Corona-Krise Schweiz

Den Menschen etwas zurückgeben

Immer noch geraten Menschen wegen der Corona-Krise in finanzielle Not. Die Nachfrage bei den Sozialberatungen der Caritas und im Caritas-Markt reisst nicht ab. Freiwillige tragen in den Caritas-Märkten dazu bei, dass die Caritas auch knapp ein Jahr nach Ausbruch der Krise tatkräftig an der Seite dieser Menschen stehen kann. Eine von ihnen ist Andrina Oswald.

 

«Es kann passieren, dass ein Kunde einige Produkte zurücklegen muss, weil er nicht genug Geld im Portemonnaie hat», erzählt Andrina Oswald (22). Als Freiwillige füllt sie einmal die Woche im Caritas-Markt St. Gallen Regale auf, berät die Kundinnen und Kunden und macht die Kasse. Sie liebt den Kontakt mit den verschiedensten Menschen. «Ich möchte den Menschen nahe sein», erklärt sie. «Jeden Tag lerne ich dazu. Es kommt zum Beispiel vor, dass Kundinnen oder Kunden kein oder nur sehr wenig Deutsch sprechen. Das ist eine grosse Herausforderung. Da muss ich schon einmal die Hände zu Hilfe nehmen.» Sie merkt an: «Seit der Corona-Krise kaufen mehr Menschen bei uns im Caritas-Markt ein.»

 

Die Reserven vieler Menschen sind nun aufgebraucht

Von der Krise stark betroffen sind Personen, die vorher gerade so über die Runden gekommen sind und dann von einem Tag auf den anderen ihr Einkommen ganz oder teilweise verloren haben. Auch Selbstständige mit einem kleinen Gewerbe oder Geschäft trifft es hart. Viele von ihnen haben sich mit finanziellen Reserven über den Sommer durchschlagen können. Doch seit Beginn der zweiten Welle fallen wieder Einkünfte aus, unbezahlte Rechnungen häufen sich an. Es sind Menschen, die niemals vorher Hilfe in Anspruch nahmen.

Die Caritas-Märkte sind für die Grundversorgung armutsbetroffener und -gefährdeter Personen währen der Corona-Krise noch wichtiger geworden. Dass alle Märkte 2020 durchgehend geöffnet bleiben konnten, war auch dem grossen Engagement von rund 150 Freiwilligen in allen 21 Schweizer Caritas-Märkten zu verdanken. Besonders junge Helferinnen und Helfer wie Andrina wurden zu einer wichtigen Stütze, als viele ältere Freiwillige ausfielen, weil sie zur Corona-Risikogruppe gehören.

Helfen und gleichzeitig Erfahrungen sammeln

Andrina ist mit grossem Engagement bei der Sache. Sie schätzt nicht nur die Gespräche mit den Kundinnen und Kunden, auch der Kontakt zu den anderen Freiwilligen ist ihr wichtig. «Der Austausch ist wertvoll, ich kann von ihren Erfahrungen profitieren.» Sie ist im Moment als Klassenassistentin in einem Kindergarten tätig, aber noch auf der Suche nach der richtigen Berufsausbildung. Eine Ausbildung hat Andrina bereits hinter sich, sie ist diplomierte Fachfrau für Gesundheit. Eine strenge Arbeit. Nun hat sie entschieden, die Matura nachzuholen. So stehen ihr noch mehr Möglichkeiten offen. Es tut ihr gut, verschiedene Arbeitsbereiche kennenzulernen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Vor allem aber sagt sie: «Ich möchte den Menschen etwas zurückgeben und helfen.»

 
 
 
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