Hilfe für Flüchtlinge in Syrien

Hilfe für Flüchtlinge in Syrien

Mehr als 11 Millionen Menschen aus Syrien sind auf der Flucht, etwa die Hälfte davon sind Kinder. Caritas Schweiz leistet seit 2012 Nothilfe und langfristige Unterstützung in einem Umfang von 18 Millionen Franken in Jordanien, Syrien, im Libanon und im Nordirak.

Spenden Sie hier

Ja, ich möchte Caritas bei diesem Projekt unterstützen und spende

World map + -

Prix Caritas

Seit 2003 verleiht Caritas Schweiz jedes Jahr im Juni den Prix Caritas. Mit diesem Preis werden Persönlichkeiten für bewundernswertes Engagement, ihre herausragende Arbeit im Bereich des Sozialen, in der Entwicklungszusammenarbeit oder in der interkulturellen Verständigung geehrt. Die Preisträgerinnen und Preisträger zeichnen sich aus durch ein innovatives und nachhaltiges Engagement, und sie sind auf politisch-gesellschaftliche Unterstützung angewiesen. 

Prix Caritas 2016 geht nach Uganda

Vlnr.: Hugo Fasel, Mariangela Wallimann- Bornatico, Andrea Broggini, Alice Achan, Bischof Felix Gmür und Iwona Swietlik. Bild: Priska Ketterer, Caritas Schweiz

Mit dem Prix Caritas 2016 wurde in Luzern die ugandische Pädagogin und Schulleiterin Alice Achan geehrt. Andrea Broggini, Präsident der Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bundes würdigte das Engagement der Preisträgerin. Diese setzt sich seit mehr als fünfzehn Jahren für die Ausbildung von Mädchen und Teenager-Müttern ein.

Alice Achan stammt aus dem Norden von Uganda. Diese Region war während langen Jahren Schauplatz eines Krieges zwischen der ugandischen Armee und der fundamentalistischen Lord’s Resistance Army („Widerstandsarmee des Herrn“, 1991–2006). Zu den ersten Opfern dieser paramilitärischen Bewegung gehörten die Kinder: Sie wurden als Kindersoldaten zwangsrekrutiert. Zusätzlich missbrauchten die Armeekommandanten zahlreiche Mädchen als Sexsklavinnen.

Vor diesem Hintergrund führt Alice Achan einen unermüdlichen Kampf, um Mädchen, die viel zu früh verheiratet und kaum in der Adoleszenz Mütter wurden, wieder Hoffnung auf ein anderes Leben zu geben. Deshalb gründete sie zwei Schulen und Ausbildungsstätten für Mädchen und junge Mütter, die so genannten Girls Academies, die sie seither mit grossem Einsatz ausbaute und weiterentwickelte. Rund 2000 Mädchen hat sie in den vergangenen acht Jahren ausgebildet.

Alice Achan wies anlässlich der Preisverleihung in Luzern darauf hin, dass Armut und niedriges Bildungsniveau dazu führten, dass die Eltern ihre Töchter sehr früh verheiraten, weil sie auf die Mitgift als Familieneinkommen zählen: „Kaum schwanger, werden die jungen Mädchen meist von ihrem Partner verlassen und zudem noch von der Schule ausgeschlossen. Zumindest etwas habe ich ganz sicher erreicht: dass schwangere Mädchen und Mütter in Uganda wieder in die Schule gehen können.“

Bildung als Angelpunkt für eine gerechtere Entwicklung

Die Preisträgerin wisse, dass Investitionen in die Bildung der Mädchen den Angelpunkt bilden für eine gerechtere gesellschaftliche Entwicklung, betonte Andrea Broggini, Präsident des Migros-Genossenschafts-Bundes. „Der eindrücklichste Aspekt am Bildungsengagement von Alice Achan besteht jedoch darin, dass sich die jungen Frauen nicht mehr als fremdgesteuerte Objekte wahrnehmen, sondern dass sie zu Frauen mit einem gesunden  Selbstbewusstsein heranwachsen.“


 

Video über die Preisträgerin

Galerie

Prix Caritas 2016

Prix Caritas 2015+-

Der Prix Caritas 2015 geht an italienischen Journalisten

Mit dem Prix Caritas 2015 wurde in Luzern der italienische Journalist, Autor, Filmer und Blogger Gabriele del Grande ausgezeichnet. Der Basler Bischof Felix Gmür würdigte das Engagement des Preisträgers. Del Grande setzt sich seit mehr als zehn Jahren publizistisch für Migranten und Flüchtlinge ein, die an den Toren Europas stranden.

