Überbrückungshilfe für 6000 Personen

Wie das Caritas-Netz in der Corona-Krise Menschen in Not unterstützt - Mediendienst 05/2020

Caritas Schweiz und die Regionalen Caritas-Organisationen haben seit Beginn der Corona-Krise Überbrückungshilfe für rund 6000 Personen in einem Umfang von rund zwei Millionen Franken geleistet. Zudem haben sie Einkaufsgutscheine im Wert von 200 000 Franken für die Caritas-Märkte verteilt. Auf Unterstützung angewiesen sind besonders Personen, die sich vor der Krise aus eigener Kraft über der Armutsgrenze halten konnten und nun infolge von Einkommenseinbrüchen Unterstützung benötigen.

660 000 Armutsbetroffenen und mehr als eine Million armutsgefährdete Menschen gab es gemäss den im Januar 2020 veröffentlichten Zahlen des Bundesamtes für Statistik in der Schweiz, bevor sich das Coronavirus verbreitete. Bei den Sozialberatungen der 16 Regionalen Caritas-Organisationen melden sich eine Vielzahl von Menschen aus diesen Gruppen, die in existenzielle Schwierigkeiten geraten. Viele haben zuerst versucht, sich aus eigener Kraft über die Runden zu bringen und dafür ihre letzten Reserven eingesetzt. Manche konnten auf die Hilfe der Familie oder von Freunden zählen. Seit Ende April schlagen aber die Lohnausfälle infolge der Kurzarbeit, wegfallenden Stundenlöhnen und reduzierter Arbeit auf Abruf in aller Härte durch. Auch Selbständige, oft Einzelfirmen im Dienstleistungsbereich, erleiden drastische Umsatzeinbussen und suchen die Beratungen der Caritas auf. Sie wissen nicht, wie sie Mieten oder offene Zahnarztrechnungen bezahlen sollen. 

Die Zahl der Beratungsgespräche bei der Caritas ist seit Beginn der Krise deutlich angestiegen. Rund 6000 Personen erhielten bisher Überbrückungshilfe. Diese beträgt je nach Bedarf bis 1000 Franken bzw. bis 3000 Franken für Familien. Unterstützt wurden Familien, darunter auch viele Alleinerziehende, sowie kinderlose Haushalte und alleinlebende Personen. Die aktuelle Entwicklung in den Sozialberatungen lässt keinen Zweifel daran, dass diese Form von Unterstützung auch weiterhin notwendig ist. Hilfsanfragen von Sans-Papiers sind besonders in Genf und Lausanne zahlreich.

Der Bedarf zeigt sich auch in den 21 Caritas-Märkten in der Schweiz. Der Verkauf von haltbaren Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Milch, Speiseöl oder Teigwaren ist im März um mehr als die Hälfte gestiegen. Der Durchschnittseinkauf stieg von 13 auf 17 Franken an. Auch der Kreis der berechtigten Kundinnen und Kunden wird grösser: Die Regionalen Caritas-Organisationen stellten im Lauf des Aprils Hunderte von neuen Einkaufskarten für den Caritas-Markt aus. Gleichzeitig wurden Einkaufsgutscheine im Wert von 200 000 Franken abgegeben, um die Budgets der Betroffenen zu entlasten.

Caritas Schweiz finanziert diese Hilfe mit Unterstützung der Glückskette und aus eigenen Spenden. Die Regionalen Caritas-Organisationen ergänzen diese Gelder dank der Unterstützung ihrer eigenen Spenderinnen und Spender. Aus der Sammlung der Glückskette hat Caritas Schweiz im April und Mai drei Millionen Franken erhalten, die sie schon weitgehend an Menschen in Notlagen weitergegeben hat. Weitere Beiträge der Glückskette an die Corona-Hilfe der Caritas sind vorgesehen.

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Caritas-Engagement: Armutsbekämpfung