Humanitäre Hilfe

Schutz und Sicherheit für äthiopische Flüchtlinge im Sudan

Die Kämpfe im Norden Äthiopiens haben innert zwei Monaten über 50'000 Menschen in den benachbarten Sudan vertrieben. Dort leben sie in engen Camps unter schwierigsten humanitären Bedingungen. Mit Covid-19 droht neues Unheil. Caritas Schweiz unterstützt die Nothilfe.

 

Am 4. November eskalierten die seit langem schwelenden Spannungen zwischen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) und der äthiopischen Regierung. Seither zwang der Konflikt Zehntausende Menschen zur Flucht. Über 50 000 von ihnen suchten bisher Schutz im Osten des Sudan. Fast die Hälfte der Ankömmlinge sind Kinder unter 18 Jahren.

Der Sudan hält seine Grenzen offen und die Gastgemeinschaft ist bereit, die vorhandenen Ressourcen zu teilen. Das bitterarme Land, das selbst in einer schweren Wirtschaftskrise steckt, kann jedoch den Schutz und das menschenwürdige Überleben der Äthiopierinnen und Äthiopier nicht sicherstellen. Diese wohnen in improvisierten Camps entlang der Grenze oder im bisher einzigen offiziellen, eilends errichteten Flüchtlingslager Um Rakuba – unter schwierigsten humanitären Bedingungen. Es fehlt überall an grundlegender Hygiene-Infrastruktur wie sauberem Wasser oder Latrinen, besonders verheerend angesichts der Covid-19-Pandemie. Frauen und Mädchen sind geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt.

Hygiene verbessern und Frauen und Mädchen schützen

Caritas Schweiz, seit über 40 Jahren in Äthiopien tätig und auch im Sudan gut verankert, lässt diese Menschen nicht im Stich. Wir unterstützen das Engagement der britischen CAFOD – langjährige Partnerin der Caritas im Sudan – und der Norwegian Church Aid (NCA), um den Zugang zu lebenswichtiger Hygiene für die Geflüchteten zu verbessern. Trinkwasser soll bereitgestellt, geschlechtergetrennte Gemeinschaftstoiletten, Bade- und Waschstationen errichtet sowie ein Entsorgungssystem aufgebaut werden. Freiwillige Bewohnerinnen und Bewohner der Camps klären in ihren Gemeinschaften über gute Hygienepraktiken auf. Gleichzeitig unterstützt das Projekt Frauen und Mädchen, die während der Flucht sexuelle Gewalt erfahren haben, mit Hilfs- und Beratungsangeboten. Dieses Projekt wird in acht Monaten insgesamt 20 000 bis 30 000 Geflüchtete erreichen.

 
 

Immer noch kommen täglich einige Hundert Menschen im Sudan an. Wie es weitergeht, ist nicht abzusehen. Die Lage in Tigray, aber auch im seit langem sehr volatilen Grenzgebiet zwischen Äthiopien und Eritrea sowie an der sudanesischen Grenze ist äusserst instabil. Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl der Flüchtlinge im Sudan bis April 2021 auf 100 000 ansteigt, im schlimmsten Szenario gar auf 200 000. Es bleibt zu befürchten, dass Flucht und Leid für die Zivilbevölkerung aus Nord-Äthiopien noch lange nicht vorbei sind. Die Caritas beobachtet die Situation aufmerksam und wird ihre Hilfe gegebenenfalls ausweiten.

 

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