Der 33-jährige Italiener Gabriele del Grande hat das Schicksal zahlreicher Migranten und Flüchtlinge in Büchern und Zeitungsartikeln dokumentiert. Er stellte sehr rasch fest, dass es über Migranten keine Statistiken gab. Deshalb intensivierte er seine Nachforschungen und veröffentlichte sie auf seinem Blog „Fortress Europe“ (Festung Europa), der mittlerweile in 21 Sprachen übersetzt wird. Gabriele del Grande: „Ungefähr 200 000 Migranten und Flüchtlinge kommen jährlich über das Mittelmeer. Im Verhältnis zu den 507 Millionen Bewohnern der Europäischen Union ist das sehr wenig – weniger als ein halbes Promille! Das verkraftet Europa problemlos.“

Wie Bischof Felix Gmür in seiner Laudatio hervorhob, verdiene del Grande Respekt und Anerkennung für seinen konsequenten und kritischen Blick auf die europäische Migrationspolitik. Diese sei vergiftet vom Gedanken der Abschreckung, sozial folgenschwer, aber wirkungslos: „Die Menschen kommen dennoch. Sie lassen sich nicht abschrecken. Wer wegen Krieg, Gewalt, politischer Unterdrückung oder fehlender Zukunftschancen flieht, der lässt sich von verschlossenen Grenzen nicht abhalten.“

Die Flüchtlinge, die Europa nicht haben wolle, „sind Menschen wie Sie und ich“, bekräftigte der Bischof. Sie hätten eine Würde, die es ohne Wenn und Aber zu achten und zu schützen gelte. Die unantastbare Würde des Menschen sei nicht an den Aufenthaltsstatus gebunden, sie komme ihm kraft seines Menschseins zu. Felix Gmür: „Deshalb sollten wir in der Flüchtlings- und Migrationspolitik eine stärkere Anteilnahme statt Abschottung, mehr Grosszügigkeit statt Gleichgültigkeit, mehr Menschenfreundlichkeit statt Menschenverachtung an den Tag legen.“ Dies gelte gerade auch für diejenigen, die politische Entscheidungen zu treffen haben.


 

Prix Caritas 2014+-

Der Prix Caritas 2014 geht in den Nahen Osten

Bild: Priska Ketterer, Caritas Schweiz

Mit dem Prix Caritas 2014 wurden in Luzern der syrische Jesuit Nawras Sammour aus Aleppo und der Jordanier Wael Suleiman ausgezeichnet. SRG-Generaldirektor Roger de Weck würdigte das Engagement der Preisträger, die sich seit Ausbruch des Krieges für die Vertriebenen in Syrien und im benachbarten Jordanien einsetzen. Sie hätten zahllosen Menschen geholfen, zu überleben und ihre Würde zu bewahren.

Nawras Sammour, selber in Syrien geboren, verantwortet als Leiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) Mittlerer Osten – Nordafrika dessen humanitäre Hilfe in Syrien, insbesondere in den Städten Damaskus und Aleppo. Wael Suleiman, Direktor der Caritas Jordanien, kümmert sich – zusammen mit zahlreichen professionellen Helfern und Freiwilligen – um die syrischen Kriegsvertriebenen, die im Nachbarland Jordanien Zuflucht suchen.

Dank des Engagements der beiden Preisträger konnten Zehntausende von syrischen Familien überleben. Sie stellten ihnen Nahrungsmittel, sauberes Trinkwasser, Kleider, Medikamente und ein Dach über dem Kopf zur Verfügung.

Wie SRG-Generaldirektor Roger de Weck in seiner Laudatio hervorhob, hätten Nawras Sammour und Wael Suleiman nicht nur unzählige Kriegsvertriebene gerettet: „Vielmehr haben die Flüchtlinge auch etwas von ihrer menschlichen Würde bewahren und – vielleicht – ein Stück Hoffnung auf eine bessere Zukunft retten können“.

