«Heute haben wir etwas in der Hand gegen den Klimawandel.»

 

«Wir wussten, dass es den Klimawandel gibt und was er ist. Doch mit der Hilfe durch das Caritas-Projekt lernten wir mehr über die Folgen und erhielten das Rüstzeug, um den klimatischen Veränderungen zu begegnen. Dafür bin ich sehr dankbar.»

 

Dies berichtet der malische Bauer Siriman Diakite. Sein Dorf grenzt an den Wegnia-See und ist von den klimatischen Veränderungen stark betroffen. Der See trocknet nach der Regenzeit immer schneller aus und liefert immer weniger Wasser. Zudem fällt in seiner Heimat schon über einige Jahre immer weniger Regen, oder dann auf einmal so viel, dass die Pflanzen auf den Feldern weggeschwemmt werden. Eine verheerende Kombination für ihn und alle Einwohnerinnen und Einwohner seines Dorfs.

 
 

Die Erträge schwinden

Siriman Diakite lebt mit seiner Frau und den fünf Kindern als selbstversorgender Kleinbauer. Auf seinen Feldern baut er Hirse und Gemüse wie Tomaten oder Okra an. Wegen den immer schwerer vorhersehbaren Regenfällen, den Sturzfluten und den allgemein knapper werdenden Wasserressourcen konnte er in den letzten Jahren immer weniger erwirtschaften. Die Familie hatte immer weniger zu essen und es war kein Geld für einen Arzt da, wenn eines der Kinder mal krank war. Eine Abwärtsspirale.

 
 

Dem Klimawandel etwas entgegensetzen

Der Verzweiflung aus der Vergangenheit weicht die Zuversicht in die Zukunft. «Das Projekt hat meine Ernährungssituation verändert. Seit dem Beginn des Projekts hat meine Familie immer genug zu essen. Ich erwirtschafte eine dreimal grössere Ernte als zuvor. Unsere ganze Lebensqualität hat sich verbessert», erzählt Siriman Diakite strahlend. Als einer der ersten Bauern hat er an den Landwirtschaftsschulungen von Caritas Schweiz und ihrer lokalen Projektpartnerin Caritas Bamako teilgenommen.

Heute hat Siriman Diakite das Know-how, um die richtigen Getreide- und Gemüsesorten für die neuen Bedingungen auszuwählen. Er kennt Anbautechniken, um z. B. die Feuchtigkeit in den Böden länger zu halten oder der Erosion entgegenzuwirken. Ausserdem ist er Mitglied der lokalen Gruppe, die sich mit dem Naturschutz beschäftigt. Zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen kümmert er sich beispielsweise um die Bäume in und um ihr Dorf, damit dieser natürliche Erosionsschutz gesund gedeihen kann.

 
 

Neue Rolle übernommen

Siriman Diakite ist ein Macher. Er möchte die Veränderungen in seinem Dorf mitgestalten und voranbringen. Aus diesem Grund unterstützt er andere Bäuerinnen und Bauern als Vermittler für Landwirtschaftspraktiken. Siriman zeigt ihnen die Unterschiede zwischen den alten und den neuen Methoden und geht mit ihnen aufs Feld, um gleich praktisch zu üben. «Endlich sind wir auf einem guten Weg, uns an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. Wir haben schon einiges erreicht für den Schutz der ganzen Region und unserer Erträge. Ich hoffe, dass auch Ortschaften, die noch nicht mit diesen Praktiken vertraut sind, vom Projekt profitieren werden.»

 
 
 
 

Unser Klima-Projekt in Mali