Krieg in Syrien

Im Nordosten Syriens eskaliert die humanitäre Situation

Erneut bedrohen Kriegshandlungen in Syrien die zivile Bevölkerung. 100'000 Menschen flohen bereits vor der aktuellen Militäroffensive im Nordosten des Landes. Hält die Gewalt an, könnten Hunderttausende weitere Familien zur Flucht gezwungen sein. Dank ihrem langjährigen Engagement im Land ist es der Caritas möglich, den Betroffenen rasch Hilfe zu leisten. 

 

Im Nordosten Syriens ist mit der erneuten Militäroffensive der Türkei die Gewalt mit ganzer Härte zurückgekehrt. Einmal mehr leidet die Zivilbevölkerung am meisten darunter. Im kriegsgebeutelten Land zeichnet sich eine Eskalation der humanitären Katastrophe ab.

Immense humanitäre Bedürfnisse

Entlang der Grenze zur Türkei leben allein innerhalb einer Zone von fünf Kilometern 450'000 Menschen. Unter ihnen sind über 90'000 intern Vertriebene. Sie mussten bereits aus ihrem Zuhause fliehen und suchten im Nordosten Schutz. Nun droht ihnen erneut die Flucht vor Gewalt und Hunger. Die Lebensmittelpreise steigen rasch an. Familien kaufen verzweifelt Vorräte. Infrastruktur wie Strassen und Stromleitungen sowie der Zugang zu Krankenhäusern, Getreidesilos und Wasserstationen sind bereits in Mitleidenschaft gezogen. Schulen bleiben geschlossen.

Gemäss den Vereinten Nationen benötigen mindestens 1,6 Millionen Menschen im Nordosten des Landes humanitäre Hilfe. Internationale Hilfsorganisationen befürchten, dass Teile der Bevölkerung von lebensnotwendiger Unterstützung abgeschnitten werden. Sie appellierten deshalb gestern an die Konfliktparteien, das Humanitäre Völkerrecht vollumfassend zu respektieren und den sicheren Zugang für Hilfsorganisationen zu den notleitendenden Menschen jederzeit sicherzustellen.

 

Die Hilfe der Caritas

Das internationale Caritas-Netz leistet seit vielen Jahren Nothilfe in Nordostsyrien und arbeitet unter den neuen Gefahren darauf hin, die Unterstützung auszuweiten. So werden derzeit in der Stadt Al-Hasaka bereits zusätzlich Wasser, Kleidung und Hygieneartikel verteilt.

Halten die Kämpfe an, werden die Betroffenen zur Flucht Richtung Südwesten gezwungen sein. Gemäss Schätzungen der UN flohen seit Beginn der Offensive bereits 100'000 Menschen aus der Grenzregion. Caritas Schweiz, seit 2012 mit einem umfassenden Nothilfeprogramm in Syrien aktiv, ist in den Regionen um Aleppo, Homs und Damaskus vor Ort und darauf vorbereitet, auf die dringendsten Bedürfnisse der Menschen schnell und flexibel einzugehen.

 

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