Mit ihrem vorbehaltlosen und konsequenten Engagement würden die beiden Preisträger ein wichtiges Zeichen setzen. Ihr Handeln entspringe der Grundüberzeugung, „dass ein Recht auf Hilfe alle jene haben, die Hilfe brauchen, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit sowie ihren politischen oder weltanschaulichen Überzeugungen. De Weck: „Sie sind Zeugen eines hochkultivierten, geschichtsträchtigen Syriens. Dank ihnen ist dieses Syrien nicht nur Geschichte. Der Krieg vermochte es nicht hinwegzufegen, es ist in ihrem Handeln präsent, auch als Erinnerung an die Zukunft.“


 

Prix Caritas 2013+-

Der Prix Caritas 2013 geht in den Irak

Die Preisträgerin mit Simonetta Sommaruga und Hugo Fasel. Bild: Priska Ketterer, Caritas Schweiz

Mit dem Prix Caritas 2013 wurde in Luzern die gebürtige Britin Rachel Newton ausgezeichnet. Bundesrätin Simonetta Sommaruga würdigte das Engagement der Preisträgerin, die sich in der autonomen kurdischen Region im Nordirak seit 1998 für die Rechte und den Schutz der Kinder einsetzt. Dank diesem Engagement erhielten in den vergangenen Jahren 7500 Strassenkinder in einem Drop-in-Zentrum Schutz und Obdach.

Durch Rachel Newton haben nicht nur Tausenden von Kindern Geborgenheit, Verpflegung und medizinische Versorgung erhalten, so Bundesrätin Simonetta Sommaruga in ihrer Laudatio. Sie habe auch eine wichtige Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit geleistet, indem sie das soziale Umfeld der Kinder, insbesondere Schulen und Behörden, einbezogen habe. Mit dem Prix Caritas solle ihr langjähriger Einsatz gewürdigt werden. Gleichzeitig würden Rachel Newton Romero und ihre Mitarbeitenden ermutigt, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Sommaruga wies darauf hin, dass Menschen dort leben möchten, „wo ihre Nächsten sind, ihre Familien, ihre Freunde. Sie möchten dort leben, wo sie das Leben verstehen.“ Migranten würden – entgegen einer landläufigen Vorstellung – in aller Regel eine Zukunftsperspektive im eigenen Land suchen, bevor sie ihre Land verlassen würden. Daraus leite sich „eine fundamentale Aufgabe der Politik ab: nämlich dafür zu sorgen, dass Menschen in ihrer Heimat in Würde leben können“.

Deshalb seien humanitäre Hilfe und staatliche Entwicklungszusammenarbeit so wichtig. Dazu seien die Staaten jedoch auf die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft angewiesen. Sommaruga: „Es braucht dazu auch Nichtregierungsorganisationen und Hilfswerke wie die Caritas.“

Gerade das Beispiel des Iraks zeige, dass Kriege dazu führten, dass der Staat seine grundlegenden Aufgaben nicht oder kaum mehr wahrnehme – die Sicherheit, den Schutz der Schwächsten, die Versorgung der Bevölkerung mit den elementaren Bedürfnissen. Vor diesem Hintergrund trete der Bundesrat dafür ein, „dass sich die Schweiz im Rahmen der Internationalen Zusammenarbeit verstärkt in so genannten fragilen Staaten engagiert. Dazu gehören Länder wie der Südsudan, das Horn von Afrika und eben auch der Irak.“ Als neutraler Staat ohne koloniale Vergangenheit verfüge unser Land über gute Voraussetzungen für ein solches Engagement.


 

Prix Caritas 2012+-

Der Prix Caritas 2012 geht nach Guatmela

Mit dem Prix Caritas 2012 wurde in Luzern José María Romero ausgezeichnet. Bundesrat Alain Berset würdigte das Engagement des Preisträgers, der sich als Koordinator einer indianischen Kleinbauern-Vereinigung für das Recht auf Landbesitz engagiert. Dank diesem Engagement erhielten in den vergangenen Jahren mehr als 2000 Familien Zugang zu einem Stück Land, das sie nun – vertraglich abgesichert – bebauen können.

