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Nepal: Ein Jahr nach dem Erdbeben

Caritas Schweiz, Helvetas und Solidar Suisse informieren heute in einer Medienkonferenz über den Stand von Nothilfe und Wiederaufbau nach dem grossen Erdbeben in Nepal und über ihre Zusammenarbeit. Die drei Schweizer Hilfswerke bauen unter anderem erdbebensichere Wohn- und Schulhäuser.

 

Viele Menschen haben beim Erdbeben vom April 2015 alles verloren. Um einen möglichst nachhaltigen und umfassenden Wiederaufbau zu gewährleisten, haben sich Caritas Schweiz, Helvetas und Solidar Suisse zu einer in dieser Form einmaligen Zusammenarbeit entschlossen. Die langjährige Nepal-Erfahrung von Helvetas und das Fachwissen von Solidar und Caritas im Bereich der humanitären Nothilfe und des Wiederaufbaus ergänzen sich optimal.

Bilanz der Nothilfephase

Unmittelbar nach dem schweren Erdbeben vom 25. April 2015 startete die Nothilfe für die stark betroffenen Distrikte Sindhupalchok und Gorkha. Christian Gemperli, Leiter Humanitäre Hilfe von Solidar Suisse, bilanziert: „Insgesamt haben Helvetas und Solidar Suisse im Zeitraum zwischen Mai und Juli Zeltblachen und Werkzeuge an rund 6500 Familien verteilt und ebenso viele Familien mit den wichtigsten Hygieneartikeln versorgt.“ Zudem wurden rund 20 Tonnen Reissamen verteilt.

Die lange Tradition der Schweizer Entwicklungsarbeit in Nepal erleichterte die Nothilfe. Franz Gähwiler, Programmkoordinator Nepal von Helvetas, betont: „Ohne unsere langjährige Verankerung im Land wäre eine so zielgerichtete und wirksame Katastrophenhilfe nicht möglich gewesen.“

95 Prozent aller Schulgebäude wurden im Distrikt Sindhupalchok zerstört. Caritas reagierte schnell auf diesen Missstand: Gesamthaft wurden 100 „Temporary Learning Centers“ für über 6000 Schülerinnen und Schüler aufgebaut. Auch hier kam es zu einem Zusammenspiel der Hilfswerke: Caritas erstellte die Schulen und Helvetas sorgte für die sanitären Einrichtungen und stellte die Wasserversorgung sicher.

Die von der Glückskette mitfinanzierte Nothilfe wurde Ende August 2015 erfolgreich abgeschlossen.

Stand des Wiederaufbaus

Noch während der Nothilfe bereiteten Caritas, Helvetas und Solidar Suisse den längerfristigen Wiederaufbau vor. Seit Januar 2016 ist die nationale Wiederaufbaubehörde nun operativ, der Wiederaufbau ist damit auch für die Hilfswerke einfacher geworden.

Schulhäuser: In diesen Tagen beginnt der Bau der ersten fünf Schulen durch Caritas und Helvetas. Stefan Ege, Caritas-Programmverantwortlicher Nepal, ist zuversichtlich: „Die ersten Schulen werden noch 2016 fertiggestellt und können so fürs nächste Schuljahr bereits bezogen werden.“ Caritas Schweiz und Helvetas bauen bis Ende 2018 gesamthaft 34 sichere und kinderfreundliche Schulen in sechs Dörfern. Das Programm beläuft sich auf einen Umfang von 10,9 Millionen Franken. Es wird von der Glückskette mitfinanziert. Zudem arbeiten Caritas Schweiz und Helvetas eng mit den dörflichen Schulkomitees zusammen, um Betrieb und Unterhalt der Schulen sicherzustellen.

Wohnhäuser: Dank der breiten Erfahrung in Berufsbildungsprojekten in Nepal bildet Helvetas junge Nepali in erdbebensicherem Bauen aus. Das Design der Häuser wurde von Solidar Suisse nach Vorgabe der Regierung entwickelt. Bis Ende dieses Jahres erhalten 3000 Frauen und Männer eine neue Zukunftsperspektive als Baufachleute. „Mit dieser praxisorientierten Ausbildung ermöglichen wir den Wiederaufbau von 4000 Häusern“, sagt Franz Gähwiler von Helvetas.1000 dieser Häuser bauen Solidar Suisse und Helvetas für die bedürftigsten Familien. Dabei werden vor allem lokale Materialien verwendet. Gleichzeitig renovieren die Hilfswerke kollektive Trinkwassersysteme, die bis zu 3000 Familien den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen. Die ersten Häuser werden jetzt gebaut, bis Ende 2017 sollen alle Familien ein erdbebensicheres Haus beziehen können.

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