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Migration als Hoffnung

«Mixed Migration»: erzwungene und freiwillige Migration lassen sich kaum mehr unterscheiden - Mediendienst 5/2018

Millionen von Menschen weltweit sind unterwegs auf der Suche nach Sicherheit, Einkommen und einem menschenwürdigen Leben. Caritas setzt sich dafür ein, dass dieses positive Potenzial genutzt und die zugrundliegende Hoffnung nicht jäh zerstört werden.

Migration wird genährt vom Wunsch nach einem besseren Leben anderswo. Die Hoffnung auf einen besseren Verdienst, auf ein Entkommen aus der Not und einem Leben in Sicherheit steht am Anfang vieler Migrationsbiografien. Zu oft wird genau diese Hoffnung auf schwerste Weise enttäuscht. Fast täglich erreichen uns Meldungen über tragische Ereignisse von Ausbeutung und Tod entlang bekannter Migrationsrouten. Sie lassen uns das Ausmass an menschlichem Leid erahnen, das mit diesem Aufbruch und dem Unterwegssein verbunden sein kann.

Der Ausdruck "mixed migration flow", auf Deutsch "gemischte Migrationsströme", hat sich zur Umschreibung der aktuellen umfangreichen Flucht- und Migrationsbewegungen eingebürgert. Wohl ist das Phänomen selbst nicht neu. Neu sind aber das Ausmass und die Aufmerksamkeit, die es erlangt hat: nämlich die Tatsache, dass sich die Motive, Wege und Erfahrungen von Flüchtenden und Migrierenden zunehmend angeglichen haben und dass sich erzwungene und freiwillige Migration in der Realität kaum mehr unterscheiden lassen. Gerade weil den Migrierenden und Flüchtenden zu wenige sichere und legale Routen geboten werden, finden sich Asylsuchende, Arbeitsmigrantinnen, Flüchtlinge und Opfer von Menschenhandel alle auf ähnlich prekären und meist irregulären Wegen. Dabei sind die Dienste von Schleppern weitherum unerlässlich geworden, besonders dann, wenn durch Grenzschliessungen und repressiven Massnahmen gegenüber "people on the move" immer wieder neue Routen gewählt und koordiniert werden müssen. Frauen und Kinder bilden dabei besonders verletzliche Gruppen. Denn eine Reise in die vermeintliche Sicherheit bringt für viele von ihnen zusätzliche gefährliche Abhängigkeiten mit sich. Mangels Geld und legalem Status machen sich Migrierende und Flüchtende leicht erpressbar für weitere finanzielle Forderungen, Arbeits- oder sexuelle Ausbeutung.

Engagiert für die Rechte von Migrierenden und Flüchtenden

Wie kann eine Entwicklungsorganisation auf diese globalen Herausforderungen reagieren? Caritas setzt sich in der Schweiz und in ihren Projektländern weltweit für verbesserte Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund ein. Dieses Engagement leistet sie Rahmen von konkreten Projekten und im Politikdialog, sowohl in den Ursprungsorten von Migrierenden und Flüchtenden als auch in ihren Transit- und Zielstaaten. Dabei setzt sich Caritas auf den Standpunkt, dass Migration grundsätzlich positive soziale und wirtschaftliche Dimensionen umfasst, welche es zu stärken gilt. Ebenso gilt es, ausbeuterischen und menschenrechtsverachtenden Praktiken, welche Migrationsbewegungen oft begleiten, den Riegel zu schieben. In Kambodscha zum Beispiel trägt Caritas zur Prävention von Menschenhandel bei. In der indischen Metropole Delhi unterstützt sie die aus marginalisierten, ländlichen Regionen zugewanderten Haushaltsangestellten in ihren Forderungen nach Arbeitsrechten. Von Krieg vertriebene Familien in Bogotà, Kolumbien, bietet Caritas Dienstleistungen zur Sicherung ihrer Wohn-, Bildungs- und Arbeitssituation. Mit einem menschenrechtsbasierten Ansatz bewegt sich Caritas Schweiz oft an der Schnittstelle von humanitärer Hilfe und langfristiger Entwicklungszusammenarbeit. Dazu zählt das Programm in Griechenland, das Migrierenden, Flüchtenden und vulnerablen griechischen Bevölkerungsteilen in Athen den Zugang zu grundlegenden sozialen Dienst- und Integrationsleistungen verschafft.

Armutsbetroffene, marginalisierte Frauen, Männer und Kinder, darunter besonders auch Migrierende und Flüchtende, stehen im Mittelpunkt der Arbeit von Caritas Schweiz. Wir verpflichten uns der guten Zusammenarbeit mit Institutionen auf verschiedenen Ebenen, um langfristig verbesserte Lebenssituationen zu bewirken. Dies setzt voraus, Migration und Flucht als Tatsachen zu begreifen. Nur so kann prekären Verhältnissen entgegengewirkt und zur Schaffung von Sicherheiten beigetragen werden.

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