José María Romeros Einsatz sei beispielhaft für eine friedlichere Zukunft Guatemalas und eine gerechtere Landverteilung, so Bundesrat Alain Berset in seiner Laudatio. Mit dem Prix Caritas solle sein jahrzehntelanger Einsatz gewürdigt werden. Gleichzeitig würden Romero und die Bauernvereinigung „Instancia Tierra Norte“ ermutigt, ihren Weg weiterzugehen: „Denn Sie stehen für grundlegende Menschenrechte ein – im Namen und im Auftrag einer marginalisierten und benachteiligten Landbevölkerung.“

Berset wies darauf hin, dass private Hilfswerke wie die Caritas, aber auch die offizielle Schweiz sich in Guatemala für die Förderung der politischen und sozialen Menschenrechte einsetzen würden. Die Eidgenossenschaft hätte mit Experten geholfen, das lange Zeit verschollene oder versteckt gehaltene Polizeiarchiv Guatemalas aufzubereiten und zu digitalisieren. Die Informationen würden auch im Schweizer Bundesarchiv gesichert aufbewahrt. Berset: „Dieser Beitrag der Schweiz ist ein Bekenntnis gegen das Vergessen. Denn nicht zuletzt kann so Aufschluss über die staatliche Gewalt in den dunklen Jahren während der guatemaltekischen Diktatur erlangt werden.“

Ihm sei der Verweis auf die Idee der Solidarität sehr wichtig, betonte der Sozialminister. Die guatemaltekische Tragödie sollte uns bewusst machen, wie wichtig ein funktionierender, starker Sozialstaat sei: „Wo es diesen Staat nicht gibt, machen sich andere Statthalter breit – sehr zum Schaden der Mehrheit und zum Schaden der Demokratie.“ Solidarität wiederum müsse eine Leitidee für den Aufbau einer Gesellschaft sein. Deshalb heisse es in der Schweizer Bundesverfassung: „Die Stärke einer Gesellschaft bemisst sich am Wohl der Schwachen.“


 

Prix Caritas 2011+-

Der Prix Caritas 2011 geht auf die Philippinen

Bild Prix Caritas 2012

Mit dem Prix Caritas 2011 wurde in Luzern Cecilia Flores-Oebanda ausgezeichnet. Botschafter Martin Dahinden, Direktor der DEZA, würdigte das Engagement der Preisträgerin für Frauen und Mädchen, die Opfer von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und anderen Formen der Gewalt wurden. Die Preissumme von 10 000 Franken kommt ihrer Stiftung „Visayan Forum“ zugute. Diese leistet einerseits konkrete Opferhilfe, andererseits realisiert sie auch soziale und politische Präventionsarbeit, um Formen von Versklavung und sexueller Ausbeutung wirksam zu verhindern.

Seit 20 Jahren, so Martin Dahinden, trete Cecilia Flores-Oebanda für die Rechte von armen Frauen und Kindern ein. In dieser Zeit habe sie mehr als 40 000 randständigen Kindern und Jugendlichen geholfen und ihnen eine Chance auf eine lebenswerte Zukunft gegeben. Deshalb habe sie den Prix Caritas für Menschlichkeit mehr als verdient.

Mit ihrer Organisation „Visayan Forum“ leistet die Preisträgerin konkrete Überlebenshilfe, indem sie Strassenkindern, Hausangestellten oder misshandelten Frauen und Kindern in Auffangzentren in über 20 Städten des Landes mit einem schützenden Dach über dem Kopf, mit Gesundheits- und Hygiene-Massnahmen zur Seite steht und sie mit dem Lebensnotwendigsten ausstattet. Darüber hinaus vermittelt das Visayan Forum auch Rechtsbeistand und eine schulische oder berufliche Ausbildung.

Neben dieser konkreten Hilfe für Menschen in Not unterstützt Cecilia Flores Bewegungen und Kräfte der philippinischen Zivilgesellschaft, damit Ausbeutung und Missbrauch öffentlich angeprangert, gerichtlich verfolgt und an ihren Wurzeln bekämpft werden. Zu diesem Zweck arbeitet sie mit der öffentlichen Hand und mit Unternehmen zusammen – beispielsweise mit Fluggesellschaften, Tourismuseinrichtungen oder Reisebüros. Nicht zuletzt knüpft sie internationale Netzwerke zur Beseitigung von Menschenhandel und Sklaverei.


