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Ostafrika: Zwischen Sturzfluten und Hungersnot

Mehr als 13 Millionen Menschen sind hungergefährdet - Mediendienst 6/2018

Klimatische Schocks, Bürgerkrieg und eine instabile politische Lage bestimmen weiterhin die humanitären Bedarfe in Ostafrika. Gemäss Einschätzung des Koordinationsbüros für Humanitäre Hilfe der Uno (OCHA) sind am Horn von Afrika insgesamt über 13 Millionen Menschen als hungergefährdet einzustufen sind. Weiterhin zählt die Region 1,6 Millionen Flüchtlinge sowie mehr als vier Millionen intern Vertriebene. Umfassende und nachhaltige humanitäre Hilfsprogramme sind notwendig, um die Gefahr einer regionalen Hungersnot einzudämmen.

Eine Entspannung der Situation in Ostafrika ist nicht in Sicht. Und als ob die dramatischen Folgen der Dürre der drei letzten Jahre nicht genügten, wurde Somaliland am 19. Mai auch noch von einem schweren Zyklon heimgesucht. Hunderttausende von Menschen sind auf der Flucht vor den Wetterextremen und auf der Suche nach einem neuen und sicheren Zuhause. Als Folge der Dürre ist die ökonomische Situation für sie äusserst schwierig. Ihre Lebensgrundlagen sind zerstört. Auch der Regen, der in diesem Jahr wieder etwas verbreiteter fällt, ändert daran nichts. Ein Grossteil der Bevölkerung lebt von der Land- und Viehwirtschaft und wird infolge der Trockenheit und des Ernteausfalls nicht in der Lage sein, die eigene Ernährung sicherzustellen.

Die verheerende Kombination aus Gewalt, politischer Unsicherheit und klimatischen Schocks hat mehr als 5,6 Millionen Menschen in Ostafrika in die Flucht getrieben. Ohne Hilfe werden die betroffenen Menschen die Not nicht überstehen, geschweige denn ihre Lebensgrundlagen wiederherstellen können. Deshalb ist eine nachhaltige Unterstützung in Form von Nothilfe, kombiniert mit langfristigen Entwicklungsperspektiven, notwendig.


Wie hat Caritas Schweiz bisher Hilfe geleistet?

Caritas Schweiz ist seit Jahren in Äthiopien, Kenia, Somaliland und im Südsudan tätig, oft in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen. Hauptzielgruppe der meisten Projekte von Caritas Schweiz sind die besonders armen Bevölkerungsgruppen in den ländlichen Regionen.

In Äthiopien konzentriert Caritas die Nothilfe auf die Bereiche Ernährungssicherung und Wasserversorgung. Zur Wasserversorgung gehört der Zugang zu Trinkwasser und Wasser für die Nahrungsproduktion. Im Bereich Ernährungssicherung investiert Caritas in die Verbesserung und Diversifizierung der Nahrungsmittel, in einen verbesserten Anschluss an den Markt für die Bauern und in eine nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft.

Das Engagement von Caritas in Kenia hat ebenso einen starken Fokus in den Bereichen Wasser und Hygiene, mit besonderem Schwerpunkt auf Trinkwasser, Bewässerung und Minderung der Auswirkungen von Naturkatastrophen. Innovative Ansätze werden untersucht und angewandt, um die Landwirtschaft an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen, Bewässerungsmethoden zu verbessern und die Risiken der Klimaerwärmung zu reduzieren.

In Somaliland hat Caritas Schweiz allein 2017 mehr als 10 000 Haushalte mit Geldzahlungen unterstützt, die über Mobiltelefone gutgeschrieben wurden. Damit können sie sich nach ihren individuellen Bedürfnissen Nahrungsmittel kaufen und so ihre Ernährungssituation verbessern. Schwangere und stillende Mütter erhielten Trainings in Hygiene und Ernährung, um ihr Wissen über die Auswirkungen von Mangelernährung und über die Gefahren von akuten Durchfallerkrankungen zu verbessern.

Im Südsudan hat Caritas den Fokus auf die Überlebenshilfe ausgerichtet. Durch die Reparatur von Wasserpumpen und die Konstruktion von Wasserreservoirs soll der Zugang zu Wasser für die Bevölkerung sichergestellt werden. Um die Ernährungssicherheit zu verbessern, werden auch Saatgut sowie Lebensmittel an besonders bedürftige Familien verteilt. Zusätzlich bietet Caritas Ernährungsberatung für Mütter und fördert Gemüsegärten. Sie helfen der Unterernährung von Kindern vorzubeugen.


Wie engagiert sich Caritas Schweiz mittelfristig?

Eine Entspannung der Situation in Ostafrika ist nicht absehbar. Deshalb wird sich Caritas Schweiz in der Region weiter engagieren. Wo nötig wird Caritas kurzfristige Nothilfe leisten. In Somaliland führt Caritas in Kooperation mit Health Poverty Action ein nachhaltiges Projekt zur Schulung von medizinischem Personal durch, um die Gesundheitssituation von Frauen und unterernährten Kindern zu verbessern. Dazu gehören auch Notfallambulanzen, welche den Transport von unterernährten Kindern aus entlegenen Regionen ins nächste Stabilisierungszentrum sicherstellen.

In einem zweiten Projekt im Osten Somalilands gibt Caritas in Zusammenarbeit mit der lokalen Nichtregierungsorganisation Candlelight Geldzahlungen an Mütter von unterernährten Kindern aus. Des Weiteren werden die Frauen in Ernährungsfragen geschult und ihre Kinder haben verbesserten Zugang zu Gesundheitsdiensten. Im Südsudan realisiert Caritas ein Projekt, in dem sie veraltete, nicht mehr funktionierende Bohrlöcher repariert, Wasserreservoirs zur Bereitstellung von Trinkwasser baut und Lebensmittel an die Bevölkerung ausgibt. Ausserdem verteilt Caritas auch Saatgut und unterrichtet die Frauen in den Dörfern in der richtigen Ernährung der Kinder.

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