Solidarität mit armen Ländern ist gefordert

Corona-Krise: Projekte der Caritas weltweit - Mediendienst 04/2020

Das Corona-Virus betrifft die ganze Welt. Viele Projektländer der Caritas sind bisher noch weniger betroffen als etwa die Schweiz. Um eine Ausbreitung der Krankheit wo immer möglich einzudämmen, sind jetzt in erster Linie Hygienemassnahmen notwendig. Zudem erhält der Kampf gegen Armut neue Dringlichkeit. 

Blog: Solidarität mit armen Ländern ist gefordertWegen mangelhafter Ernährung und fehlender sanitärer Grundversorgung ist der Gesundheitszustand der ärmsten Bevölkerung schon heute prekär. Die Zahl geschwächter Menschen mit chronischen Krankheiten ist hoch. Bereits in Zeiten ohne Epidemien stossen die staatlichen Gesundheitssysteme vieler Entwicklungsländer an ihre Grenzen. In einer ersten Phase verstärkt Caritas Schweiz in den Projektländern die Hygienemassnahmen, sensibilisiert und leistet Überlebenshilfe:

  • So startet Caritas Schweiz in Haiti ein Hilfsprojekt, das auf die Erfahrungen im Kampf gegen die Cholera baut. Die gefährdete Bevölkerung wird auf die absolute Notwendigkeit von Hygienemassnahmen sensibilisiert und erhält dafür unerlässliche Artikel wie Seife.
  • In Syrien hat Caritas Schulkindern und ihren Familien in unseren Projekten Hygienepakete mit Seife, Handtüchern und Desinfektionsmittel abgegeben. Rechtzeitig vor den staatlich angeordneten Schulschliessungen gab es für die Kinder Aufklärungskampagnen und Hygieneschulungen.
  • In Indonesien informiert Caritas die Bevölkerung im Projektgebiet über die Gefahren des Corona-Virus und wie sie sich mit Hygienemassnahmen und einfachen Verhaltensregeln (social distancing) vor einer Infektion schützen können. Zudem werden Hygienepakete inklusive Seife und desinfizierenden Putzmittel an die Familien verteilt. 
  • In Bosnien-Herzegowina unterstützt Caritas Schweiz in den kommenden drei Monaten 6000 Personen aus besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Dazu zählen Familien, die aufgrund der Corona-Krise ihr Einkommen verloren haben, sowie Alleinerziehende, ältere, kranke und behinderte Menschen. Sie erhalten Nothilfegüter wie Lebensmittel und Hygieneartikel oder Einkaufsgutscheine, mit denen sie ihre Grundbedürfnisse in lokalen Geschäften decken können.
  • In Bolivien hat Caritas Schweiz in den Städten La Paz/El Alto, Cochabamba, Santa Cruz und weiteren Ortschaften, sowie in Peru an der Grenze zu Bolivien Anfang April Nothilfemassnahmen gestartet. Verteilt werden Lebensmittel und Einkaufsgutscheine, Hygieneartikel und Schutzmaterial an 200 venezolanische Flüchtlingsfamilien und an 1545 besonders gefährdete Bolivianerinnen und Bolivianer, die aufgrund des Ausgehverbots keine Möglichkeit mehr haben, Geld zu verdienen. Den Familien werden zudem Unterkünfte zur Verfügung gestellt.
  • Caritas Schweiz arbeitet im Südsudan in der Corona-Task-Force des Staates Eastern Equatoria mit. Dabei übernimmt sie die Aufgabe, die Bevölkerung über Risiken und Vorbeugemassnahmen zu informieren. In Radio-Sendungen und mit auf Fahrzeugen installierten Mikrofonen werden diese Informationen bis in abgelegene Dörfer verbreitet. Zudem erhalten 3000 Haushalte Eimer mit Auslass sowie Seife. Bohrlöcher werden wieder funktionsfähig gemacht, um den Zugang zu sauberem Wasser für die persönliche Hygiene zu verbessern. 30 Hygiene-Promotoren der Caritas Schweiz machen Hausbesuche und informieren die Menschen über das Corona-Virus und wirksame Hygienemassnahmen.
  • In Tadschikistan versorgt Caritas Schweiz bis Ende Juni 1350 Schulen mit Seife und Desinfektionsmittel für eine gute Hygiene beim Händewaschen.

Die grosse Mehrheit der Menschen in den Projektländern der Caritas Schweiz lebt von Tag zu Tag, hat meist ungeregelte Arbeitsverhältnisse und verfügt über keinerlei finanzielle Absicherung durch ein staatliches Sozialsystem. Aufgrund von Corona ergriffene Massnahmen wie Ausgangsperren oder Grenzschliessungen bekommen die Menschen dies sehr schnell und gravierend zu spüren. Die informelle Wirtschaft bricht zusammen, der Handel ist zunehmend erschwert oder gar verunmöglicht. Es ist zu erwarten, dass Armut und Hunger sprunghaft ansteigen werden. Frauen und Kinder werden davon besonders betroffen sein. Caritas Schweiz wird sich dafür engagieren, die fatalen Folgen für die Schwächsten der Gesellschaft abzumildern. 

Bild: Bogota, Kolumbien, 2019. Die Menschen fliehen vor der politischen Instabilität, die zu extremer Armut, Gewalt in den Städten, ausufernder Inflation, Arbeitslosigkeit, Mangel an Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung geführt hat. Die beiden Venezolanischen Migranten warten darauf, registriert zu werden. (c) Luca Zanetti

Caritas-Engagement: Das Coronavirus betrifft die ganze Welt.