 

Prix Caritas 2010+-

Der Prix Caritas 2010 geht nach Haiti

Mit dem Prix Caritas 2010 für Menschlichkeit wurden heute in Luzern Schwester Vincenzina Dallai und Père Gérard Dorméville ausgezeichnet. Bundesrat Didier Burkhalter würdigte das Engagement der Preisträgers für die Ausbildung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Gonaïves. Die Preissumme von 10 000 Franken kommt der Schule «La Sainte Famille» zugute, wo 1300 Kinder aus dem Elendsviertel «Trou Sable» unterrichtet werden.

Die beiden Preisträger engagieren sich seit Jahrzehnten in der Bildung und Ausbildung von Kindern aus armen Verhältnissen. Wesentlich für den nachhaltigen Erfolg der Schule in Gonaïves ist, dass die Eltern als Freiwillige konsequent einbezogen werden.

Dank der Beharrlichkeit der beiden Geehrten ist nicht nur die Zahl der Schulkinder sprunghaft angestiegen. Auch das Angebot der Schule konnte laufend erweitert werden – vom Kindergarten über die Primarschule bis zur Sekundarschule und Lehrgängen der Berufsausbildung.

Bundesrat Burkhalter erklärte in Luzern, der Prix Caritas sei für Schwester Vincenzina Dallai und Père Gérard Dorméville eine verdiente Auszeichnung. Sie hätten auf eindrucksvolle Weise das Menschenrecht auf Bildung und Ausbildung für alle konkret gemacht. Sie würden mit ihrer Bildungsarbeit aber auch einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung von Armut leisten.


 

Prix Caritas 2009+-

Der Prix Caritas 2009 geht nach Bangladesch

Mit dem Prix Caritas 2009 für Menschlichkeit wurde in Luzern Muhammad Ibrahim ausgezeichnet. Nationalrätin Barbara Schmid-Federer würdigte in ihrer Laudatio das jahrzehntelange Engagement des Preisträgers für die Ausbildung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher. Muhammad Ibrahim setzt die Preissumme von 10 000 Franken für ein Berufsbildungsprojekt ein.

Der promovierte Physiker, der auch an der Universität in Dhaka einen Lehrstuhl inne hat, ist langjähriger Präsident der Gesellschaft für Solarenergie in Bangladesch sowie Experte von Uno-Sonderorganisationen wie der Welternährungsorganisation oder der Unesco. Ausgezeichnet wurde der Naturwissenschaftler jedoch für eine nunmehr 30-jährige pionierhafte und zukunftsweisende Bildungsinitiative, das "Centre for Mass Education and Science" (CMES).

Für Kinder aus sozial benachteiligten Familien entwickelte Ibrahim ein angepasstes Ausbildungssystem. So werden Bildung und Berufsqualifizierung in einer engen Art und Weise zusammengeführt. Die Schüler erhalten eine schulische Grundausbildung, Persönlichkeitsbildung und eine Berufsausbildung, die sie befähigt, als selbstständige Unternehmer tätig zu werden. Rund 30 000 Schülerinnen und Schüler besuchen heute die von Ibrahim Muhammad gegründeten Zentren.

Nationalrätin Barbara Schmid-Federer erklärte, der Prix Caritas sei für Muhammad Ibrahim eine verdiente Auszeichnung. Er habe nicht nur auf eindrucksvolle Weise das Recht auf Bildung für alle konkret gemacht, sondern auch wesentliche Akzente für eine Entwicklungshilfe gesetzt, die auf sozialen Ausgleich und Nachhaltigkeit baue.


 

Prix Caritas 2008+-

Der Prix Caritas 2008 geht in die Dominikanische Republik

Dieses Jahr geht der Prix Caritas nach Santo Domingo: Die Heilpädagogin Jacinta Torres gründete vor 20 Jahren die erste Schule der Dominikanischen Republik für geistig und körperlich behinderte Kinder aus armen Familien. Sie begann zunächst mit einer Klasse von fünf Kindern. Sie konnte den Eltern sehr rasch und überzeugend aufzeigen, wie auch geistig behinderte Kinder in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung gefördert werden können. Wegen des überzeugenden heilpädagogischen Konzepts entwickelte sich die kleine Schule sehr rasch. Heute besuchen 260 Kinder „Rayo de Sol“ (Sonnenstrahl).

Nationalrat Christophe Darbellay würdigte in seiner Laudatio im KKL Luzern vor 700 Gästen das jahrzehntelange Engagement der Preisträgerin für behinderte Kinder aus armen Familien. Jacinta setzt die Preissumme von 10 000 Franken für die Weiterentwicklung Schulprojekt „Rayo de Sol“.

"Der Prix Caritas ist für mich eine Ermutigung, weiterzumachen; und er kann auch andere Menschen motivieren, solidarisch zu sein oder solidarisch zu bleiben, weil die Menschen mit einer geistigen Behinderung sind auf uns alle angewiesen", sagte Jacinta Torres bei der Preisübergabe am Mittwoch Abend im KKL Luzern. Sie schloss in ihren Dank auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein.


 

Prix Caritas 2007+-

Der Prix Caritas 2007 geht nach Genf

Mit dem Prix Caritas 2007 für Menschlichkeit wurden in Luzern Pater Jean-Marie Viénat und Schwester Anne Féser ausgezeichnet. Bundesrat Pascal Couchepin würdigte in seiner Laudatio das jahrzehntelange Engagement der beiden Ordensleute im Dienst der Armen und Ausgeschlossenen. Die Preisträger setzen das Geld für eine Kinderkrippe in ihrem Sozialzentrum C.A.R.É (Genf) ein.

Der Jurassier Jean-Marie Viénat ist nicht nur Priester, sondern auch Sozialarbeiter und Streetworker. Seit 30 Jahren führt er in Genf das Zentrum C.A.R.É. Schwester Anne Féser, ursprünglich eine Hauspflegerin, engagiert sich dort seit 1989. Das C.A.R.É wird täglich von über 150 Menschen am Rand der Gesellschaft besucht. Es ist für sie ein sozialer Treffpunkt. Darüber hinaus erhalten sie eine warme Mahlzeit und können sich gemeinsam an Aktivitäten beteiligen.

Zusammen mit einem kleinen Team von vollamtlichen Mitarbeitenden und dank der Unterstützung von rund 60 Freiwilligen haben Jean-Marie Viénat und Anne Féser Eindrückliches geleistet: In den dreissig Jahren seines Bestehens sind im C.A.R.É. rund eine Million warmer Mahlzeiten ausgeteilt worden, allein im vergangenen Jahr waren es 65'000 Mahlzeiten. Ebenfalls im vergangenen Jahr haben etwa 15'000 Menschen die Werkstätten und Ateliers im C.A.R.É. besucht. Sie erhielten die Möglichkeit zu töpfern, zu zeichnen, Körbe zu flechten, Fahrräder zu reparieren oder zu gärtnern. Oder sie konnten sich ganz einfach wieder einmal duschen und die Haare schneiden lassen.

Bundesrat Pascal Couchepin, der den Prix Caritas in Luzern übergab, betonte, die beiden Preisträger hätten "eine eindringliche Lektion des Teilens und Helfens erteilt". Jean-Marie Viénat und Anne Féser würden am Rand der Gesellschaft ein prophetisches Zeugnis ablegen: "Wie alle Propheten halten sie uns den Spiegel unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit vor. Unser Land braucht um seiner sozialen Entwicklung willen Lebenszeugnisse wie die Ihren. Dafür gebührt ihnen Dank." 


 

Prix Caritas 2006+-

Der Prix Caritas 2006 geht nach Kolumbien

Mit dem Prix Caritas 2006 für Menschlichkeit wurde in Luzern der Fotograf und Journalist Jesús Abad Colorado ausgezeichnet. Die Caritas würdigt damit sein Engagement für Frieden und Gerechtigkeit in Kolumbien.

