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Klimapolitik für die Ärmsten

Im Zuge der Uno-Klimakonferenz in Marrakesch ruft Caritas die Regierungen dazu auf, die Umsetzung des Pariser Abkommens voranzutreiben. Dies ist insbesondere im Interesse der verletzlichsten Gemeinschaften, die bereits an den Folgen des Klimawandels leiden.

 

Die 22. Tagung der Vertragsstaatenkonferenz zur Klimarahmenkonvention (COP 22) hat am 7. November in Marrakesch begonnen und dauert bis am 18. November. Die Operationalisierung des Pariser Abkommens wird ein zentrales Thema für die Regierungen, die Geber und die COP 22 sein. Das Pariser Abkommen trat am 4. November 2016 in Kraft, 30 Tage nach seiner Ratifizierung durch mindestens 55 Vertragsstaaten, die zusammen für schätzungsweise mindestens 55 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind.

Laut Hugo Fasel, Direktor von Caritas Schweiz, sind einige Länder noch immer mit der Ratifizierung des Pariser Abkommens beschäftigt, während in aller Welt die Verwundbarsten, vor allem Frauen und Kinder, bereits mit Naturkatastrophen, Ernteausfällen und den Verlust ihres Lebensunterhalts konfrontiert sind. "Marginalisierte und in extremer Armut lebende Bevölkerungsgruppen sind überdurchschnittlich stark vom Klimawandel und von Naturkatastrophen betroffen", so Fasel. "Entwickelte Länder, so auch die Schweiz, haben eine moralische Verpflichtung, mittels Geldern, Kapazitätsaufbau und Technologie Hilfe zu leisten."

Das international Caritas-Netzwerk ruft die Regierungsvertreter der entwickelten Länder am COP 22 dazu auf, den Finanzierungsplan für den Klimaschutz realistischer auszugestalten. Im Vorfeld der COP 22 präsentierten die entwickelten Länder einen Finanzierungsplan im Umfang von 100 Milliarden US-Dollar. Caritas ist der Ansicht, dass es gut zu prüfen gilt, wie diese Gelder vergeben, nachverfolgt und verbucht werden. Ausserdem müssen die entwickelten Länder am COP 22 deutlich mehr Mittel sprechen, um Anpassungsmassnahmen in jenen Teilen der Welt voranzutreiben, wo der Klimawandel die Armen bereits hart getroffen hat.

Für eine rasche Umsetzung des UNO-Klimaabkommens empfiehlt Caritas zudem, sich über COP 22 hinaus mit dem Thema Menschenrechte zu befassen. Die Vertragsstaaten des UNO-Klimaabkommens benötigen Unterstützung, damit bei ihrer nationalen Klimapolitik der Respekt und der Schutz der Menschenrechte gewährleistet sind. Das Hilfswerk ersucht die COP 22, spezifische Abkommen über besonders gefährdete afrikanische Länder, Verluste und Schäden als Folge des Klimawandels und die Situation der Kleinbauern abzuschliessen.

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