Ist Hunger heute überhaupt noch ein Problem?

Antworten auf drängende Fragen zur Entwicklungs­zusammenarbeit - Mediendienst 02/2020

Ja, der Hunger ist noch lange nicht besiegt. Seit zwei Jahren steigt die Zahl der Hungernden sogar wieder an, auf 820 Millionen Menschen weltweit.

Rund 70 Prozent aller armen Menschen leben in ländlichen Gebieten. Ihre Lebensgrundlage ist die Landwirtschaft.

Die Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Kleinbäuerinnen und Kleinbauern darin, die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen, damit sie auf ihren Feldern mehr ernten können. Und sie hilft den Kleinproduzenten bei der Lagerung und Vermarktung ihrer Produkte, womit sie einen besseren Preis und ein höheres Einkommen erzielen. Frauen erhalten besondere Unterstützung, damit sie einen gleichberechtigten Zugang zu Land und natürlichen Ressourcen oder zu lokalen Märkten erhalten.

Die Entwicklungszusammenarbeit setzt sich für das Menschenrecht auf eine ausreichende und angemessene Ernährung ein – nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Armenquartieren der Städte.

Fehlt es der Entwicklungshilfe an Innovation?

Über Smartphones erhalten Menschen leichter Zugang zu Kleinkrediten. Dank Satellitentechnologie werden Reisanbaugebiete vermessen, um künftige Ernten besser einschätzen zu können. Stromwürfel mit Solar-Modulen erzeugen Energie, wenn nach einem Erdbeben die Stromversorgung ausfällt.

Diese Beispiele zeigen: Entwicklungszusammenarbeit ist innovativ und braucht einen Vergleich mit anderen Branchen nicht zu scheuen. Gemeinsam mit dem Privatsektor und der Wissenschaft entwickeln DEZA und SECO, aber auch Hilfswerke laufend innovative Ansätze.

Grundsätzlich gilt: Hightech-Innovation ist nicht zwingend für eine wirkungsvolle Entwicklungszusammenarbeit. Auch traditionelle Massnahmen können viel bewirken.

Zum Beispiel so: Ein neues Verfahren ermöglicht es, dass einfache PET-Flaschen verschmutztes Wasser in desinfiziertes Trinkwasser verwandeln, wenn sie während mindestens 6 Stunden an der Sonne liegen. Die Verteilung von Moskitonetzen hat die Fälle von Malaria in den letzten 15 Jahren um die Hälfte verringert. Impfungen zählen zu den kostenwirksamsten Gesundheitsmassnahmen.

Aus: «Müssen wir überall helfen?», Antworten auf drängende Fragen zur Entwicklungszusammenarbeit. Diese Publikation der Caritas Schweiz findet sich auf

www.caritas.ch/eza oder kann gratis bestellt werden unter infonot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

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