Seit vielen Jahren dokumentiert Jesús Abad mit seinen Bildern den Krieg in Kolumbien aus der Sicht der Opfer. Als freier Journalist veröffentlicht er Fotos in kolumbianischen Zeitungen und Zeitschriften, er publiziert aber auch in internationalen Medien Fotoreportagen. Seine Bilder werden immer wieder an Ausstellungen im Ausland gezeigt, so in Kanada, USA, Kuba, Argentinien, Spanien und Deutschland. In der Schweiz war die Ausstellung „Memoria – der vergessene Krieg in Kolumbien“ während zwei Jahren an über 40 Orten zu sehen.

Botschafter Walter Fust, Direktor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), sagte in seiner Laudatio, mit dem Prix Caritas 2006 solle das konsequente und furchtlose Eintreten von Jesús Abad für ein Kolumbien ohne Gewalt geehrt werden. Der Preis sei auch eine Hommage an die Opfer des Krieges und der Gewalt. Schliesslich solle ein ethisch motivierter kritischer Journalismus gewürdigt werden.

Der bewaffnete Konflikt zwischen Militärs, Guerillas und paramilitärischen Todesschwadronen blute Kolumbien seit vierzig Jahren aus: „Zehntausende wurden getötet, weit über zwei Millionen Menschen wurden durch den Krieg aus ihren angestammten Regionen vertrieben, und Millionen von Kolumbianern mussten im Ausland eine neue, bessere Zukunft suchen.“

Wie zahllose seiner Landsleute stelle sich Jesús Abad, so Fust, dieser Gewalt entgegen. Für den Fotografen sei klar, dass der Krieg nicht militärisch beendet, sondern politisch gelöst werden müsse. Mit seinen Bildern wolle Jesús Abad die gesellschaftliche Wirklichkeit Kolumbiens deutlich machen, zugleich aber auch seine Solidarität mit den Opfern von Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit zum Ausdruck bringen.

In seiner Dankesrede betonte Jesús Abad, er möchte ein Fotograf des Lebens sein inmitten des Todes und des Schmerzes. Er wolle mit seinen Bildern die Würde der Opfer zum Ausdruck bringen. Er zeige nicht nur Tote, Vertriebene und Trauernde, sondern auch Menschen, die sich mutig gegen alle Kriegsparteien zur Wehr setzen.

Caritas-Direktor Jürg Krummenacher wies darauf hin, dass die Schweizer Hilfswerke zusammen mit dem Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten in Kolumbien seit 2001 systematisch die Friedensarbeit fördern würden. Sie würden sich vom gleichen Grundgedanken wie Jesús Abad leiten lassen: „Auch wir sind der Überzeugung, dass es in Kolumbien politische und soziale Lösungen braucht. Am Friedensprozess dürfen nicht nur die militärischen Exponenten beteiligt werden. Auch die breite Bevölkerung, die Zivilgesellschaft, muss zu Worte kommen.“ Ziel der schweizerischen Friedensbemühungen sei es deshalb, Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften sowie Frauen- und Indianerorganisationen zu stärken.


 

Prix Caritas 2005+-

Der Prix Caritas 2005 geht in den Südsudan

Mit dem Prix Caritas 2005 für Menschlichkeit wurde in Luzern der sudanesische Bischof Paride Taban ausgezeichnet. Die Caritas würdigt damit sein jahrzehntelanges Engagement für Frieden und Gerechtigkeit im Südsudan. 

Der 67-jährige Bischof stand bis vor kurzem der Diözese Torit mit 400’000 Katholikinnen und Katholiken vor. Während des zweiten Bürgerkrieges von 1983 bis 2005 harrte er unter schwierigsten Bedingungen in seiner Diözese aus. Seit vielen Jahren setzt er sich – auch in der europäischen Öffentlichkeit – für den Frieden im Sudan ein. Wegen seines Engagements befand sich Paride Taban auch schon im Gefängnis. Er überlebte Bombardierungen, Militärattacken auf der Strasse und sogar ein Attentat.

