee» Patin. Ein ungewöhnliches Kindermädchen eilt einem Witwer mit sieben Kindern zu Hilfe und unterstützt eine Frau, deren Mann in den Krieg zieht. Die Filmgeschichte verkörpert den Geist des Projekts.

Tandems

Das Projekt McPhee bietet eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung. Ziel ist, dass die Kinder sich wohl fühlen, aber auch, dass sie in ihrer Entwicklung gefördert werden. Die Eltern, die McPhee-Kinder betreuen, werden über eine Basisschulung auf ihre Aufgabe vorbereitet und für die Bedürfnisse der Kinder sensibilisiert. Für die Teilnehmenden ist dieser Kurs ein erster Schritt, um sich im Bereich Kinderbetreuung zu qualifizieren. 

Im Anschluss an den Kurs werden Tandems gebildet zwischen Müttern, die eine Kinderbetreuung benötigen und McPhee-Teilnehmerinnen, die die Schulung absolvierten und bereit sind, Kinder bei sich zuhause zu betreuen. Eine qualifizierte Erzieherin organisiert die Koordination und betreut die Tandems. Sie begleitet die McPhee-Eltern bei der täglichen Arbeit, fördert ihre Integration ins soziale und kulturelle Netz der Region und organisiert Treffen und Ausflüge. 

Im Oktober 2018 wurde im Haus der Bildung und Integration in Matran (MIF), in welchem Familien mit anerkanntem Flüchtlingsstatus leben, eine Kinderkrippe eröffnet: ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung des Projekts McPhee. Nun können – dank der Kinderkrippe – Vater und Mutter gleichzeitig die Integrationskurse besuchen. 

Doppelter Nutzen

Über 50 geflüchtete Frauen konnten sich dank des Projekts McPhee beruflich und sozial integrieren. Die niedrigeren Kinderbetreuungskosten leisten hierzu einen wichtigen Beitrag, aber auch das Programm selbst. Es fördert klar die berufliche und soziale Integration von geflüchteten Müttern mit Kindern. Denn Mütter, deren Kinder gut betreut sind, können Schulungen und Praktika absolvieren, ohne sich Sorgen um ihre Kinder zu machen. Im Gegenzug fühlen sich die in Betreuungsfragen geschulten McPhee-Mütter in ihrer Rolle anerkannt und ihr Selbstbewusstsein steigt. Oft weckt das in ihnen den Wunsch, selbst ein Praktikum zu absolvieren. 
Caritas Neuenburg liess sich davon inspirieren und entwickelt im Kanton Neuenburg ein eigenes Projekt McPhee. 

 

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