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Die Schweiz braucht eine wirksame Armutspolitik

Caritas-Positionspapier 

 

Trotz hervorragender Wirtschaftslage nimmt Armut in der Schweiz zu. Betroffen sind überdurchschnittlich viele Alleinerziehende, Familien mit kleinen Kindern, Personen ohne Ausbildung und Erwerbslose. In den letzten zwei Jahren besonders angestiegen ist die Kinderarmut. Diese Entwicklung steht im Widerspruch zur Bundesverfassung sowie zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, zu der sich die Schweiz 2015 verpflichtet hat. Eine verbindliche Armutspolitik ist deshalb dringlich. Folgende Herausforderungen gilt es prioritär anzugehen:

Es braucht – erstens – eine gesamtschweizerische Armutsstrategie, zu der sich Bund, Kantone, Gemeinden und die Wirtschaft verpflichten. Ziel muss mindestens eine Halbierung der Armut sein. Zweitens gilt es, Menschen in Not ein Leben in Würde zu garantieren. Die SKOS-Richtlinien sind von den Kantonen einzuhalten. Armutsbetroffene Familien müssen speziell unterstützt werden. Es sind in allen Kantonen Familienergänzungsleistungen einzuführen. Drittens ist Bildung als zentrales Element im Kampf gegen Armut chancengerechter zu gestalten. Dazu gehört die Einführung eines Weiterbildungsobligatoriums, das auch Niedrigqualifizierten eine nachhaltige berufliche Integration garantiert. Ebenso beinhaltet dies Frühe Förderung für alle Kinder, damit ungleiche Chancen bereits vor dem Schuleintritt ausgeglichen werden können. Viertens gilt es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für alle zu ermöglichen. Das Angebot an familienexterner und schulergänzender Kinderbetreuung muss die Nachfrage decken. Für armutsbetroffene Familien müssen die Angebote kostenlos sein.

Armutspolitik ist anspruchsvoll und komplex. Eine kohärente Schweizer Armutspolitik braucht deshalb das Engagement aller beteiligter Akteure. Der Bund muss dabei den Lead übernehmen und die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen.

 

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    «Trotz hervorragender Wirtschaftslage nimmt Armut in der Schweiz zu. Für über 600 000 Menschen ist sie heute Realität. Diese Entwicklung steht im Widerspruch zur Bundesverfassung und zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, zu der sich die Schweiz 2015 verpflichtet hat. Eine wirksame Armutsbekämpfung ist dringlich.» (August 2018) Download

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