Hilfe der Caritas in Beirut erreicht 50 000 Menschen

Nach der Explosion vom 4. August - Mediendienst 09/2020

Die Explosion vom 4. August hat die libanesische Hauptstadt Beirut im Herz getroffen. Caritas Libanon hat seither mit Unterstützung aus der Schweiz rund 50 000 Menschen mit Nothilfe unterstützt. Für Caritas Schweiz geht es nun darum, armen Familien zu helfen, dass sie die Wintermonate überstehen.

Das Unglück hat den Libanon ereignete sich in einem schwierigen Moment. Rita Rhayem, Direktorin der Caritas Libanon, bezeichnet die Situation, in der das Land bereits vor der Explosion gestanden habe, als «multiple Krise». Seit Beginn des Syrienkrieges vor bald 10 Jahren ist der Libanon mit mittlerweile rund 1,5 Millionen Flüchtlingen konfrontiert. Dazu kommt eine Finanzkrise: Seit letztem Herbst hat die Währung massiv an Wert verloren, durch die ein immer grösserer Teil der Bevölkerung in eine äusserst prekäre Situation geraten ist. Eine Folge davon ist etwa, dass die öffentlichen Schulen zusätzlich belastet werden. Bis anhin besuchte rund die Hälfte der libanesischen Kinder Privatschulen. Dies können sich inzwischen immer weniger Familien aus dem Mittelstand leisten. Die bereits stark entwerteten Löhne fielen in vielen Fällen ganz aus, weil die Menschen in der Corona-Krise der Arbeit fernbleiben mussten.

Caritas Libanon leistet seit den Stunden nach der Explosion umfangreiche Nothilfe in besonders betroffenen Stadtvierteln wie Rmeil, Bourj Hammoud und Mar Mikhael. Sie bot medizinische Hilfe für verletzte Personen, die in den überfüllten Spitälern keine Aufnahme fanden, und gab Medikamente ab. In den Strassen verteilte Caritas mit Unterstützung von zahlreichen Freiwilligen warme Mahlzeiten, Familien erhielten Essenspakete. Caritas-Teams machten Hausbesuche, halfen bei den Räumungsarbeiten und leisteten psychologische Unterstützung. Bis Ende August hat diese Hilfe der Caritas mit Unterstützung aus der Schweiz 50 000 Menschen erreicht. 

Damit besonders verletzliche Familien auch die schwierige Zeit der kommenden Monate überstehen können, wird Caritas Schweiz über den Winter gezielte Unterstützung leisten. Bedürftige Familien, erhalten Bargeldbeträge, um ihre täglichen Ausgaben bestreiten zu können. Auch sollen sie Schäden an ihren Wohnungen und Häusern selbst instand stellen können. Insbesondere sollen die dringendsten Reparaturarbeiten wie beispielsweise der Austausch von Türen und Fensterglas bezahlt werden, damit die Familien in ihren Unterkünften wohnen bleiben können und gleichzeitig vor Wind und Wetter geschützt sind. Schliesslich leistet Caritas Schweiz psychologische und psychosoziale Betreuung, um die Menschen bei der Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse zu unterstützen. Diese Hilfe ist auf insgesamt 5000 Personen ausgerichtet.

Mit Unterstützung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit wird sich Caritas Schweiz zudem dafür engagieren, den Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung zu verbessern.

 

Die Caritas leistet Soforthilfe nach der Explosion in Beirut