Nationalrätin Doris Leuthard sagte in ihrer Laudatio, Paride Taban habe seinen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit konkret und praktisch gelebt: „Er forderte das Recht der leidenden Bevölkerung auf Nahrung, Obdach und Bildung ein. Er sorgte während der Kriegs- und Dürrejahre für das Überleben der wehrlosen Zivilbevölkerung. Und er baute Schulen, in denen junge Menschen das friedliche Zusammenleben einübten.“

Paride Taban habe aber auch den öffentlichen Auftritt nicht gescheut. Er habe seine Stimme im Sudan erhoben und vor internationalen Menschenrechtskommissionen ausgesagt: „Konsequent machte er sich zum Sprachrohr derer, die keine Stimme haben. Das verschaffte ihm weltweit Respekt. Zu Hause aber handelte er sich Ungemach, ja politische Verfolgung ein.“

In seiner Dankesrede wies Paride Taban darauf hin, dass er während 50 Jahren seines Lebens Krieg erlebt habe. Seit dem Friedensabkommen im Januar 2005 befinde sich der Südsudan in einer neuen Phase seiner Geschichte. Dieser Weg sei zwar steinig und lang. Er setze die Hoffnung aber auf die Bevölkerung, die genug vom Krieg und den Willen zur Versöhnung habe.

Mit dem Preisgeld von 10’000 Franken unterstützt die Caritas das Friedensdorf von Bischof Paride Taban. Dort leben achtzig Familien aus den unterschiedlichsten Ethnien und bebauen gemeinsam das Land. Ebenso ist eine Schule für 170 Kinder geplant.


 

Prix Caritas 2004+-

Der Prix Caritas 2004 geht nach Tadschikistan

Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss hat im Kultur- und Kongresszentrum Luzern den zweiten Prix Caritas für Menschlichkeit übergeben. Preisträgerinnen sind die tadschikischen Ärztinnen Rosiamo Ashurova und Saodat Kamalova.

Unmittelbar nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben die beiden Ärztinnen in Duschanbe das Sozialprojekt „Odamiyat“ (Menschlichkeit) ins Leben gerufen. Ziel war es, alte Menschen ohne Einkommen und ohne Familienangehörige zu unterstützen. Daraus ist mittlerweile ein Betagtenzentrum entstanden, das regelmässig von 2500 Menschen besucht wird. Die Preissumme von 10 000 Franken soll dem Sozialzentrum „Odamiyat“ zugute kommen.

Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss führte in ihrer Laudatio aus, dass die beiden Ärztinnen in einer Krisengesellschaft ein herausragendes Zeichen der Menschlichkeit gesetzt hätten. Mit der Auszeichnung durch den Prix Caritas solle nicht nur ihr Einsatz für mittellose Betagte gewürdigt werden. Der Prix Caritas unterstütze auch das politische Engagement von Rosiamo Ashurova und Saodat Kamalova – im Besonderen ihr Eintreten für die Kinderschutzkonvention und ein soziales Gesundheitssystem sowie ihr mutiger Kampf gegen Korruption und Machtmissbrauch.

Der Prix Caritas wird alljährlich vergeben. Die Auszeichnung geht an Personen, die Ausserordentliches im Sozialen, in der Entwicklungszusammenarbeit oder in der interkulturellen Verständigung geleistet haben.


 

Prix Caritas 2003+-

Der erste Prix Caritas geht auf die Philippinen

Caritas hat erstmals den Prix Caritas für Menschlichkeit verliehen. Preisträger ist der international bekannte irische Priester Shay Cullen. Seit 1969 kämpft der Geehrte auf denPhilippinen gegen Menschenhandel und Kinderprostitution. Gleichzeitig gründete er ein Zentrum, das missbrauchte Kinder therapiert und ihnen eine angepasste Ausbildung vermittelt. Die Preissumme von 10'000 Franken soll dem Therapiezentrum zugute kommen. Shay Cullen ist vor kurzem auch für den Friedensnobelpreis 2003 nominiert worden.

Nationalrätin Rosmarie Zapfl begründete die Auszeichnung: Mit dem Prix Caritas sollen Shay Cullens politischer Kampf zugunsten der Menschenrechte auch für die Kinder sowie seine konkrete Kinderhilfe gewürdigt und unterstützt werden.

Der Prix Caritas wird alljährlich vergeben. Die Auszeichnung geht an Personen, die Ausserordentliches im Sozialen, in der Entwicklungszusammenarbeit oder in der interkulturellen Verständigung geleistet haben.