Sozialpolitik

Um Armut effektiv bekämpfen zu können, braucht es ein schweizweites Armutsmonitoring

Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur fordert in einer Motion ein regelmässiges Monitoring der Armutssituation in der Schweiz. Der Ständerat behandelt den Vorstoss am Donnerstag 19. September. Caritas Schweiz fordert den Ständerat auf, diese Anliegen zu unterstützen. Die Erkenntnisse aus einem schweizweiten Monitoring sind aus Sicht der Caritas grundlegende Voraussetzung dafür, dass Armut wirksam bekämpft werden kann.

 

Die neuesten statistischen Zahlen zeigen: Die Armut in der Schweiz steigt trotz guter wirtschaftlicher Konjunktur stetig an, zuletzt zwischen 2016 und 2017 um beinahe zehn Prozent. 675 000 Personen sind in der Schweiz von Armut betroffen. Dies sind über 8 Prozent der Bevölkerung. Armut wird in Zukunft zur wichtigsten sozialpolitischen Herausforderung. Auch der Bundesrat hat in seinem Bericht zum nationalen Programm gegen Armut 2014‒2018 Handlungsbedarf in der Schweiz erkannt. Im Rahmen dieses nationalen Programms gegen Armut hat der Bund sogar ein Modell für ein schweizweites Armutsmonitoring entwickelt. Umso unverständlicher war der Entscheid des Bundesrats im Sommer 2018, auf ein solches Monitoring zu verzichten und die finanziellen Mittel substanziell zu kürzen.

Ein Armutsmonitoring soll die Armutssituation anhand von kantonalen und nationalen relevanten Daten schweizweit erfassen und Entwicklungen rechtzeitig analysieren. Eine systematische Erfassung und Analyse ist die grundlegende Voraussetzung dafür, um Armut wirksam bekämpfen zu können. Erst durch eine solche Bestandeserhebung wird es möglich sein, klare Ziele zur Armutsreduktion zu setzen und geeignete Massnahmen abzuleiten, die zur Verbesserung der Situation von Armutsbetroffenen führen.

 

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