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Was Kinderflüchtlinge im Haus der Jugend gelernt haben

Erfolgreiche Integrationsschritte in Immensee (Schwyz) - Mediendienst 6/2018

Seit dem 16. August 2016 hat die Caritas im Auftrag des Kantons Schwyz in Immensee über 50 Jugendliche aus Afghanistan, Eritrea, Somalia, Syrien, Guinea, Äthiopien und Mali auf ihrem Lebensweg begleitet. Betrachtet man ihre Entwicklung über die letzten knapp eineinhalb Jahre, sind die Fortschritte unübersehbar.

Ab August 2018 gehen elf Jugendliche aus dem Haus der Jugend in ein Brückenangebot des Kantons Schwyz mit dem Ziel, in zwei Jahren das schulische Niveau für eine Berufsausbildung zu erreichen. Dies ist als grosser Erfolg zu bewerten, wenn man bedenkt, dass Jugendliche in der Schweiz neun Jahre zur Schule gehen, um auf diesen Entwicklungstand zu gelangen. Neben den sprachlichen Hindernissen haben die jungen Flüchtlinge oftmals auch in anderen schulischen Bereichen grosse Defizite. Die Jüngeren erhalten die Möglichkeit, die öffentliche Schule in Küssnacht zu besuchen. Bis auf zwei konnten alle von der Integrationsklasse in die Regelklasse wechseln. Selbstverständlich sind im Unterricht an der Volksschule einige kleinere Anpassungen notwendig, zum Beispiel bei der Benotung im Fach Deutsch. Trotzdem erachten wir dieses Vorgehen als sehr wertvoll, denn neben der schulischen wird auch die gesellschaftliche Integration gefördert.


Kanton Schwyz fördert Integrationsbemühungen

Ohne eine enge Begleitung in der Schule, aber auch im Alltag, wären solche Entwicklung nicht möglich. Wir können unsere Arbeit jedoch nur gut machen mit unserem Auftraggeber als starkem Partner im Rücken. Das Amt für Migration vom Kanton Schwyz fördert Integrationsbemühungen zugunsten der Jugendlichen in hohem Masse. Dadurch werden für die Jugendlichen angepasste Lösungen wie ein Motivationssemester in einer kleinen Klasse, der Besuch einer speziellen Sprachförderklasse oder auch ein praxisorientierter Gastrokurs erst möglich. Durch Schnupperlehren und Einsätze im Beschäftigungsprogramm des Kantons Schwyz werden die jungen Flüchtlinge auch auf den Arbeitsalltag vorbereitet. Dies ist wichtig, da die Jugendlichen sich aufgrund eines schriftlichen Beschriebs keine Vorstellungen über einen Beruf machen können. Zudem haben sie, geprägt durch ihre Herkunftsländer, andere Vorstellungen über das Arbeiten. Je schneller sie sich mit der Arbeitswelt in der Schweiz vertraut sind, desto besser ist die Perspektive für eine berufliche Integration.


Vereine ermöglichen wichtige Kontakte

Es wäre jedoch falsch sich ausschliesslich auf die schulischen und beruflichen Aspekte zu beschränken. Mehr als 15 Jugendliche besuchen in der einen oder andren Form einen Verein und kommen dadurch in einen intensiven Kontakt mit der Schweizer Bevölkerung. So konnte ein Jugendlicher an den nationalen Meisterschaften im Ringen teilnehmen und sogar gewinnen. Andere schiessen Tore in den lokalen Fussballklubs. Im Jugendtreff Oase sowie beim Midnightsport Küssnacht sind die jungen Flüchtlinge immer willkommen. Regelmässig bekommen wir positive Rückmeldungen von der lokalen Bevölkerung. Damit diese tollen Entwicklungen möglich sind, braucht es neben den Partnern vom Kanton, Bezirk und der Missionsgesellschaft Bethlehem als Vermieter ein gut ausgebildetes, motiviertes und vor allem flexibles Team. Zu betonen ist jedoch, dass Integration keine Momentaufnahme, sondern immer ein Prozess ist. Der Erfolg unserer Arbeit zeigt sich vielleicht erst in ein paar Jahren mit der finanziellen Unabhängigkeit und der vollständigen beruflichen und gesellschaftlichen Integration.

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