Navigation mit Access Keys

 

Ostafrika: kein Ende der Nahrungsmittelkrise in Sicht

27 Millionen Menschen brauchen Unterstützung - Mediendienst vom 1/2018

Seit 2015 sind viele Länder in Ostafrika von der schwersten Dürre seit Jahrzehnten betroffen. Die Zahl der hilfsbedürftigen Menschen in den Ländern, in denen Caritas arbeitet, wird 2018 gemäss Schätzungen auf rund 27 Millionen Menschen ansteigen. Umfassende humanitäre Hilfsprogramme sind notwendig, um die Gefahr einer regionalen Hungersnot einzudämmen.

Eine Entspannung der Situation in Ostafrika ist nicht in Sicht: Äthiopien, Kenia, Somalia und der Südsudan gehören weiterhin zu den am stärksten von der Dürrekrise bedrohten Ländern Ostafrikas. Leider ist es so, dass sich aufgrund weiterhin ausbleibender Regenfälle die Ernährungslage für die Menschen nicht verbessern wird. Aufgrund extrem hoher Nahrungsmittelpreise prognostiziert FEWSNET in seiner aktuellsten Erhebung, dass insbesondere für den Südsudan die Gefahr einer Hungersnot im ersten Halbjahr 2018 bestehen bleibt. Ein Grossteil der Bevölkerung lebt von der Land- und Viehwirtschaft und wird infolge der Trockenheit und des Ernteausfalls nicht in der Lage sein, die eigene Ernährung sicherzustellen. Zusätzlich zur Lebensmittelknappheit wird weiterhin auch der mangelnde Zugang zu sauberem Wasser für mehr als 15 Millionen Menschen ein grosses Problem darstellen. Im Südsudan wird die Hungerskrise durch den Konfliktherd zusätzlich verschärft. Wegen der bewaffneten Auseinandersetzungen ist zu erwarten, dass viele Bauern aus Angst ihre Felder nicht beackern werden; auch die lokalen Märkte werden aufgrund ausbleibender Ernten und der politischen Unsicherheit nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt werden, was wiederum die Preise der Nahrungsmittel in die Höhe schnellen lässt.

Die verheerende Kombination aus Gewalt, politischer Unsicherheit, Dürre und Hungerkrise hat mehr als 4,6 Millionen Menschen in Ostafrika in die Flucht getrieben, viele davon ins benachbarte Ausland. Ohne Hilfe von aussen werden die betroffenen Menschen ihre Lebensgrundlage nicht wiederherstellen können. Deshalb ist eine umfassende und nachhaltige Unterstützung in Form von Nothilfe, kombiniert mit langfristigen Entwicklungsperspektiven, notwendig.

Wie hat Caritas Schweiz bisher Hilfe geleistet?

Caritas Schweiz ist seit Jahren in Äthiopien, Kenia, Somalia und im Südsudan tätig, oft in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Hauptzielgruppe der meisten Projekte von Caritas Schweiz sind die besonders armen Bevölkerungsgruppen in den ländlichen Regionen.

In Äthiopien konzentriert Caritas die Nothilfe auf die Bereiche Ernährungssicherung und Wasserversorgung. Zur Wasserversorgung gehört der Zugang zu Trinkwasser und Wasser für die Nahrungsproduktion. Im Bereich Ernährungssicherung investiert Caritas in die Verbesserung und Diversifizierung der Nahrungsmittel, in einen verbesserten Anschluss an den Markt für die Bauern und in eine nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft.

In Kenia engagiert sich Caritas ebenfalls im Bereich Wasser und Hygiene, mit Fokus auf Trinkwasser und Bewässerung. Innovative Ansätze werden untersucht, um die Landwirtschaft an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen, Bewässerungsmethoden zu verbessern und die Risiken der Klimaerwärmung zu reduzieren.

In Somaliland wurden in 2017 mehr als 10 000 Haushalte mit Geldzahlungen unterstützt, damit sie sich Nahrungsmittel kaufen und so ihre Ernährungssituation verbessern konnten. Schwangere und stillende Mütter erhielten gezielte Trainings in Hygiene und Ernährungssicherheit, um ihr Wissen über die negativen Auswirkungen von Mangelernährung und die Gefahren von akuten Durchfallerkrankungen zu verbessern.

Im Südsudan hat Caritas den Fokus auf die unmittelbare Überlebenshilfe der betroffenen Bevölkerung ausgerichtet. Um auf die grosse Flüchtlingskrise zu reagieren, hat Caritas in einem Lager in der Demokratischen Republik Kongo südsudanesische Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln, kleinen Öfen und Hygieneartikeln unterstützt. Zum Schutz von Frauen und Mädchen waren auch Massnahmen zur Prävention von sexueller Gewalt in den Flüchtlings-Camps Teil des Projektes.

Wie engagiert sich Caritas Schweiz mittelfristig?

Eine Entspannung der Situation in Ostafrika im laufenden Jahr ist nicht absehbar. Deshalb wird sich Caritas Schweiz in den genannten Ländern auch 2018 weiterhin engagieren. Wo nötig wird Caritas kurzfristige Nothilfe leisten, basierend auf den akuten Bedürfnissen der Bevölkerung. Falls es die Sicherheit in den betreffenden Ländern erlaubt, können auch neue, längerfristige Projekte in den Bereichen Wasser und Ernährung initiiert werden. In Somaliland beispielsweise plant Caritas die Schulung von medizinischem Personal, um die Gesundheitssituation von Frauen und unterernährten Kindern zu verbessern. Im Südsudan hat Caritas soeben ein neues Projekt gestartet, in dem veraltete, nicht mehr funktionierende Bohrlöcher repariert, Wasserreservoirs zur Bereitstellung von Trinkwasser gebaut und Lebensmittel an die Bevölkerung abgegeben werden. Zu einem späteren Zeitpunkt wird Caritas auch Saatgut verteilen, die Frauen in den Dörfern in der richtigen Ernährung der Kinder unterrichten und dafür sorgen, dass unterernährte Kinder in den entlegenen Dörfern Zugang zu medizinischer Versorgung bekommen.

Bild: Joshua Smith/Caritas Schweiz

Mehr Informationen zur Caritas-Hilfe für die Opfer der Dürrekrise

Ersatzinhalte