Ist Entwicklungshilfe nicht von gestern?

Antworten auf drängende Fragen - Mediendienst 06/2019

Brunnen bauen und finanzieren ist längst nicht mehr der wichtigste Beitrag der Entwicklungshilfe. Sie ist mit der Zeit gegangen und hat sich stark verändert.

Vermehrt geht es heute darum, erfolgreiche Ideen und bewährte Ansätze weiterzugeben. Ziel ist es, die Menschen vor Ort so zu stärken, dass sie sich selbst helfen können. Es werden zum Beispiel lokale Organisationen unterstützt, dass sie selbst die besten Lösungen finden, um etwa Zugang zu sauberem Trinkwasser zu haben.

Projekte und Massnahmen werden mit den Menschen vor Ort erarbeitet und auf ihre Bedürfnisse abgestimmt. Heute wird weniger häufig von Entwicklungshilfe gesprochen, sondern vermehrt von partnerschaftlicher Entwicklungszusammenarbeit.

Wie sieht die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit aus?

Das Entwicklungsengagement der Schweiz ist vielfältig. Der Bund bezeichnet es als «Internationale Zusammenarbeit». Diese umfasst humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaftsförderung mit einem Fokus auf kleine, lokale Unternehmen. Ebenfalls hat sie zum Ziel, in unsicheren Regionen Frieden zu fördern und die Menschenrechte zu stärken.

Mit der humanitären Hilfe werden Menschen unterstützt, deren Überleben wegen Kriegen oder Naturkatastrophen bedroht ist. Sie erfolgt bedingungslos, neutral und sofort.

Humanitäre Hilfsaktionen des Bundes bringen den Menschen Nahrung, Wasser, Medikamente, Zelte, Decken usw. Die öffentliche Hand unterstützt aber auch Schweizer Hilfswerke und internationale Organisationen wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) oder das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR).

Die Entwicklungszusammenarbeit ist auf lange Sicht angelegt. Sie zielt darauf ab, die Lebensbedingungen nachhaltig positiv zu beeinflussen und Ungleichheit weltweit abzubauen.

Hier besteht das Ziel darin, dass die Menschen ihre Ernährung und ihr Einkommen verbessern können, dass sie ihre Rechte bei der Arbeit wahrnehmen, eine bessere Schul- und Ausbildung bekommen und dass sie Zugang haben zu Ärzten, Spitälern und Medikamenten. Neben eigenen Programmen in ausgewählten Ländern arbeitet der Bund dafür mit UNO-Organisationen, mit der Weltbank oder mit regionalen Entwicklungsbanken zusammen.


Aus: «Müssen wir überall helfen?», Antworten auf drängende Fragen zur Entwicklungszusammenarbeit. Diese Publikation der Caritas Schweiz findet sich auf www.caritas.ch/eza oder kann gratis bestellt werden unter infonot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch