Was ist so schlimm am Klimawandel?

Antworten auf drängende Fragen - Mediendienst 07/2019

Blog: Was ist so schlimm am Klimawandel?Seit der Industrialisierung hat sich die Erde im Durchschnitt um mehr als 1 Grad erwärmt. In der Schweiz ist es bereits circa 2 Grad heisser.

Wir sehen die Folgen davon immer deutlicher. Auf das Jahr 2017 mit dem Bergsturz von Bondo – ausgelöst von schmelzendem Permafrost – folgte der Hitzesommer 2018 mit extrem hohen Temperaturen, knappem Trinkwasser in vielen Gemeinden, ausgetrockneten Feldern sowie Fischsterben in den überhitzten Flüssen und Seen.

Unter der Klimaveränderung leiden Entwicklungsländer aber noch viel stärker als die Schweiz: unvorhersehbare Wetterabläufe, tropische Stürme, Überflutungen und extreme Regenfälle, zunehmende Dürren mit Ernährungs- und Wasserengpässen sowie der Anstieg des Meeresspiegels.

Arme Bevölkerungsgruppen sind besonders exponiert. Sie leben in Regionen und Ländern, die häufig von Klimakrisen und Umweltkatastrophen heimgesucht werden. Gleichzeitig fehlen ihnen die nötigen Mittel, um sich an die negativen Klimafolgen anzupassen.

Wie antwortet die Weltgemeinschaft darauf?

Mit dem Pariser Klimaübereinkommen 2015 wollen die Länder die drohende Klimakatastrophe abwenden. Sie haben vereinbart, die Erderwärmung auf «deutlich unter 2 Grad» zu begrenzen. Auf Druck von besonders betroffenen Ländern gilt eine Zielmarke von 1,5 Grad.

Schon in einer 1,5 Grad wärmeren Welt wird es ungemütlich. Ein halbes Grad mehr wäre jedoch noch viel schlimmer. Denn mit jedem Zehntel Grad steigt das Risiko, dass der Klimawandel sich durch seine Folgen selbst verstärkt und nicht mehr zu stoppen ist.

Der UNO-Weltklimarat zeigt auf: Im Vergleich zu 1,5 Grad gäbe es bei zwei Grad noch mehr Dürren und Unwetterkatastrophen. 10 Millionen Menschen mehr wären unmittelbar vom Meeresspiegelanstieg betroffen. Sämtliche Korallenriffe würden absterben anstatt «nur» 70 bis 90 Prozent. 18 statt 6 Prozent aller Insekten und 16 statt 8 Prozent aller Pflanzenarten wären vom Aussterben bedroht.

Aus: Entwicklungszusammenarbeit: Warum braucht es sie auch heute noch? 46 Antworten auf drängende Fragen. Diese Publikation der Caritas Schweiz findet sich auf www.caritas.ch/eza oder kann gratis bestellt werden unter info@caritas.ch.


Bild: Das Vieh rund um einen der wenigen Wasserpunkte des Wegnia Sees, Mali. (c) Lassine Coulibaly/Caritas Schweiz

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