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Sozialalmanach 2019: Caritas zieht zum Jahreswechsel Bilanz

Keine Reduktion der Armut in der Schweiz in Sicht

Obwohl sich die Wirtschaft in einer ausgezeichneten Verfassung zeigt, gelingt es der Schweiz nicht einmal ansatzweise, die Armut zu reduzieren. Dies hält Caritas Schweiz in ihrem zum Jahreswechsel erscheinenden Sozialalmanach fest. Die heute publizierte Sozialhilfestatistik bestätigt diese Einschätzung: die Quote der Sozialhilfebeziehenden bleibt konstant, die Fallzahlen steigen.

 

Die Sozialhilfestatistik des Bundesamtes für Statistik BFS weist aus, dass seit dem Jahr 2010 kontinuierlich mehr Menschen Sozialhilfe beziehen. Die Zahl der Fälle lag 2017 bei 278 345. Das sind 5000 mehr als im Vorjahr. Das grösste Risiko, in die Sozialhilfe zu fallen, tragen weiterhin Kinder und Jugendliche. In der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen ist das Risiko überdurchschnittlich stark angestiegen. In dieser Altersgruppe gibt es viele Menschen, die mit den Anforderungen der Gesellschaft nicht mehr Schritt halten können und dauerhaft auf Sozialhilfe angewiesen sind. 

Armut halbieren wäre das Ziel

Aus Sicht der Caritas Schweiz sind die Ergebnisse der Sozialhilfestatistik besorgniserregend. Sie bestätigen den Trend, den auch der neue Sozialalmanach 2019 der Caritas Schweiz aufzeichnet. Während die Wirtschaftslage und die Wachstumsprognosen gut sind, musste im vergangenen Jahr ein weiterer Anstieg der Armut zur Kenntnis genommen werden. 615 000 Menschen in der Schweiz sind von Armut betroffen, weitere 600 000 leben in prekären Verhältnissen und sind damit armutsgefährdet. Mit der Unterzeichnung der globalen Agenda 2030 hat sich die Schweiz zum Ziel bekannt, die Armut im eigenen Land zu halbieren – eine Forderung, welche auch Caritas Schweiz schon seit längerer Zeit stellt. «Die Statistiken zeigen, dass es der Schweiz derzeit nicht gelingt, die Armut zu reduzieren, von einer Halbierung ganz zu schweigen», schreibt Bettina Fredrich in ihrem Bericht über die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz 2018 im Sozialalmanach. Umso stossender ist es, dass sich der Bund im laufenden Jahr dafür entschieden hat, das Nationale Programm zur Bekämpfung der Armut nur noch auf Sparflamme weiterzuführen und die Armutspolitik damit faktisch den Kantonen und Gemeinden überlässt.

Anstieg prekärer Arbeitsverhältnisse – auch wegen der Digitalisierung

Dass nicht alle Menschen von der guten Wirtschaftslage profitieren, zeigt der Anstieg der prekären Arbeitsverhältnisse, die eine Existenzsicherung aus eigener Kraft kaum mehr zulassen. 2017 waren 8 Prozent der Bevölkerung von befristeten Anstellungen betroffen, 2010 waren es noch 6,7 Prozent. Auch Mehrfacherwerbstätigkeit und Unterbeschäftigung haben jüngst zugenommen.
Mit dem Schwerpunktthema zur «Digitalisierung – und wo bleibt der Mensch?» nimmt Caritas Schweiz im Sozialalmanach 2019 eine wesentlich Ursache solcher Entwicklungen auf. Expertinnen und Experten äussern sich darin aus verschiedenen Blickwinkeln zu den sozialen Folgen der digitalen Transformation. Mit der Wahl des Themas weist Caritas darauf hin, dass die Digitalisierung aus sozialpolitischer Sicht nicht einfach wie ein Naturgesetz verstanden werden darf, sondern gestaltbar ist und gestaltet werden muss. Dazu zählt nicht zuletzt, dass die konsequente Anwendung bestehender Gesetze hinsichtlich Arbeitnehmerschutz und sozialer Absicherung auch in Zeiten der Digitalisierung gelten müssen. 

 
 
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