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Die richtige Patientenverfügung zum richtigen Zeitpunkt

Gesundheitliche Vorausplanung - Mediendienst 10/2018

Die Menschen wollen gerne lange leben, aber nicht um jeden Preis. Auf lebensverlängernde Massnahmen kann man dank der Patientenverfügung verzichten. Ob diese etwas nützt, hängt davon ab, mit welchem Ziel und zu welchem Zeitpunkt die Patientenverfügung verfasst wird.

«Man stirbt nicht, weil man krank ist. Man stirbt, weil man gelebt hat». Diesen Satz zitiert Hans Wiesner auf die Frage, warum er eine Patientenverfügung hat. Als dynamischer Geschäftsmann steht er kurz vor der Pensionierung. Obwohl er sich gewohnt ist Entscheidungen zu treffen, ist er überzeugt, dass man nicht alles selber bestimmen kann. «Die Natur ist ein Kreislauf. Das Leben führt in den Tod. Das müssen wir irgendwann anschauen». Hans Wiesner erwartet von seinem Arzt, dass er ehrlich ist und nichts beschönigt. Und dass man einen Menschen nicht um jeden Preis am Leben erhält. Das hat er in seiner Patientenverfügung festgehalten.

Als gesunder Mensch vorausplanen

Hans Wiesner ist gesund. An der Schwelle zur Pensionierung will er ein paar Dinge regeln, die ihm wichtig sind. Er macht eine «allgemeine Vorausplanung». Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) unterscheidet in seinem nationalen Rahmenkonzept drei Zielgruppen, für die eine gesundheitliche Vorausplanung Sinn machen. Als gesunder Mensch gehört Hans Wiesner zur ersten Gruppe. Er kann festlegen, was die Therapieziele bei dauerhafter Urteilsunfähigkeit sind und wer an seiner Stelle entscheidet. Dafür reicht bereits eine einfache Patientenverfügung, die den Verzicht auf lebensverlängernde Massnahmen fordert. Sie ist allgemein gehalten, sagt aber etwas über die persönliche Einstellung zu Krankheit, Sterben und Tod. Allenfalls werden auch ein Vorsorgeauftrag und ein Testament gemacht. All das können gesunde Menschen alleine machen oder zusammen mit ihren Angehörigen.

Bei chronischen Erkrankungen

Ganz anders verhält es sich bei Menschen mit einer chronischen Erkrankung. Hier geht es um krankheitsspezifische Behandlungsmöglichkeiten und -grenzen. Zu erwartende Komplikationen werden besprochen und konkrete medizinische Massnahmen werden vereinbart. Diese Patientenverfügung ist konkret und detailliert. Sie sagt, welche Behandlung bei welcher Komplikation erfolgt – oder auf welche verzichtet wird. Diese Vorausplanung unterliegt einer steten Anpassung je nach Krankheitsverlauf. Menschen mit einer chronischen Erkrankung sind dabei auf die fortlaufende Beratung von medizinischem Fachpersonal angewiesen.

Wenn die letzte Lebensphase ansteht

Nochmals anders ist die Situation bei Menschen in der letzten Lebensphase. Bei ihnen geht es um die palliative Behandlung von Symptomen wie Luftnot oder Schmerzen, um die Planung der verbleibenden Lebenszeit und um die Unterstützung der Angehörigen. Die Behandlung im Notfall wird geregelt, Angehörige werden instruiert, mögliche Betreuungsorte (zu Hause, Hospiz, Pflegeheim) werden besprochen. Menschen in der letzten Lebensphase und ihre Angehörigen brauchen dafür eine einfühlsame Beratung.

Laut BAG könnten in Ländern mit einer guten gesundheitlichen Vorausplanung (advance care planning) die Krankheitskosten sinken, da unerwünschte Spitaleinweisungen vermieden werden. Viel wichtiger für die Betroffenen dürfte aber die Erfahrung sein, dass weniger Menschen im Spital und mehr zu Hause sterben können. Denn dieser Wunsch wird oft genannt.

Beratungshotline

Die Patientenverfügung ist Teil der Caritas-Vorsorgemappe, die auch den Vorsorgeauftrag, Anordnungen zur Bestattung und den Testamentratgeber enthält. Diese Dokumente sind für die allgemeine Vorausplanung bestens geeignet. Über die Hotline 0848 419 419 bietet Caritas Beratungen an. Menschen mit einer chronischen Erkrankung und Menschen in der letzten Lebensphase brauchen aber zusätzlich eine auf sie zugeschnittene fachliche Unterstützung und viel-leicht eine konkrete und detaillierte Vorausplanung. Das hilft, um bei Komplikationen und im Notfall die richtigen Massnahmen zu ergreifen.

Die Caritas-Patientenverfügung ist einfach und übersichtlich. Sie hilft den Menschen, bei fehlenden Heilungsaussichten, zweifelhafter Lebensqualität und bei absehbarem Lebensende auf lebensverlängernde Massnahmen zu verzichten. Sie gibt die Möglichkeit zur Erteilung einer Vollmacht und schafft den Boden für partnerschaftliche Entscheidungen von Fachpersonal und Angehörigen – im Sinne der Betroffenen, wenn sie sich nicht mehr selbst äussern können.

Weitere Informationen zur Caritas-Vorsorgemappe

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