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Der Sozialalmanach 2018 der Caritas Schweiz widmet sich dem Thema Nationalismus

Was sind die Folgen der sozialen Polarisierung? - Mediendienst 1/2018

Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Welches sind die Folgen der sozialen Polarisierung? Leistet sie rechtspopulistischen und nationalistischen Positionen Vorschub, und wie verändert sie die Gesellschaft? Der Sozialalmanach 2018 der Caritas Schweiz geht dieser Frage nach.

Quer durch die industrialisierte Welt macht sich ein Rückzug der Bürgerinnen und Bürger hinter die Schutzmauer einer starken Nation bemerkbar. Rechtspopulistische Stimmungen und Positionen breiten sich aus, und ein Nationalstaat wird gefordert. Besonders stark äussert sich dieser Wunsch nach Abgrenzung in der Migrations-, aber auch in der Sozialpolitik.

Dabei sind sich neurechte und rechtspopulistische Parteien und Bewegungen in ihrer Rhetorik ähnlich: In ihrem Zentrum steht zwar die eigene Nation, darüber hinaus aber auch die Vorstellung einer konservativen bürgerlichen Gesellschaft, die es zu schützen gilt gegen Multikulturalismus und «Überfremdung», gegen Feminismus und Islamismus, gegen Terrorbedrohung gleichermassen wie gegen eine gemeinsame europäische Politik. Der Rückgriff auf die Nation und die eigene Volksgemeinschaft, die Abgrenzung gegen andere, die Abwehr des «Fremden» – all diese Merkmale nationalistischer Positionen sind Ausdruck des Misstrauens, dass demokratische Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse adäquate Antworten auf aktuelle Probleme geben können.

Für Caritas Schweiz ist das Erstarken nationalistischer Tendenzen insofern besorgniserregend, als Nationalismus die Grundlage der gesellschaftlichen Solidarität und Teilhabe untergräbt und die Ausgrenzung einzelner Gruppen und Schichten anstrebt. Besonderes Augenmerk gilt im Sozialalmanach 2018 dem Zusammenhang zwischen Nationalismus und wirtschaftlichen sowie sozialen Entwicklungen. Einerseits hat die Globalisierung der Wirtschaft in den vergangenen 25 Jahren zu einem enormen Entwicklungsschub geführt, andererseits hat sie aber auch einen tiefgreifenden Strukturwandel bewirkt. Sie hat Gräben aufgerissen, die inzwischen auch die reichen Länder des Nordens in Gestalt von Vermögens- und Kapitalkumulation auf der einen und Stagnation der Erwerbseinkommen bis hin zur Verarmung sozial schwacher Gruppen auf der anderen Seite durchziehen.

Der Sozialalmanach 2018 «Wir und die anderen: Nationalismus» umfasst Beiträge von Georg Kreis, Irène Herrmann, Werner Vontobel, Philipp Ther, Heiner Flassbeck, Christoph Butterwegge, Angelo Maiolino, Nenad Stojanovic und Bernhard C. Schär. In Gesprächen mit Roger de Weck und Tim Guldimann und Essays von Min Li Marti, Ueli Mäder und Peter Grünenfelder geht es um die Suche nach politischen und gesellschaftlichen Antworten auf ausgrenzende Tendenzen. Eine abschliessende armutspolitische Betrachtung aus Sicht der Caritas Schweiz rundet den Band ab.

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